„Von der anderen Seite“ – Elisa Medhus (Rezension)

von Thomas

medhusCover1Jenseitsberichte gibt es viele – also Mitteilungen von Verstorbenen mittels Medien. Wenn man nicht daran glaubt, bringt es nichts – aber für alle anderen bietet das Buch ungewöhnliche, interessante Einblicke in das Leben nach dem Leben.

Die Umstände sind dramatisch: Der 20jährige Erik nimmt sich das Leben, nimmt aber bald darauf über ein Medium Kontakt mit der Mutter auf. Daraus entfaltet sich ein immer tiefer gehender Dialog, in dem die Mutter über die Befindlichkeiten der Seele im Jenseits fragt und Erik auf eine humorvolle Weise mit einigen esoterischen Vorurteilen aufräumt und versichert: Auch drüben gibt es Spaß und Humor. Darüber hinaus erfährt man einiges über die unterschiedliche Seelenreife, wie sich die Seelen untereinander helfen und doch jeder auch seinen eigenen inneren Weg der Erkenntnis gehen muss und wie der Kontakt mit lebenden Menschen vonstatten geht.

Das Ganze ist natürlich auch hier eine subjektive Erzählung. Man darf nicht den Fehler machen, von Erik die endgültigen Wahrheiten zu erfahren, denn auch er ist, wenn man überhaupt an diese Sichtweise glaubt, nur eine menschliche Seele auf einem bestimmten Level und mit bestimmten Erfahrungen. Und doch scheint er eine reifere Seele zu sein, die sich ihrer Aufgabe immer bewusst ist.

Faszinierend auch, wie sich das heutzutage äußert: Elisa Medhus eröffnete einen Blog in den USA, der viele Fans fand, in dem sie zunächst diese Gespräche (die mittels einem Medium geführt wurden, das manchmal ebenfalls humorvoll dazwischenfunkt mit Fragen) veröffentlichte. Kurz darauf erschien Erik so manchen Bloglesern persönlich! Auch wenn der Wunsch vielleicht der Vater mancher dieser vermeintlichen Begegnungen sein könnte, bleibt immer noch genügend an Zeugnissen und Erlebnissen, die ihren Wahrheitsgehalt haben.

Ein Puzzlestein mehr im Verständnis über das Leben nach dem Tod und das Jenseits, mit manch interessanten Einsichten, beispielsweise in die Nahtoderfahrung und darüber, wie die Kommunikation im Jenseits funktioniert. Die Botschaft – sie ist auch hier die wichtigste: Letztlich dreht sich alles um die Liebe.

Rezension von Thomas Schmelzer


Infos zum Buch

Elisa Medhus: „Von der anderen Seite: Gespräche zwischen Mutter und Sohn“
Verlag: Scorpio Verlag 2014
Umfang: 304 Seiten
Preis: 18,99 €
ISBN: 978-3943416626

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4 Kommentare

Albatra 20. Juli 2014 - 10:28

Hallo Thomas.
Was mir an der Rezension aufgefallen ist oder bei dem ich etwas gestutzt habe war die Äußerung „Man darf nicht den Fehler machen, von Erik die endgültigen Wahrheiten zu erfahren, denn auch er ist, wenn man überhaupt an diese Sichtweise glaubt, nur eine menschliche Seele auf einem bestimmten Level und mit bestimmten Erfahrungen. Und doch scheint er eine reifere Seele zu sein, die sich ihrer Aufgabe immer bewusst ist.“
Erik war ein Mensch seine Seele hatte sich vorgenommen als Mensch Erfahrungen zu sammeln und wird dies auch wieder tun aber der Erik, der sich da meldet ist keine menschliche Seele, weil es eine menschliche Seele gar nicht gibt – das was da mit dem Medium in Kontakt tritt ist eine Seele die nicht in einem menschlichen Körper existiert sondern frei und aus reiner Energie ist. Ich denke darin liegt schon ein großer Betrachtungsfehler des Jenseits – wir sind im Jenseits keine Menschen mehr wir sind dort was wir sind: Seele, reine Energie.
Seelen, die mit Menschen in Kontakt treten, erscheinen den Menschen in der Form wie sie zuletzt als Mensch gelebt haben – sie könnten ihnen auch als der Mensch erscheinen wie sie in ihrem vorigen Leben oder dem davor existierten oder, oder, oder, sie können jede Form/Äußerlichkeit annehmen oder in ihrer reinen Seelenform als Energie erscheinen doch dann würde sie das Medium nicht so beschreiben können, so das der Mensch, der mit ihnen gelebt hat, sie auch erkennt also erscheinen sie in der Form ihres letzten Lebens. Die Seele ist nicht begrenzt der Mensch ist es.

Natürlich ist Erik als Seele nicht allwissend weil er ja noch nicht alles gelernt/erfahren hat denn dann hätte er in seiner letzten Inkarnation vielleicht als Erleuchteter unter uns gelebt oder als alte Seele und die menschlichen Gegebenheiten/die Sinnhaftigkeit des Menschseins durchschaut und wäre nicht an ihnen/ihr als Mensch zerbrochen in Form eines Selbstmordes.

Wie dem auch sei und worauf ich eigentlich hinaus wollte ist der Punkt, dass der Mensch und die Seele meines Erachtens 2 Paar Stiefel sind – so wie ich nicht mein Haus, mein Auto bin so ist die Seele nicht der Mensch sondern der Mensch ist nur eine Hülle in der die Seele eine Zeit lang wohnt um zu Erfahren/Lernen – Erik kann also keine menschliche Seele sein weil es eine menschliche Seele nicht gibt so wenig wie eine häusliche Seele oder eine Auto-Seele gibt – es gibt ausschließlich die Seele und die ist Erik zur Zeit wenn er nicht schön längst wieder inkarniert ist und in der menschlichen Hülle wohnt von vielleicht Elsa, Hugo, Ben, Christine, Clara, Tom, Stella oder…………… und neue Erfahrungen sammelt aber auch dann könnte die Seele als Erik erscheinen weil es nur für uns die Zeit gibt und sie eine Illusion ist aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Philip 20. Juni 2014 - 14:45

Sehr geehrter Herr Schmelzer, mit Interesse habe ich Ihre Rezension gelesen zu Elisa Medhus Buch über den „Jenseits-Kontakt“ mit ihrem Sohn. So sehr ich Ihre offene Art schätze auf die Menschen in ihren Interviews zuzugehen, so vermisse ich doch manchmal auch eine kritische Distanz zu den Inhalten. Gerade im Falle dieses Buches, das sie besprechen, frage ich mich, wieviel hier nicht auch das Wünschen und Sehnen nach einem Kontakt mit ihrem Sohn eine Rolle spielt. Von meinen eigenen bescheidenen Erfahrungen im Improvisieren und Schauspielern weiß ich, wie man sich in solche Dialoge hineinspielen kann und alles dann ganz wirklich wird. Vielleicht ist der Schleier zwischen Leben und Tod auch eine wichtige Grenze, die nicht übertreten werden kann, auch wenn wir Menschen uns danach sehnen, etwas über das Jenseits zu erfahren. Ich las auf dem Blog der Autorin ein Gespräch zwischen ihr und dem Sänger Jim Morrison. In diesem „Gespräch“ mit dem amerikanischen Sänger und Poeten wurde lediglich das wiedergegeben, was allgemein über Jim Morrison bekannt ist. Das lässt mich an der Wahrheit solcher „Übermittlungen“ leider zweifeln. Dennoch lese ich gerne weiterhin Ihre Besprechungen. Mit freundlichem Gruß, Philip Bosse

Thomas 20. Juni 2014 - 17:04

Hallo Herr Bosse,

danke für Ihre Gedanken. Bei diesen Themen ist es natürlich immer schwierig, herauszufinden, wie „wahr“ all diese Geschichten sind. Ein bisschen, dachte ich, habe ich das schon angedeutet („Wenn man nicht daran glaubt…“). Entscheidend für mich ist immer das tatsächliche Wissen über die mögliche jenseitige Welt, und da sind für mich einige interessante Informationen auf unterhaltsame Weise vermittelt worden. Klar, die Frage, woher nun dieses Wissen tatsächlich kommt, wird sich nie hunderprozentig beantworten lassen…

Viele Grüße
Thomas Schmelzer

Angela 30. Juli 2014 - 14:58

ich glaube sehr stark an ein Leben nach dem Tod. Es ist beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine ist und, die Nahestehenden doch noch existieren, auch wenn man sie nicht sehen kann.

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