Die dunkle Nacht der Seele – Swabodhi L.

von Natascha
dunkle Nacht der Seele_Ursula Labey_MYSTICA-TV

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Burnout Рwer selbst noch nie durch die innere Hölle gegangen ist, kann diesen ehrlichen Bericht nur im Bruchteil wirklich nachvollziehen. Wer dagegen bereits in innere Dunkelheit fiel, wird ihn als vollkommen realistisch, authentisch und heilsam empfinden. Denn er zeigt den Weg einer Seele aus einer unausweichlichen Lebenskrise, die einem toten Wald ähnelt.

von Swabodhi L.

 

 

Mehrere existenzielle Herausforderungen gleichzeitig hatten mich in diese Lage gebracht: Die Trennung und Scheidung von meinem langj√§hrig n√§chsten Menschen, extreme Anforderungen an der Arbeitsstelle, die Grundsanierung des Hauses, indem ich wohnte und damit keinen f√ľr mich ganz besonders wichtigen R√ľckzugsraum mehr hatte, der Angriff eines Psychopathen aus der Nachbarschaft und ein bevorstehender Umzug. Das alles wirkte gleichzeitig auf mich ein und wollte verarbeitet und gehandelt werden. Selbst meine starken inneren Kr√§fte und der leichte Zugang zu einer meditativen Lebenshaltung konnten den darauffolgenden Zusammenbruch nicht verhindern. Ich beobachtete wie der Fluss zum Strom wurde und mich mitriss.

Ende 2010 kamen die k√∂rperlichen Befindlichkeitsst√∂rungen zu einem H√∂hepunkt. Ungew√∂hnliche und st√§ndig wechselnde Magen-Darmschmerzen begleitet von starker Bedr√ľcktheit setzten mir so stark zu, dass ich mich √ľberwand, einen Allgemeinmediziner aufzusuchen. Mit dem Vorgef√ľhl, wenig Verst√§ndnis von Seiten der klassischen Medizin erwarten zu k√∂nnen, qu√§lte ich mich morgens vor der Arbeit durch die winterliche K√§lte. Leicht geb√ľckt vor Schmerzen hielt ich meinen Bauch. Wie erwartet war es dem bem√ľhten Arzt nicht m√∂glich, meine Situation ad√§quat zu erfassen. Vielmehr f√ľhrte seine Hilflosigkeit zum z√ľgigen Anordnen von Untersuchungsma√ünahmen. Dazu geh√∂rten auch mehrere Tumormarker, die er sicherheitshalber und um mich zu beruhigen einsetzte. Damit begann f√ľr mich jedoch noch zus√§tzlich zu meiner grausigen Verfassung eine √§u√üerst unangenehme und Angst erregende Wartezeit auf die Ergebnisse. Nach 2 krank geschriebenen Wochen, einer Vielzahl hom√∂opathischer Mittel, die ich alle gleichzeitig nehmen sollte, wurde der Allgemeinmediziner unruhig. Nichts hatte sich gebessert und so blieb ihm nur noch der Vorschlag, mich zu einem Gastroenterologen zu √ľberweisen. Damit endete das Kapitel Hausarzt zun√§chst f√ľr mich!

In meiner derzeitig k√∂rperlich-emotionalen Verfassung war es unvorstellbar f√ľr mich, einen Schlauch zu schlucken und damit Teil eines automatisierten, gef√ľhllosen medizinischen Apparates zu werden. Dennoch war ich aufgefordert zu handeln, um den formalen Weg der Krankschreibung einzuhalten und es musste rasch gehen. Bald wurde mir klar, dass in meiner Umgebung niemand nachvollziehen konnte wie es um mich stand. Am liebsten h√§tte ich mich im Wald versteckt von sanften, liebevollen und urteilsfreien Wesen umgeben und gepflegt. Die schmerzliche K√∂rperebene stellte sich als das Sprungbrett zu einem emotionalen Abgrund heraus, der alles √ľberstieg, was mich mein abenteuerliches und emotional herausforderndes Leben bislang erfahren lie√ü. Jetzt wurde f√ľhlbar, was H√ĖLLE meint, die kein Ort, sondern ein Zustand von absoluter Dunkelheit, Trostlosigkeit, Gefangensein und abgetrennt Sein ist.

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Depressive Phasen waren mir bereits von Kind an begegnet. Mit gro√üer Angst, Traurigkeit, Bedr√ľcktheit und Einsamkeit war ich bereits vertraut. Nun tat sich eine neue Dimension auf, von der ich nicht geglaubt h√§tte, dass es sie gibt. Hierzu fallen mir Bilder ein, die allenfalls ein Fingerzeig auf das wirkliche Erleben sein k√∂nnen. Man stelle sich einen gesunden, duftenden, in Fr√ľhlingsfarben reich get√∂nten Wald vor. Tiefer Friede ergreift den Menschen, der sich durch ihn bewegt. Vogelkl√§nge, s√§uselnder Wind, das Rascheln von Insekten bereichern die Stille mit ¬†Frische und Sch√∂nheit. Pl√∂tzlich √§ndert sich abrupt das Bild. Alle Bl√§tter werden grau, der Wind ist hart und eisig, keine Ger√§usche, kein Leben. Es ist als ob der Tod seine Hand ausgestreckt und mit einer Bewegung das Waldleben ausgel√∂scht h√§tte. Der Mensch erstarrt, Todesk√§lte dringt in ihn ein, der K√∂rper schmerzt. Der Mensch ist allein; niemand weit und breit. Die seltenen Wanderer bleiben ein paar Meter vor mir stehen und gehen dann einfach weiter. Keine Begegnung, keine Ber√ľhrung, kein Mitgef√ľhl, keine Geduld, kein Trost! Absolute Ausweglosigkeit erfasst mich. Eine gl√§serne Wand trennt mich vom Leben da drau√üen, von den Segnungen des Waldes. Keinerlei vertrautes Gef√ľhl in mir, alles fremd, Angst erregend, d√ľster und bewegungslos.

Bei meinem m√ľhsamen Versuch, trotz heftiger Panik innerlich still zu werden und den n√§chsten Handlungsschritt zu realisieren, wurde ein Impuls sp√ľrbar. Eine Art Ahnung, veranlasste mich, eine Frau anzurufen, die mit sieben Katzen, einem alten Hund und ihrem Mann in einem kleinen, einfachen H√§uschen etwas abseits der Ortschaften lebte. Obwohl es bislang wenig Kontakt zu beiden gegeben hatte, wies mich der Leidensdruck zum Handeln. Ich rief kurz entschlossen bei ihr an und lie√ü mich auf ihre Einladung hin samstags dorthin fahren. Dort in der K√ľche auf einer von Tierhaaren geschm√ľckten Liege sitzend √∂ffnete sich v√∂llig unerwartet etwas in mir. Wie durch den lautlos entstandenen Spalt einer T√ľre konnte ein milder Lichtstrahl eindringen und mich streifen.
Seit etwa 2 Wochen gab es kein Hungergef√ľhl mehr und selbst eine Mandarine zu essen kostete mich echte √úberwindung. Von schlanker Statur und bereits einige Kilos magerer geworden, zwang ich mir t√§glich notd√ľrftig ein paar Happen hinein, Beunruhigt beobachtete ich diesen Prozess, den ich nicht zu beeinflussen in der Lage war. Hier auf dem kleinen, verwilderten Landsitz sp√ľrte ich seit langem wieder einmal Geschmack an ein paar s√ľ√üen Pl√§tzchen. Welch eine √úberraschung! Ich durfte die Nacht dort gemeinsam mit schnurrenden und springenden Katzen verbringen und tat kein Auge zu. Obwohl die Nacht v√∂llig schlaflos geblieben war, gab es Augenblicke der Leichtigkeit, die ich dankbar genoss. √úberm√ľdet, ersch√∂pft und erneut von Dunkelheit gedr√ľckt, fuhr ich am n√§chsten Morgen zusammen mit der Frau in die Nachbarstadt, in der sie arbeitete. Vor Arbeitsbeginn begleitete sie mich zu einer √Ąrztin f√ľr Psychiatrie, und wir versuchten einen Notfalltermin zu ergattern. Es schien zun√§chst aussichtslos. Meiner Arbeitsstelle fern geblieben, ben√∂tigte ich die Krankschreibung von einem Arzt, der meine Lage zumindest ann√§hrend verstand.

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Angespannt und apathisch sa√ü ich im Wartezimmer ohne zu wissen, ob die √Ąrztin f√ľr mich zu sprechen sein w√ľrde. Nach geraumer Zeit verk√ľndete die Arzthelferin, es sei ein Termin ausgefallen und ich habe gro√ües Gl√ľck! Die √Ąrztin betrachtete mich mit einer Mischung aus Skepsis und N√ľchternheit. Wie sollte ich in diesem ver√§nderten Zustand f√ľr mich eintreten und zum Ausdruck bringen, was mir wichtig war? Anspannung und Unsicherheit meinerseits √ľberschatteten die Situation auf unangenehme Weise. Dennoch gelang es mir, deutlich zu machen, dass ein Klinikaufenthalt oder Vergleichbares f√ľr mich absolut nicht in Frage komme. Die Psychiaterin verschrieb mir Antidepressiva, die ich f√ľnf Tage lang probierte und dann nie mehr anr√ľhrte. Eine Therapie m√ľsse ich zumindest machen, so die √Ąrztin, das erwarte auch die Krankenkasse bei l√§ngerem Krankenstand. Es sei jedoch sehr schwierig, zeitnah einen Platz zu finden, bemerkte sie zum Abschied. Ich f√ľhlte mich grausig, hatte aber erst einmal sechs Wochen Luft!

Eine weitere, g√§nzlich neue Erfahrung f√ľr mich, der Arbeit 1,5 Monate fern zu bleiben. Der kalte, dunkle Schmerz meines Zustandes war so stark, dass mein ausgepr√§gtes Verpflichtungsempfinden dagegen zu einer unbedeutenden Idee schrumpfte.¬† Erst ein paar Monate sp√§ter versuchte der konditionierte Verpflichtungsdruck wieder an mir zu nagen. Aber es half alles nichts, Ich war noch nicht einmal f√§hig, regelm√§√üig am sozialen Leben teilzunehmen. Ein kleiner Spaziergang, ein kurzer Besuch und ich wurde magisch in den R√ľckzug, die besch√ľtzende Obhut meiner Wohnung gezogen.

Nur f√ľr Menschen, die √Ąhnliches erlebt haben, mag dies nachvollziehbar sein.

Aus gesellschaftlicher √úbereinkunft findet man f√ľr alles Bezeichnungen und Namen. So wird jedes Symptom, jeder Zustand mit einem Begriff versehen und dann, einem Automatismus folgend meist negativ bedeutungsschwanger. Mich hat es immer erstaunt, dass f√ľr die meisten Leute, die ihnen verpasste Diagnose dennoch mit einer eigent√ľmlichen Beruhigung einhergeht. Als sei die Krankheitsbezeichnung schon ein Schritt in Richtung Gesundung? Im Gegensatz dazu ist es mir wesentlich lieber, keine Etikettierung gleich einem festgelegten Urteil mit mir herumschleppen zu m√ľssen. Vielmehr m√∂chte ich angemessen subtil und einf√ľhlsam auf das reagieren, was sich im Moment zeigt!

Die √Ąrztin hatte von Burnout und Depression gesprochen. Was machte es eigentlich f√ľr den Verlauf des Geschehens f√ľr einen Unterschied, diese Bezeichnungen zu kennen? Aus der R√ľckschau kann ich klar und n√ľchtern sehen, dass damit weder f√ľr mich noch f√ľr die Effektivit√§t der verschiedenen erprobten Heilmethoden eine Inspiration, ein Segen oder irgendeine eine Besserung einherging. Jeder Tag verlief vom Morgen bis zum Abend wie ein Albtraum. Anders als bisherige depressive Episoden gab es keinerlei lichte Momente, keine Bewegung, keine Ver√§nderung der Schw√§rze. Es blieb innerlich Toten starr ohne jegliche Aussicht auf das mir sonst eigne Gef√ľhl von Lebendigkeit und beschwingter Lebensanteilnahme.

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Die reine H√∂llen Erfahrung okkupierte mich √ľber 10 Wochen nonstop bis sich die erste seelische Aufhellung f√ľr Minuten zeigte. Alle 4-6 Wochen erhielt ich einen Termin in der 35km entfernten Arztpraxis. Zu meiner Erleichterung dr√§ngte mich die Psychiaterin zu keinerlei weiteren Ma√ünahmen. Wenn ich ihr von meinen immer wieder neuen Bem√ľhungen mit alternativen Heilans√§tzen berichtete, lauschte sie, ohne ein Werturteil dazu abzugeben. Sie vertraute mir offensichtlich, dass ich das Richtige f√ľr mich tun w√ľrde. Daf√ľr bin ich dankbar!

Der Unterschied zu vorherigen Erfahrungen mit Panik und starker Bedr√ľckung bestand darin, sich nun blutleer¬† gleich einer Untoten des letzten Tropfens lebendiger Fl√ľssigkeit beraubt, zu f√ľhlen. ¬†Es machte den verst√∂renden Eindruck, als habe sich bereits meine K√∂rperchemie ver√§ndert w√§hrend die abwechslungsreichen¬† und vertrauten Stimmungsmelodien¬† v√∂llig fehlten. Und tats√§chlich best√§tigte die √Ąrztin meine Wahrnehmung und sprach von ver√§ndertem Gehirnstoffwechsel, der ein solches Burnout manchmal begleite und gravierende Auswirkung auf das Erleben habe.

Dies sind realistische Beschreibungen und durchaus keine Dramatisierungen der Sachlage. Vermutlich w√§ren die allermeisten Leute in solch einer Lage freiwillig und panisch in eine Klinik gerannt, h√§tten sich dort gerne mit Medikamenten bet√§uben lassen, um in der Obhut von √Ąrzten und Therapeuten, Erl√∂sung aus ihrer inneren Todeszelle zu finden. F√ľr sehr viele Mitmenschen w√§re dies vermutlich auch der einzige und richtige Weg gewesen, um keine Kurzschlusshandlung zu begehen und nicht v√∂llig durchzudrehen. In meinem Fall liefen die Dinge anders! Das Leben hatte mich in die extreme und grenzwertige Lage bei gleichzeitiger Enthaltung regelm√§√üiger Medikamenten-einnahme gef√ľhrt. Nur an einigen Tagen erlaubte ich mir winzige Mengen eines Beruhigungsmittels, um mein √úberleben zu sichern. So nahm ich das erstaunliche Geschehen wach und direkt wahr.

Meinen Lebensweg habe ich der Bewusstwerdung, dem inneren Wachstum und damit der Befreiung von falschen Vorstellungen gewidmet. Nun stand ich da, bar der Hoffnung, von √Ąrzten oder g√§ngigen Therapien echte, wirkungsvolle Unterst√ľtzung zu bekommen. Ich sah und f√ľhlte die Begrenztheit dessen, was von deren Seite f√ľr mich zu erwarten war rasch und klar.¬† Mein d√ľsterer Zustand blieb unver√§ndert. In dieser Verfassung musste ich nun auch noch einen gro√üen Umzug bew√§ltigen. Trotz praktischer Hilfen wurde jeder Handgriff, jeder Schritt sowie die erforderliche Organisation zur reinen Qual!

Mit dem Einzug in die neue, helle Dachwohnung im M√§rz 2011 blitzte nach Monaten der Finsternis kurzzeitig ein Lichtlein in meinem Gef√ľhlsk√∂rper auf. Obschon von vor√ľber gehender Natur, stellte es doch eine ermutigende Bewegung dar. Bis zum Herbst desselben Jahres erprobte ich empfohlene und scheinbar effektive alternative Heilmethoden und bestellte teure Kr√§ftigungsmittel von meinem mager ausfallenden Krankengeld. Meine Lage erhellte sich nur wenig.

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Dennoch stieg ich im November 2011 mit √§u√üerster Disziplin und Willensst√§rke erneut in die Arbeit als gemeinn√ľtzige Arbeitsberaterin und psychosoziale Beraterin ein.¬† Mein gerade geschiedener Mann wurde der Abteilungsleiter unseres Projektes. Fast t√§glich war ich nun gnadenlos mit seiner abrupt distanzierten Haltung mir gegen√ľber konfrontiert w√§hrend meine Gef√ľhle weiter freundschaftlicher Natur blieben. In den n√§chsten Jahren lie√ü ich mich auf die Erfahrung ein, diesen sehr nahen Menschen innerlich sterben zu lassen w√§hrend ich ihm weiter begegnete. In diesem Prozess wandte ich mich immer wieder dem F√ľhlen der aufkommenden Emotionen und Empfindungen zu bis ich langsam damit in Frieden kam. Inzwischen hatte ich meinen Platz im B√ľro verloren und ich sa√ü in einem 6m2 R√§umchen. Eine angemessene Einarbeitung oder Starthilfe gab es nicht. Ich musste den Informationen m√ľhsam hinterher laufen. ¬†Der Druck und die Leistungsanforderungen der beruflichen Aufgaben waren seit Jahren enorm gestiegen und ein Ende war noch nicht abzusehen. ¬†All diese Bedingungen trugen nicht dazu bei, die k√∂rperlich-seelische Verfassung zu stabilisieren; im Gegenteil.

Etwas musste geschehen, um meine seelischen Kr√§fte vollst√§ndig wieder zu erlangen! Ende Februar 2012 traf ich endlich auf einen Menschen mit gro√üer Klarheit und durchgreifend unterst√ľtzenden F√§higkeiten.¬† Im Laufe der folgenden Monate sp√ľrte ich allm√§hlich meine seelischen Kr√§fte weitgehend zur√ľckkehren. Lebensfreude und innere Harmonie wuchsen und ich erkannte mich als das gleichm√ľtig, vertraute Gesch√∂pf wieder. ¬†Mit den physischen Symptomen hatte ich weiter in auf und absteigenden Wellen zu tun. Der physische K√∂rper heilt wohl zuletzt!

Der Zusammenhang zwischen seelischem Ungleichgewicht und k√∂rperlichem Unwohlsein wies eindr√ľcklich darauf hin, mich konsequent um das innere Wohlergehen zu k√ľmmern. Mein hoch sensitives Naturell hatte mit der Krise¬† eine unerwartete Steigerung erfahren. Dies spiegelt sich einerseits in der verfeinerten Wahrnehmung emotionaler und k√∂rperlicher Vorg√§nge, die ich in mir und um mich herum eindringlich empfinde. Mir sind die Haltung und das Gestimmtsein eines Menschen, mit dem ich zu tun habe, direkt gegenw√§rtig. In einem Augenblick erlebe ich den Abdruck dessen in mir, sodass mich auch h√∂fliche Worte oder k√ľnstliches Verhalten nicht t√§uschen k√∂nnen.¬† Andererseits begleiten mich tiefes Verst√§ndnis, liebevolle Anteilnahme, gro√üe Geduld und Klarhei in den Beratungsgespr√§chen mit Menschen, die gesundheitlich oder psychisch aus dem Lot geraten oder auf der Suche nach einer Sinn gebenden Lebensorientierung sind. Ich wei√ü nun unumst√∂√ülich, dass wir den Fluss nicht anschieben k√∂nnen und dass jeder Mensch den eigenen Weg aus einer Krise zu finden aufgefordert ist. ¬†Wer eine √§hnlich tiefgreifende und ersch√ľtternde Erfahrung nicht durchlebt hat, ist meist nicht in der Lage, den langen Atem und echtes Verst√§ndnis f√ľr seinen in einer Ausnahmesituation sich befindenden Mitmenschen aufzubringen. Das schlie√üt auch Mediziner und Therapeuten mit ein. F√ľr den Hilfesuchenden ist es ratsam, neutral¬† beobachtend zu ersp√ľren, welcher Mensch als professioneller Helfer vor ihm¬† sitzt.

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Man m√∂ge¬† sich nicht vom sehnlichen Wunsch nach Gesundung und den kurzfristigen, schillernden Heilsversprechungen oder Angst sch√ľrenden Anordnungen blenden lassen. Wachsam bleiben und auf die eigene innere Resonanz vertrauen, ist jetzt wesentlich! Nur man selbst ist sich die oder der N√§chste!

Das Leben ist ein Abenteuer, ein Experiment, dessen Ausgang ungewiss bleibt. Achtsamkeit im Augenblick, Widmung an die Bewusstwerdung und die Entwicklung  leiten uns zum Wesentlichen, dem essentiellen Sinn unserer Existenz. Die hier beschriebene Höllen Erfahrung hat mich der Reste falscher Vorstellungen beraubt, nur einen Millimeter von dem Einen, der allumfassenden Lebenskraft getrennt zu sein. Es gibt nur die eine Allgegenwärtigkeit, derer wir alle und alles existierende Teil sind.

Ich fand meinen Weg aus einer extremen Krise bereichert heraus. Sie hat wertvolle Spuren hinterlassen sowie die Bereitwilligkeit und das ständige Üben, auf direktem Wege anzunehmen, was der Moment  hervorbringt.

Meine aufrichtige und tiefe Dankbarkeit gilt allen Beteiligten, die mir beigestanden haben!

 

 

√úber Swabodhi L.

Die Lebens- und Arbeitsberaterin aus K√∂ln begleitet Menschen, die in einer emotionalen Lebenskrise sind und eine innere Ausrichtung anstreben. Von Jugend an bewegt sie der starke Drang, das Menschsein in seinen H√∂hen und Tiefen zu ergr√ľnden:

„Nichts ist mir wesentlicher als der Pfad der Bewusstwerdung, dem ich mich voll und ganz widme. Die Synthese all meiner Schulungen, Ausbildungen und Lebenserfahrungen kristallisierte zu einem Werkzeug, dessen ich mich beim Coaching Einzelner und Gruppen bediene. W√§hrend meiner integralen Trainingsangebote wird die Art wie eine Bewegung ausgef√ľhrt wird, werden die innere und √§u√üerlich sichtbare K√∂rperhaltung der √úbenden zu einem offenen Buch, in dem ich zu lesen vermag. Mittels integralem K√∂rpertraining, Kampfkunstelementen, Tiefenentspannung, Massage und Gespr√§chen f√ľhre ich hierf√ľr offene Menschen sanft und allm√§hlich an verdeckte k√∂rperliche und emotionale Verh√§rtungen oder hindernde Gewohnheiten heran. Ich unterst√ľtze ihren Bewusstwerdungsprozess und deren Annahme dessen, was sich gerade zeigt.“

F√ľr R√ľckfragen: ursulay @ freenet.de

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