„Auf ins fette, pralle Leben“ – Ina Rudolph (Rezension)

4964528300001NWie sehr wir in Gewohnheiten und Verhaltensmustern stecken, wird uns erst klar, wenn wir sie einmal durchbrechen und hinterfragen. Die Schauspielerin und Autorin Ina Rudolph, die schon seit einiger Zeit als Trainerin für „The Work“ in Deutschland arbeitet, ging mit ihrem Buch einen radikalen Weg: Ein Jahr lang untersuchte sie Monat für Monat eine von 12 Gewohnheiten, experimentierte damit und lebte diese absichtlich gegen den Strich.

Das Ganze liest sich äußerst unterhaltsam, lebensnah und vermittelt den Eindruck: Die Arbeit an der eigenen Person ist sinnvoll und darf sogar Spaß machen. Nein sagen zum Beispiel: Wie oft sind wir höflich, bejahen Dinge anstatt ehrlich zu sagen, wenn uns etwas nicht passt. Anhand von „The Work“ untersucht sie nun genau dies: „Wenn ich nein sage, bin ich kein guter Freund“ – Ist das wahr? Was passiert, wenn ich das glaube? Wer wäre ich ohne diesen Gedanken? Ina Rudolph übt dies nun bei Bekannten, im Restaurant, zuhause. Sie eckt an, wird aber gleichzeitig mehr respektiert.

Überhaupt ist es ein sehr persönliches Buch, weil sie den Leser mitnimmt in ihr turbulentes Leben. Oft zu turbulent, so ist eines der Themen natürlich die Hetzerei. Was wäre ich ohne diese? Die Sorgenmaschine stoppen, Sich nicht ärgern, nicht nach Anerkennung von Außen suchen sind einige der weiteren unter die Lupe genommenen Verhaltensweisen.

Das Buch regt an, Neues zu wagen und Freude an der Veränderung zu entdecken. Im Schlusswort meint Rudolph: „Eine neue Gewohnheit ist erst einmal ein dünner Trampelpfad im Wald. Er muss gegangen werden, um als Weg erkennbar zu sein. Da schlagen mir Äste ins Gesicht, es besteht Rutschgefahr, und die Sicht ist nicht immer klar. Aber hier wartet das Abenteuer, hier singen die Vögel, und ich kann mich gut spüren. Und es winkt eine dicke Belohnung, wenn der Weg sich als praktisch für mich erweist.“

Eine Rezension von Thomas Schmelzer

 

Infos zum Buch:

Rudolph, Ina: „Auf ins fette, pralle Leben. 12 Experimente, wie man sich das Leben leichter machen kann“
Verlag: Kösel (2015)
Umfang: 304 Seiten
ISBN: 978-3466310395
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (11 Stimmen, Durchschnitt: 3,91 von 5)

  1 Kommentar für “„Auf ins fette, pralle Leben“ – Ina Rudolph (Rezension)

  1. Gisela Harich
    12. Oktober 2015 um 15:20

    Ina Rudolph „Auf ins fette pralle Leben“

    Wer “ The Work of Byron Katie“ kennt und für sein eigenes Leben anwenden möchte, findet in diesem Buch ein wunderbares Werkzeug The Work zu erlernen und zu verstehen.
    Unsere Gedanken sind unsere härtesten Kritiker, bewerten ständig unser Tun und Handeln und ebenso das unserer Mitmenschen. Das führt häufig zu Konflikten, Unwohlsein, Aggressionen auch zu Depressionen.
    Ina Rudolph nimmt uns an die Hand und lässt uns an dem Prozess Ihrer Selbstbefragung teilhaben. In einem zwölf Monate dauernden Selbstversuch hinterfragt Sie die eigenen Haltungen und Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt. Vier einfache Fragen die Sie sich stellt bewirken, dass Sie Ihre Haltung und die eigenen Gefühle in konkreten Situationen verändern und Probleme auflösen kann. Es geht hier nicht unbedingt um die großen Fragen in unserem Leben, sondern um die kleinen alltäglichen Probleme und Missverständnisse die unsere Befindlichkeit vergiften und große Konflikte heraufbeschwören können.

    Mit den Fragen aus The Work können wir dem „Nörgeler“ in uns den Platz zuzuweisen, der ihm zusteht. Er soll nicht unser Kritiker sondern unser Berater sein, der Konflikte erkennt, und uns unterstützt ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und unser Leben leicht und erfüllt zu genießen.
    Das Beste an dem Buch ist, ich kann es zu Hause haben, mehrfach lesen, lernen und die Fragen in meinen Alltag einbauen.

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