Lamm, Hase, Ei? Die Symbolik von Ostern – Natascha Stevenson

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© Xenya / photocase.de

Das christliche Fest ist ganz und gar präsent, selbst für Menschen anderen Glaubens, denn wo man auch hinsieht, werden die österlichen Symbole in Form von Dekoration und Lebensmitteln angepriesen: Lamm, Ei, Hase. Warum aber verbinden wir gerade diese Symbole mit Ostern? Und wo steht nun das Ei, der Hase oder das Lamm in der österlichen Rangordnung?

von Natascha Stevenson

 

Erst einmal ist zu sagen, dass Symbole und Riten des Osterfestes, wie der Osterhase, das Eierfärben und das Verzehren von Osterlämmern als solche keine Besonderheiten des Abendlandes sind. 325 n. Chr. wurde das Osterfest auf dem Konzil von Nizäa offiziell eingerichtet. Bei den Römern und Germanen galt der Hase bereits lange als Symbol der Fruchtbarkeit und Zeugungskraft. Doch der uns bekannte Osterhasenbrauch entstand erst vor rund 300 Jahren. Im 19. Jahrhundert setzte sich der Glaube an den Hasen als Überbringer der Eier vollends durch.

Die Ursprünge des Wortes „Ostern“ sehen Wissenschaftler in vielfältigen Begriffen und Traditionen. Manche leiten den Begriff von der Fruchtbarkeitsgöttin Eostre, der babylonisch-assyrischen Kultur, von heidnischen Bräuchen, von der Himmelsrichtung Osten, oder dem altgriechischen Wort „Eos“ ab.

Symbolik des Osterlamms

Im europäischen Altertum gehörte das Lamm zu den häufigsten Opfertieren. So auch bereits in der jüdischen Tradition, bei der zum Passahfest im Gedenken an Gott ein Lamm geschlachtet und gegessen wurde. Dieser Aspekt des Opfers ist auch in dem sich opfernden Jesus Christus wiederzuerkennen, darum gilt das Tier als dessen Symbol. So verweist selbst das Judentum mit dem Lamm auf den kommenden Messias.
Oft wird das Tier auch simpel als Symbol für die Kirche und die vier Evangelien verwendet, besonders in der bildenden Kunst. Das Lamm verbildlicht hier mit seinem weißen Fell Unschuld, Reinheit und friedliche Lebensweise.
Diese Symbolik ist uns bis heute geblieben. Im frühen Christentum hat man jedoch auch geschlachtetes Lammfleisch zur Weihung unter den Altar der Kirche gelegt, welches dann als erste Mahlzeit am Auferstehungstag dienen sollte. Heute legen wir, statt frischen Fleisches, ein kleines Körbchen mit gebackenem Osterlamm an dieselbe Stelle.

Symbolik der Ostereier

Auch das Ei ist ein weit verbreitetes und schon im alten Babylonien, Ägypten und Persien verwendetes Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit, und war als solches bereits in der christlichen Missionierungsphase bekannt. Zudem wird ihm auch in zahlreichen Mythen von der Entstehung der Welt eine wichtige Rolle zugeschrieben – man denke nur an das brühmte sog. „Welten-Ei“ aus Japan, Finnland, Griechenland, China, Ägypten, Indien und anderen Ecken der Welt.
Das Bemalen von Ostereiern ist spätestens seit dem 12. Jahrhundert belegt. Bereits vor 1000 Jahren verschenkten Priester rot gefärbte Eier an die Gläubigen, die symbolisch für den auferstandenen Jesus standen. Früher durften Eier außerdem erst wieder ab Ostersonntag gegessen werden, denn während der Fastenzeit waren diese für den Verzehr tabu.

Symbolik von Hase und Osterhase

Ohne den Hasen könnte man sich heute das Osterfest kaum noch vorstellen. Zweifelsohne gehörte und gehört der Hase zu der Gruppe von Fruchtbarkeitssymbolen. Manche gehen davon aus, dass auch aufgrund der hasenköpfigen germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Oestra bzw. Eostrens eine Assoziation zwischen Ostern und dem Hasen entstanden sein.
Seine Symbolik wird mit dem „Leben bringenden“ Hasen, der uns also die Ostereier beschert, unterstrichen. Doch ist der Eier bringende Hase nicht unbegrenzt akzeptiert. Im Judentum galt dieses Nagetier zu den unreinen Tieren, ebenso im frühen Christentum, und war sogar eher unbeliebt. Da man in der Bibel keine deutlichen Hinweise darauf findet, dass ein Hase etwas mit Ostern zu tun hat und gar die Eier bringt, tun sich da tatsächlich manche schwer. Der Brauch wurde1682 erstmals schriftlich festgehalten. In anderen Teilen Deutschlands und der Schweiz brachten zum Beispiel ganz andere symbolische Tiere die Ostereier: Fuchs, Kuckuck, Storch und Hahn!

Eine weniger präsente Symbolik: Osterfeuer und Osterkerze

Für viele Kirchgänger unter uns wird die Osterkerze und das Osterfeuer als untrennbarer Bestandteil des Osterfests während der Osterwache empfunden. Die Auferstehung Jesu wird durch die Kerze symbolisiert und das Leben durch das scheinende Licht oder sog. „Feuer“. Noch vor Jesus Zeiten veranstalteten die Germanen Frühlingsfeuer, um den Winter zu vertreiben. Das Entzünden des Osterfeuers gehört somit zu althergebrachten Bräuchen aus vergangenen Jahrhunderten. Im weiteren Sinne fungierten diese Feuer auch als Symbol für das bevorstehende Wetter, sowie die dadurch entstandene Asche als Dünger zur Förderung der Fruchtbarkeit des Landes.

TIPP: Osterns Mondqualität nutzen

Der Mondkalender lässt uns wissen, dass das verlängerte Feiertagswochenende im Element des Wassers stehen wird. Samstag, Ostersonntag und eingeschlossen Ostermontag werden besonders wirkungsvolle Tage für leichte Pflanzenpflege sein, also Gießen, Düngen und die gezielte Schädlingsbekämpfung. Außerdem soll das Pflanzen von Blattgemüsen sehr erfolgreich werden. Ernährungstechnisch bewirkt der Mond an diesen Feiertagen, dass wir eine begünstigte Aufnhame von Kohlehydraten haben werden, die wir im Hinblick auf das Fasten oder Osterschlemmen vielleicht einkalkulieren sollten.

 

Über Natascha Stevenson:

Ernährungsbewusste Allround-Künstlerin Jahrgang 1989; als Junior Editorin und Webredakteurin für MYSTICA & Seinswelten tätig.

www.nstevenson.jimdo.com

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