Antwort des letzten Einhorns – Lydia Proschinger

Wie ist’s mit der Esoterik? Kritik ist gut, aber manchmal schießt diese auch übers Ziel hinaus. Die Autorin beleuchtet unser Urteilen am Beispiel der Wissenschaft, in der auch nicht alles gesichert ist, wie uns oft Glauben gemacht wird.

Von Lydia Proschinger


Dieser Artikel richtet sich an alle, die irgendwann einmal in der Welt auf Dinge gestoßen sind, die von dem eigenen ISO Perfektheitsgrad abweichen, den man sich in der Welt zu sehen wünscht. Daher jetzt auch meine Warnung vor jeglicher Idealisierung der Wissenschaft, oder davor, vorzutäuschen, dass die Welt dort noch heil ist. Dem ist nämlich bei weitem nicht so. Mancher Blick hinter die Kulissen verfehlt sein Ziel. Vor allem, wenn man mit einer bestimmten kritischen Erwartungshaltung loszieht. Findet man dann nicht, was man sich wünscht, neigt man dazu, aus Enttäuschung sich nur auf das negative zu konzentrieren. Hat man negative Aspekte im Focus, und findet man die, so ist man schon nicht mehr offen für die positiven. Man setzt sich einen Filter auf die Brille und damit ist man schnell in Aburteilungen, die nicht hinterfragen. Daraus kann folgen, dass eine nicht allzu objektive Meinung geformt wird, die dann auch wieder andere beeinflussen kann.

Vielleicht hat sich in der Wissenschaft seit Galileo Galilei keiner mehr so richtig getraut, vom konventionellen Weg in die Unbegrenztheit der Möglichkeiten abzuweichen, weil das tödliche Konsequenzen haben kann? Kann sein, denn auch wenn es heute die Inquisition nicht mehr gibt, zumindest in dieser Form, so gibt es vergleichbare Institutionen, die dem Wissenschaftler seine Grenzen spüren lässt. Spätestens wenn es zur Geldfrage kommt, womit kontrolliert wird, was förderungswürdig ist, oder nicht. Aber das wäre jetzt eine Diskussion, die uns zu weit ab vom Thema führen würde. Wer sich hinter die Kulissen von egal welcher Industrie wagt, muss sich gefasst machen, etwas zu sehen, das mit der vorgespielten Realität nicht viel gemein hat. Es ist oft mehr Schein als Sein.

Wer sich mit der Esoszene etwas länger beschäftigt hat, der versteht, dass Eso nicht gleich Eso ist, und nicht mit ISO zu verwechseln ist. Es gibt keine allumfassende Definition davon. Auch wenn es der eine oder andere versucht alles, was dahingehend unterwegs ist, über einen Kamm zu scheren, gelingt es einem nicht, das, was echt Eso ist, von dem, was nun echt nur Humbug ist, auf den ersten Blick zu trennen. Das wäre eine Wissenschaft für sich.

Daher möchte ich darauf drängen, dass, wenn man sich schon die Mühe macht und Kritik übt an den Persönlichkeiten, denen der Bodenkontakt im Laufe der Jahre verloren gegangen zu sein scheint, man nicht vergisst, in welche Sphären man sich begibt. Denn, liebe Kritiker der Esoszene, Höhenflüge gibt es in der Wissenschaft wahrlich zu genüge. Bitte sorgen Sie dafür, dass die Menschheit auch davor rechtzeitig gewarnt wird!

Denn auch Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft. Es gibt keine einheitliche Definition dafür, was Wissenschaft eigentlich ist. Auch sind die Forscher sich selten einig. Nicht alle haben Todesmutige, die sich in die Stratosphäre lupfen lassen, um die Schallmauer auf dem Rückweg zu durchbrechen, und nicht alle landen heile auf mexikanischen UFO Teststrecken, ohne sich das Genick dabei zu brechen.

Vielen Forschern wurde schon der Geldhahn abgedreht, kurz vor dem Durchbruch. Viele mussten schon Federn lassen, im Namen der Konvention, weil man Ihnen den Ruf so zerstört hat, oder weil man Sie durch sehr ungehobelte Mobbingaktionen in den Wahnsinn getrieben hat. Ich werde hier keine Namen nennen, denn auch hier kann man schnell ins Schlittern geraten und wagt sich auf dünnes Eis.

Tatsächlich ist das eine sehr dunkle Zone. Manche Wissenschaftsliebhaber wollen das nicht gerne für wahr hinnehmen. Und daher wird es eine Angewohnheit, davor ein Auge zu schließen. Wie das Sprichwort schon sagt, sieht man den Balken im eigenen Auge nicht so leicht, wie den Span im Auge des anderen. Dass manche dann Meinungen entwickeln und sich damit in Gebiete wagen, mit welchen sie nicht ganz vertraut sind und daraufhin aburteilen, was sie vorfinden, erstaunt einen dann auch nicht mehr.

Egal wie „abgehoben“ die Praktiken oder Theorien der Esoterik erscheinen mögen: Wenn man schon voreingenommen in etwas hineingeht, muss man nicht erwarten, dass man dann mit neuen Erkenntnissen, oder Einsichten herauskommt. Denn das ist eben so bei unserem menschlichen Geist: Der funktioniert wie ein Fallschirm, und sorgt nur dann für eine sanfte Landung, wenn er sich öffnet. Besonders, wenn man geistige Höhenflüge macht. Auch in der Wissenschaft ist eine begrenzende Sichtweise eher unwissenschaftlich, dort muss man auch alle Möglichkeiten von Ergebnissen zulassen. Wenn es nicht so wäre, dann gäbe es bis heute kein Penizillin, würden sich die Ärzte noch immer nicht die Hände waschen, und man würde sich wundern, welche unsichtbaren Kräfte da herrschen.

Daher, wenn Autoren in manchen Büchern den Drang verspürten, mal so richtig abzulästern über esoterische Persönlichkeiten, kann man sich seine Sichtweise aussuchen und ihnen „Herzlichen Glückwunsch“ zum neuen Buch wünschen, weil sie so manch warnendes Wort an alle richten zu Momentaufnahmen aus einer Szene, die sie meinen, unter die Lupe nehmen zu müssen. Oder man kann all den Lesern „Herzliches Beileid“ aussprechen, deren Zeit mit dem Lesen des Buches draufgeht, und damit ihre Illusionen der Eso-Arroganz zum Opfer fallen. Lassen wir das mal wertungsfrei so im Raum stehen. Denn auch hier ist Zeit Geld.

Ein guter Tipp für alle, die mit Kritik nicht gut umgehen können: Tief durchatmen, bis zehn zählen… oder das Buch kurz weglegen und mit dem Hund Joggen gehen, etc. Wenn Papier geduldig ist, dann sind wir, die Fast-schon-erleuchteten, das schon lange! Man kann es nicht jedem recht machen.

Tatsache ist jedenfalls: Es gibt ihn nicht, den typischen „homo esotericus“. Und auch wenn es ihm so allmählich dämmert, erleuchtet ist er noch lange nicht. Somit muss man ihm auch das Recht einräumen, mal so richtig im Dunkeln zu tappen, um dann in einer Realität zu verweilen, in der es wenig Licht gibt. Im Dunkeln ist bekanntlich gut Munkeln.

Dunkel kann sehr viel Wissen schaffen in den Wissenschaften, und wer die Ambition hat, kann es sich zur Lebensaufgabe machen, Einhörner wissenschaftlich nachzuweisen. Es besteht dann die Möglichkeit, dass er dafür den Nobelpreis bekommt, der womöglich von denjenigen gesponsert wird, denen es nicht echt am Herzen liegt, die ganze nackte Wahrheit zu zeigen wie sie ist, und die sehr gut Lügen leben und verbreiten können, solange die sich gut vermarkten lassen und wenn die Formeln nur einigermaßen schlüssig sind.

Damit kann man dann auch sehr viele Diplome und Zertifikate verkaufen, die bescheinigen, dass der Eine oder Andere etwas gelernt hat. Der so genormte Mensch wird dann Arbeiterbiene, die den Industrien dienen kann, für Profit. Die sind es meist auch, die das Schulsystem und das Jobangebot steuern. Hinter diesen Kulissen sieht man dann, dass die es auch sind, die Kriege finanzieren, und sich mit der Geldpolitik auf so manchen Holzweg begeben… – aber danach fragt keiner. Man hängt sich nur daran, dass jemand in der Esoszene mit den Erkenntnissen, die er anzubieten hat, auch unerhörterweise seinen Lebensunterhalt verdient. Es stimmt natürlich, er könnte den Erlös in die Forschung zum Nachweis der Existenz von Einhörnern investieren, oder in Messtechniken zum Messen der Größe des Egos derjenigen, die sich in die Politik oder in die Forschung begeben.

Wollen wir das Ego lieber aus dem Esozickenkrieg herauslassen? Denn mal ehrlich: auch die auf harte Beweise bestehende wissenschaftliche Geschäftsbranche macht gutes Geld, und es mangelt dort auch nicht an Fantasie, wie man Wissen in Produkte umwandeln kann, und aus Blei Gold macht. Geht es hier wirklich nur um Begrifflichkeiten? Wenn ja, dann wäre ich dafür, dass ab sofort jeder Quantenheiler ein Higgs-Boson-Teilchen-Tuner genannt wird!

Lasst uns auch wie echte Wissenschaftler um lachhafte Bezeichnungen oder Begrifflichkeiten streiten, die sich kein Mensch merken kann. Es macht sich keiner die Arbeit, alle Nobelpreisforschungen minutiös nachzuvollziehen. So manch eine besonders große, selbsternannte und lustig gekleidete Eso-Leuchte würde den Egos von Wissenschaftlern (im Prozess des organisch wachwerdenden Bewusstwerdens) das eine oder andere Licht anknipsen.

Es gibt so viele photonische Noch-Nicht-Realitäten. Alles ist Licht, oder eben nicht!
Ich plädiere dafür, dass vor einer Anklage Beweise geliefert werden, und dass es endlich mal gesunden Menschenverstand vom Himmel regnet. Dann wäre einiges klar, nämlich: unsere einzige Lebensaufgabe besteht darin, zur Liebe zurückzufinden. Dafür wurden wir nämlich bei der Geburt ausgestattet und zertifiziert. Aus dem Licht, durch das Dunkel, zurück ins Licht. So ist die Reihenfolge der Seelen-Gratwanderung, die man hier durchstehen muss.

Denn das Leben selbst ist die Schule. Würden Menschen Liebe leben, könnten alle anderen Schulen zumachen. Auf unbestimmte Zeit, aber spätestens bis zu dem Zeitpunkt, zu dem es das absolute Wissen gäbe. Bis dahin bekommt man erst von ganz schlauen Wissenschaftlern ein Chip gesetzt, und erhält als Baby schon einen „Upgrade“ vom Standardwerk „Wissen“ nach ISO-Zertifizierung auf die DNA gespeichert.

Was für eine Realität wäre das? Eine, in der alles Friede, Freude, und Eierkuchen ist? Dann erübrigt sich der Buchhandel, und die Berufssparte „Lehrer“ gäbe es nicht mehr. Dann wäre es ein Leben in einer Welt, in der der Wandel Selbstverständlichkeit ist. Jeder wäre sich seines unbegrenzten Potenzials so bewusst, dass er es nur nach L-EGO-Baukastensystem entwickeln muss. Soviel dann zum „individuellen“ Weg. Zum Glück ist die Bewusstwerdung bis dahin ein individueller Prozess, denn dafür gibt es noch keine ISO-Nummern.

Ich stehe dazu: Lieber bin ich ein dummer, auf sein Herz hörender Quantenheiler, als ein vom Verstand und dessen Komplize Gier dominierter und gekaufter Wissenschaftler, oder anderer herzloser Verstandesmensch, der ungenauen Messgeräten Glauben schenkt, und Formeln, die im Bereich der Wahrscheinlichkeit operieren, aber die Wahrscheinlichkeit von Einhörnern anzweifelt…

Ich hoffe mein Humor ist durchgesickert. Aber ich beginne die wahren Gründe zu verstehen, warum Einhörner, diese reinen und edlen Fabeltiere, es vorziehen, ins Land der unbegrenzten Quanten-Minestrone der menschlichen Vorstellungskraft auszuwandern.

Lieben Gruß,

Das letzte Einhorn


Autorin: Lydia Proschinger

https://lydiaproschinger.com
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