„Endlichkeit und Ewigkeit“ von Elfie Courtenay (Buchvorstellung)

Elfie Courtenay_Endlichkeit_Ewigkeit_ MYSTICA2

© joexx / photocase.de

Elfie Courtenay vermittelt spannendes Ahnenwissen und zeigt, wie man im Trauerfall aus alten Traditionen neue Kraft schöpft.

von Katja Volkmer

 

 

 

 

 

Trost in der Trauerzeit

Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, scheint es schwer, bei irgendwem oder irgendwas Trost zu finden. Aber es gibt durchaus viel Tröstliches, Wohltuendes. Bei Elfie Courtenay kommt es aus der Vergangenheit und liegt in den gesammelten Erfahrungen vieler Generationen verborgen. Generationen, in denen jeder einzelne Mensch dieselben schmerzlichen Erfahrungen vor uns machen musste: Tod und Trauer, Sterben und Vergänglichkeit. Was hat unseren Ahnen beim Abschiednehmen geholfen? Welche Rituale und Bräuche haben ihnen das Loslassen ermöglicht? Das beantwortet die Bestsellerautorin (»Rauhnächte«) in ihrem neuen Buch »Endlichkeit und Ewigkeit«. Darin hat sie einen großen Wissensschatz zusammengetragen und zeigt eindrucksvoll, wie man mit Ahnenwissen und alten Bräuchen das Sterben ganz bewusst erleben und als sanften Übergang betrachten kann. Sie holt auf verständliche, inspirierende Weise uraltes Traditionswissen in unsere Zeit. Damit ist ihr ein außergewöhnliches Sterbebuch für die Menschen von heute gelungen – mit vielen praktischen Hilfestellungen für den Ernstfall.

 

Von der schockierenden Todesnachricht zum sanften Loslassen

Das Wichtigste und zugleich Schwierigste am Tod ist vielleicht, ihn als ganz normalen Bestandteil des Lebens zu verstehen und zu akzeptieren. Elfie Courtenay dazu: »Wir leben, als hätten wir unendlich Zeit, uns zu vergnügen und unser Leben zu genießen. Daneben zählen nicht selten Macht und Erfolg zu den wichtigsten Lebenszielen. Aber wenn dann plötzlich ein nahestehender Mensch unerwartet stirbt, sind wir zutiefst betroffen, manchmal sogar wütend, weil wir meinen, das ha?tte nicht geschehen dürfen. Wir leben in der Illusion, alles planen und kontrollieren zu ko?nnen, aber wenn wir plötzlich spüren, dass das nicht so ist, erschrecken wir und verdrängen dieses Geschehen, so gut und so schnell wir nur können. Das war nicht immer so. Wenn wir nur ein paar Generationen zurückdenken, war der Tod ein häufigerer Gast und unseren Vorfahren sehr vertraut. (…) Unsere Urahnen lebten noch im Einklang mit der Natur und verstanden das Leben als ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen, dem sie auch selbst angehörten. So waren es eher Schmerzen und Gebrechen, die man fürchtete, und auch das ‚Dahinsiechen’, also das Nicht-sterben-Können. Deshalb wurde der Tod auch als Erlösung gesehen, die dem Leid ein Ende setzte.«

 

Mythen – Aberglauben – Volksmagie

In ihrer Rückschau spannt die Autorin den Bogen weit: von den Bestattungsriten der Kelten und Germanen über den Reliquienkult der katholischen Kirche bis hin zu jahrhundertealten Bräuchen rund um die Bestattung. Sei es das Läuten des Sterbeglöckchens, das Ausräuchern des Sterbezimmers oder die Totenwache. Sie zeigt, wie fließend der Übergang zwischen Glauben und Aberglauben immer war und wie viel Trost stets im Gegenständlichen lag: Ob es sich um Kreuze, Amulette oder Benediktuspfennige handelte, um Schluckbildchen, Drudensteine oder magische Zeichen. Auch die Erklärung der historischen Zusammenhänge ist hochinteressant. Zum Beispiel beim Totensingen: »Nach dem alten Glauben weilte die Seele des Verstorbenen zumindest während der Zeit der Aufbahrung, aber meistens sieben oder sogar dreißig Tage nach seinem Ableben, noch im Irdischen. In dieser Zeit rechnete man den Toten noch zu den Lebenden, denn man war überzeugt, dass er alles mitbekam, was im Hause vor sich ging. Deshalb verrichtete man alle Arbeiten in seinem Sinne und deckte weiterhin für ihn die Mahlzeit auf. Ein alter, schon fast vergessener Brauch während dieser Zeit war das Totensingen. Nachts um 11 Uhr wurden erst zwei Rosenkränze gebetet, dann Klagelieder angestimmt. Schließlich wurde noch gegen ein ‚Vergelt’s Gott’ zum Wohle des Verstorbenen Schnaps ausgeschenkt. Es gab auch noch die alte Sitte, den aufgebahrten Leichnam mit einem weißen Tuch zu bedecken, um den Teig für die Schmalznudeln darauf gehen zu lassen, die für die Trauergäste gebacken wurden. Dieser Brauch drückte den Wunsch aus, die Verbindung zwischen dem Verstorbenen und den Lebenden aufrechtzuerhalten.«

 

Wie der Abschied im 21. Jahrhundert gelingen kann

Natürlich funktioniert nicht jede frühere Gepflogenheit für jeden Leser. Aber mit ihren Beispielen für Abschiedsrituale, Erinnerungsfeste oder Schutzsymbole gibt Elfie Courtenay tausendundeine Anregung für die eigene Trauerarbeit. Und wie kann man das Ahnenwissen in unsere Zeit hinüberretten? Praxisnah geht die Autorin darauf ein, was bei uns heute Brauch ist, was als würdevoll im Bezug auf das Ableben gilt und was nicht. Sie gibt Tipps, wie man beispielsweise einen Kranken in seiner letzten Lebensphase begleitet, mit ihm über alles Wichtige kommuniziert, sich selbst und ihm vergibt. Oder woran man, wenn es soweit ist, einen guten Bestatter erkennt. Ist es überhaupt noch möglich, den Verstorbenen aufzubahren oder dessen Asche privat zu verstreuen – oder wird er heute nur noch schnellstmöglich auf dem Friedhof »entsorgt«? Wie nutzt man die kostbare Zeit zwischen Tod und Bestattung am besten? Auch auf die Gestaltung von Traueranzeige, Sterbezettel, Trauerfeier und Leichenschmaus geht die Autorin ein.

 

Geschenktes Leben – schöner Tod – friedliches Ende

Und wenn es um uns selbst geht? Was können wir tun, um ein möglichst gutes Ende zu finden? Gibt es das überhaupt, einen schönen Tod? Aber ja, sagt Elfie Courtenay: »Alles, woran wir glauben oder auch nicht glauben, hat eine direkte Auswirkung auf die Erschaffung unserer Realität: auf unsere Wahrnehmung, unsere Gesundheit, unser Leben und natürlich auch auf unser Lebensende, unseren Tod. Daher das alte Sprichwort: Der Glaube kann Berge versetzen! Lebe, als müsstest du jeden Augenblick Abschied nehmen vom Leben und als sei die Zeit, die du jetzt noch vor dir hast, ein unerwartetes Geschenk!«

»Endlichkeit und Ewigkeit« gibt viele wertvolle Impulse für einen furchtlosen Umgang mit dem Tod. Angeregt durch diesen spannenden und lehrreichen Blick in die Vergangenheit kann jeder lernen, neue Wege zu finden, von nahestehenden Menschen in Frieden Abschied zu nehmen. Und den eigenen, unvermeidlichen Tod ins Leben zu integrieren.

 

endlichkeit und ewigkeit

 

Elfie Courtenay: „Endlichkeit und EwigkeitDen Übergang gestalten: Ahnenwissen und alte Bräuche rund um Sterben und Tod“
Gebunden: 240 Seiten
Preis: 17,99€
ISBN 978-3-7787-7504-2
Verlag: Ansata

Hier können Sie das Buch bestellen.

 

 

 

Über Elfie Courtenay:
Sie wuchs selbst mit alten Bräuchen und Überlieferungen auf und entdeckte früh ihre Liebe zur Natur. Als geprüfte Natur- und Landschaftsführerin sowie Kräuterpädagogin bietet sie meditative Wanderungen, spirituelle Reisen oder Wildkräuterexkursionen an. Sie arbeitet als Gesprächs- und Focusing-Therapeutin (IGF), ist erfahren im geistigen Heilen – und absolviert derzeit eine Ausbildung zur Sterbeamme. Außerdem ist Elfie Courtenay Führerin im Freilichtmuseum Glentleiten in Großweil bei Murnau. Als Autorin war sie mit »Rauhnächte« auf der SPIEGEL-Bestsellerliste vertreten – einem magischen Buch über die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren.
www.courtenay.de

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.