Wir sind Erde – Tala Mohajeri

von Thomas

Unser hektisches und leistungsorientiertes Alltagsleben entfremdet uns mehr und mehr von der Lebenswelt, der wir ursprĂŒnglich entstammen: der Natur. Der Wunsch nach einem bewussten, naturverbundenen Leben rĂŒckt wieder in den Vordergrund, um neben dem Alltag neue ErlebnisrĂ€ume zu erschließen. Um wieder Kontakt mit unserer eigenen ursprĂŒnglichen Natur aufzunehmen, mĂŒssen wir Natur neu entdecken und uns ihrer Bedeutung in unserer heutigen Zeit bewusst werden.

von Tala Mohajeri

 

Seit frĂŒhester Kindheit lerne ich von der Natur, und ich bin immer wieder fasziniert, welche neuen LebensrĂ€ume sie uns offenbart, wenn wir uns ihr nur zuwenden. Als Heilpraktikerin versuche ich, den Menschen die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung nĂ€her zu bringen. Dabei sind mir das spirituelle Erleben der Natur und die RĂŒckgewinnung der eigenen „Wildnatur“ ein wichtiges Anliegen.

Jeder Mensch ist eingebettet im ökologischen Gleichgewicht der Erde. Wir Menschen sind sichtbare Natur und wir sind verbunden mit ihrer vielfĂ€ltigen Ausdruckskraft. Mensch-Tier-Pflanze-Mineralien –  alles ist miteinander verbunden. Alles kommt von der Natur und kehrt wieder zur ihr zurĂŒck. Ich erlebe, aber sehr hĂ€ufig, dass die Menschen sich nicht mehr als Teil dieses Gleichgewichtes begreifen. Dadurch baut sich eine Entfremdung zur eigenen NatĂŒrlichkeit und zu unserer Umwelt auf.

Vielleicht ist genau das einer der GrĂŒnde, warum wir in unserem Alltagsleben so unliebsam mit der Erde und unserer ganzen Um-(Mit-)welt umgehen. Nehmen wir Menschen uns nicht als wichtigen Teil des ökologischen Gesamtgleichgewichtes wahr, so verlieren wir auch jedwedes GefĂŒhl dafĂŒr, uns fĂŒr die Erde einzusetzen, und gleichzeitig kommt uns unsere Selbstachtung abhanden.

Betrachten wir heute das Ausmaß der Umweltzerstörung, dann könnte man meinen, der Mensch besitze die Macht, die Erde zu vernichten, und lassen wir diesen Prozess fortschreiten, dann berauben wir uns unserer Lebensgrundlage. Die Erde wird sich jedoch auch ohne uns weiterdrehen. Der Mensch hat nicht die Macht, die Erde zu zerstören. Ebenso ist es eine irrsinnige Annahme, wir Menschen seien die Krönung der Schöpfung.

Indem der Mensch Erdlandschaften verformt, Böden verseucht, LebensrĂ€ume und Artenvielfalt zerstört, greift er letztlich sich selbst an. Man könnte meinen, das menschliche Kollektiv leide an einer Autoimmunerkrankung. Unser Verhalten richtet sich gegen uns selbst. Darum ist es umso wichtiger, bewusst zu handeln. Die Natur nur als Ressource unserer BedĂŒrfnisse zu begreifen, fördert den Raubbau an unserem Planeten.

Der Erdleib hat schlimmere Katastrophen ĂŒberstanden als uns Menschen. Fakt ist, die Gesetze der Natur gelten fĂŒr alle – auch fĂŒr den Menschen.
Doch unser gegenwĂ€rtiges Handeln und das der vergangenen Jahrhunderte hat extreme Auswirkungen fĂŒr die Zukunft. Es lohnt, sich jeden Tag aufs Neue zu fragen: Wie kann ich mein Verhalten zugunsten unserer Mitwelt verĂ€ndern? Wie kann ich eine Verbindung zu Natur aufbauen?

Es gibt viele verschiedene Wege, sich fĂŒr das Wohl unserer Urheimat Erde einzusetzen und sie fĂŒr sich wiederzuentdecken. Kleine Schritte, wie zum Beispiel barfuß durch die Stadt zu gehen, WildkrĂ€uter wachsen zu lassen, Flora und Fauna erkennen und benennen zu lernen; grĂ¶ĂŸere Schritte, wie Projekte der Hoffnung aufzusuchen, zielgerichtet ökologisch zu konsumieren und zu wirtschaften. Dabei ist es immer wieder wichtig, sich zu vergegenwĂ€rtigen, dass jede individuelle Heilung eines jeden Menschen immer auch ein Teil der Heilung des Ganzen ist.

So wie jeder Tropfen Wasser den Ozean nÀhrt.

Ein weiterer wichtiger Schritt, um gegen dieses GefĂŒhl der Verlorenheit anzugehen, das viele tief in sich spĂŒren, besteht darin, sich der eigenen inneren Wildnatur wieder nĂ€hren. Was passiert mit uns, wenn wir unsere scheinbar zivilisierte Welt verlassen? Wenn wir einfach hinausgehen in die Natur. Alle unsere Sinne öffnen sich voller Verwunderung ĂŒber die ArtenfĂŒlle, die uns tĂ€glich umgibt. Wir erleben uns verbunden mit unserer Mitwelt, den Pflanzen, den Tieren, den Elementen. Wir fĂŒhlen die Luft in unseren Lungen und ehren jede Frucht, die durch die Jahreszeiten gereift ist.

Sich mit der Wildnis zu beschĂ€ftigen, fĂŒhrt zur Selbsterkenntnis. Wir nehmen eine neue Rolle gegenĂŒber der Natur ein. Die Natur wird nicht mehr abgespalten und als außerhalb von uns wahrgenommen, sondern als etwas in uns. Indem wir selbst aktiv Verantwortung fĂŒr unseren Ausdruck in der Welt und dessen Auswirkungen auf uns selbst und andere ĂŒbernehmen, fördern wir unsere Gesundheit. Letztlich ist es die Hinwendung zur Natur, die uns heilt und hilft, uns als Mensch wieder wertzuschĂ€tzen.

Übung: Je langsamer wir werden, umso genauer können wir wahnnehmen und unsere Umgebung erkunden. Achtsames Wahrnehmen öffnet unseren Blick dafĂŒr, wieviel Schönheit uns tagtĂ€glich umgibt.

Gehe vor deine HaustĂŒr und suche den nĂ€chsten Baum, die nĂ€chste Blume, den nĂ€chsten Busch, Vogel oder Wasserlauf auf. Schaue diesen Baum – oder wofĂŒr du dich entschieden hast – ganz genau an. Was genau gefĂ€llt dir an diesem Baum? Mache ihm Komplimente. Es ist eine wundervolle Übung, sich in Großherzigkeit zu ĂŒben. Der Baum könnte auch eine Ă€ltere Frau oder ein Kind sein. Wie fĂŒhlst Du Dich, wenn Du dieses Kompliment aussprichst?

Fotos: © Sebastian Fuchs

 

Buchtipp:

 

 

Tala Mohajeri: „Die Wildnis in dir. Entdecke Deine Einzigartigkeit“

Verlag: Irisiana 2017
Umfang: 192 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN-13: 9783424153231

Hier können Sie das Buch bestellen

 

 

Über Tala Mohajeri
DIe Heilerin und Heilpflanzenexpertin beschĂ€ftigt sich seit Jahren mit dem spirituellen Erleben der Natur und der RĂŒckgewinnung der eigenen „Wildnatur“. Durch Schulung der Wahrnehmung, der Suche nach KraftplĂ€tzen und praktische Naturrituale finden Mensch und Natur wieder zu einer Einheit zusammen.

www.talamohajeri.com

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