Harmonie und Energie in der Natur tanken – Peter Wolf

von Thomas

NaturSpaziergang2Natur tut gut – diese Erkenntnis ist nicht neu. Peter Wolf bietet seit einiger Zeit ganz besondere Naturspaziergänge an, die mit speziellen Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen gewürzt sind. Gute Anregungen für ein bewusstes Auftanken in der Natur, das Spaß macht.

Von Peter Wolf


„Nehmen Sie die Geschwindigkeit der Natur an – ihr Geheimnis ist Geduld.“
(Ralph Waldo Emerson)

Spannungen und Disharmonien in Teams kosten Unternehmen und Sportvereine Geld und verhindern das Erreichen von Saison- und Jahreszielen. Oft sind Stress, Sorgen, Ängste und die fehlende Chemie untereinander der Grund. Fehlende Kommunikation untereinander und manchmal seit langer Zeit verhärtete Standpunkte, machen ein reibungsloses Funktionieren der Mannschaft unmöglich.

Statt langer Mediationssitzungen und Wochenendseminare über Konfliktlösungen, hilft oft schon ein gemeinsamer Spaziergang, bei dem alle aus ihrem bekannten Umfeld genommen und mit einem neuen Ziel durch die Natur geführt werden. In maximal 4 Stunden ist das Team erholt, versteht sich oft wesentlich besser und arbeitet in Zukunft harmonischer. Die „Nacharbeit“ durch Newsletter und E-Mail Coaching sorgt dafür, das die gelernten Dinge im Gedächtnis bleiben und angewendet werden.

Wenn ich mit einer Gruppe zum einem „Harmonie- und Energie-Spaziergang“ aufbreche, sind die meisten Teilnehmer im Kopf noch Zuhause oder bei der Arbeit. Ihre Problem beschäftigen sie und für viele ist der Spaziergang mehr Pflichterfüllung als lustvolles Bewegen in der Natur um die Energien wieder aufzuladen. Viele berichten nachher, dass sie bis zu 3x mehr Energie von diesem Spaziergang mitgenommen haben, als gewohnt. Manche berichten, dass sie noch eine Woche später die tiefe Erholung in sich gespürt haben.

Teams spüren sogar noch Monate später die positiven Nachwirkungen, weil viele die einfachen Übungen mit nach Hause nehmen und wiederholen. In Verbindung mit der Erinnerung an diese Stunden, verschwinden Spannungen und Stress in der Gemeinschaft. Während der Arbeitspause findet man immer einige Minuten, um mehr Entspannung und Harmonie zu bekommen. Sogar während Telefonaten, Teamgesprächen und im Aufzug kann man diese Übungen schnell umsetzen.


Aller Anfang ist Achtsamkeit und Loslassen

Die Spaziergänge fangen häufig ein paar Minuten später an als geplant, damit die Teilnehmer erst einmal „ankommen“. Sie sollen bemerken, dass sie in der Natur sind. Häufig sieht man nach ein paar Minuten wie längere Blicke auf die Bäume und Sträucher fallen. Die Gesichter entspannen sich ein wenig, die Schultern sinken und manche fangen entspannt an zu plauschen.

Das ist der richtige Zeitpunkt für den Anfang. Ich bitte alle, vor ihrem inneren Auge den Körper zu scannen. Dabei sollen sie sich vorstellen, wie ein Wasserfall auf sie herab und durch sie hindurch fällt. Wo fließt das Wasser schnell, wo langsam? Wird es irgendwo blockiert oder verschmutzt? Das Ergebnis soll sich jeder auf einen inneren Notizzettel malen, auf dem der Körper in Umrissen abgebildet ist. Rote Kreuzchen bedeuten Problemstellen.
Dicke rote Kreuze sind große Probleme.

Je nachdem wie sich die Gruppe zusammensetzt, beginnen wir mit einer Übung für die Füße, Hände oder Nacken. Sie hört sich relativ einfach an, fordert aber bei allen mehr Konzentration als erwartet. Wir konzentrieren uns 5 Minuten lang auf einen Körperteil, der beim Wandern in der Regel erst bemerkt wird, wenn er Probleme hat.

Eins der besten Beispiele ist der Nacken- und Schulterbereich. Versuchen Sie einmal, während 5 Minuten nur auf die Partie zwischen Kopf, Schulterblättern und Oberarme zu achten. Nichts machen oder verändern, einfach nur auf den Bereich „hören“. Das kann ganz schön anstrengend sein. Nach wenigen Augenblicken schweifen die Gedanken ab und man muss sich neu konzentrieren. Die Schulterpartie wird warm und schwer. Man fühlt den Nacken plötzlich anders und die Arme baumeln ungewohnt am Körper.

Wenn Ihre Gedanken abschweifen – holen Sie sie einfach wieder zurück. Nicht weiter darüber
nachdenken, sondern einfach wieder auf die Schultern achten. Nach 5 Minuten hat sich Ihre Meinung über diesen Körperbereich verändert. Sie fühlen sich dort warm und lockerer wie vorher, aber auch unsicher. Die Bewegungen wirken fremd aber irgendwie besser.

Es folgt ein weiterer kurzer Scan des Körpers. Bei manchen hat sich bereits etwas verändert,
wie beim Weitergehen festgestellt wird. Andere finden neue Baustellen bei der Durchsicht.


Atmen

Fünf Minuten später ist es Zeit für einige leichte Yoga- und Qigonübungen. Verbunden mit der richtigen Atmung werden einige Minuten lang die Meridiane des Körpers gedehnt, gestreckt, gesäubert und mit frischer Energie geladen. Wie die meisten holistischen Übungen, brauchen auch diese einige Zeit und mehrere Tage Wiederholungen bis sie richtig wirken, aber die meisten Teilnehmer haben schon nach dem ersten Mal erstaunliche Erfahrungen.

Alle Übungen gehen von der Grundposition aus, die ich hier beschreiben möchte. Sie ist einfach, macht Spaß, bringt viel Energie, erdet, harmonisiert und entspannt. Sie müssen natürlich nicht in den Wald oder auf die Wiese gehen um sie zu üben, sondern können das auch im stillen Kämmerlein oder im Büro.

Stellen sie sich entspannt hin. Die Füße stehen schulterbreit auseinander. Das heißt, die Außenseiten der Füße bilden eine gerade Linie mit den Außenseiten der Schultern. Die Schultern bilden eine Linie mit der Hüfte und den Ohren. Der Kopf ist aufrecht und nicht nach vorne gebeugt. Die Arme hängen locker von den Seiten herab, die Finger sind entspannt. Kiefer, Stirn, Nacken- und Lendenbereich werden ebenfalls entspannt. Atmen Sie einige Male tief und entspannt. Dazu hören Sie erst ein wenig auf Ihren Atem. Wieviele Herzschläge dauert einmal ein und wieviele einmal ausatmen?

Nun beginnen Sie, mit jeder Einatmung genauso entspannt erst den Unterbauch, dann die Mitte und zum Schluß den Brustkorb zu füllen. Dadurch kommt viel mehr Atemluft in den Körper und die Lungenkapazität wird besser ausgenutzt. Gleichzeitig werden die Organe massiert, die Rippen bewegt und der Bauch ein wenig gedehnt. Beim Ausatmen beginnen Sie ebenfalls im unteren Bereich und arbeiten sich bis zum Schlüsselbein hoch. Sie sollten dafür höchsten 1-2 Herzschläge länger brauchen als vorher.

Die übliche Reaktion ist ein fortgesetztes Gähnen, weil sich der Köper über diese Art der Atmung freut und verbrauchte Energie dadurch verstärkt ausleitet. Wir bleiben ein paar Minuten so stehen, korrigieren immer wieder die Körperhaltung und den Atem und achten darauf, dass wir uns dabei gut und entspannt fühlen.

Nun heben wir die Hände von den Seiten in Höhe des Nabels und lassen sie dort etwa 1 Handbreit vor dem Körper ruhen, ohne dass sie sich berühren. Atmen Sie ruhig und entspannt weiter. Mittlerweile sollte die Atmung tiefer sein und länger dauern. Oft halbiert sich innerhalb weniger Minuten die Atemfrequenz und man wird ruhig.

Danach folgen mehr Übungen die darauf aufbauen. Während des folgenden Spaziergangs ist die Atmung jedoch wesentlich tiefer und besser als vorher. Der Körper hat eine größere Grundspannung, die aber nichts mit gestresster Anspannung zu tun hat. Durch die gemeinsame Erfahrung verringern sich die Spannungen zwischen den Teilnehmern.


Sinne

NaturspaziergangText1Nach ca. einer halben Stunde halten wir an einer Baum- oder Gebüschgruppe. Je zwei Personen stellen sich um einen Baum oder Strauch. Die Teilnehmer schließen die Augen und sagen, was sie fühlen. Luft, Sonne, Wasser – wenn es regnet – sind oft die ersten Eindrücke. Dann erweitert sich die Gefühlszone und es kommen andere Dinge hinzu. Manche fühlen wie kleine Insekten über den Arm fliegen, oder hören in der Ferne, wie ein Motorflugzeug über den Himmel brummt.

Der Duft des Waldes steigt in die Nase und bringt bei vielen Erinnerungen. Das Bad im Tannennadel Badezusatz, ein Spaziergang mit der großen oder ersten Liebe, Cremes, Tees oder Bonbons kommen wieder in den Sinn.

Nun bitte ich alle, die Hände etwa drei Handbreit entfernt ganz entspannt vor dem Baum oder Strauch zu halten und dabei tief zu atmen, wie bei der ersten Atemübung. Wenn sich alle eingefunden haben, bitte ich sie zu sagen, wie sie die Nähe des Baumes empfinden und ob sie ihn fühlen können. Dann folgen einige Übungen, die den Sinn haben, sich mit der Energie der Pflanze zu verbinden. Was sich für viele merkwürdig anhört, ist für den größten Teil aus der Gruppe nur eine Frage der Sensitivität. Es kribbelt in der Hand, das Gesicht wird angenehm warm, das Blut in den Füßen macht sich bemerkbar, oder man spürt eine angenehme Benommenheit, die die Atmung nochmals vertieft.

Als Abschluss probieren wir den gezielten Energieaustausch mit dem Baum oder Strauch und verbinden uns mit unterschiedlichen Naturenergien. Die Teilnehmer sind danach nochmals viel entspannter, ausgeglichener und lockerer geworden. Das Gefühlte und eigene Erfahrungen mit ungewöhnlichen Situationen in der Vergangenheit werden nun oft offen besprochen.
Dabei setzen wir den Spaziergang fort.


Steine

Den tiefsten Punkt des „Herunterfahrens“ erreichen wir, wenn wir ein Feld von Steinen, einen Steinbruch oder zumindest ein paar natürliche und schöne Steine auf dem Weg finden. Steine zählen zu den ältesten Bewohnern der Erde und haben die niedrigsten Schwingungen.

Menschenleben dauern für sie im übertragenen Sinne ein paar Atemzüge. Sie sind perfekt, um zur Ruhe zu kommen. Stress und Hektik verschwinden bei ein er guten Meditation mit Steinen sehr schnell und perlen relativ lange danach ab.

Bei großen Steinen stellt man sich darauf, kleinere Steine hält man in Hand. Man versucht, sich mit ihnen zu verbinden und ihre Kraft und Energie zu spüren. Wir gehen ähnlich wie bei den Bäumen vor und nehmen uns genug Zeit. Manche Teilnehmer sagen „Der will mich nicht, ich nehme einen anderen“, wobei die Entscheidung kurz darauf durch einen zufriedenen Gesichtsausdruck und geschlossene Augen bestätigt wird.

Die Verbindung zu Steinen macht langsam und träge – im positiven Sinn. Die Zeit scheint langsamer zu gehen und viele haben eine große Wärme in den Beinen und Füßen. Wenn die Übung abgeschlossen ist, dauert es einige Minuten, bis man wieder auf Touren kommt.

Die Erfahrung ist aber sehr nützlich, wenn man aufgeregt, gestresst und hippelig ist oder einen entsprechenden Tag in der Firma hat. Man fasst seinen Stein in der Tasche an oder denkt an den Lieblingsstein im Wald, um zur Ruhe zu kommen. Wer es einmal ausprobiert hat weiß, wie hilfreich das sein kann. Balance und Energie

Nach einer Steinmeditation muss man wieder in Schwung kommen. Wir machen ein paar Übungen, mit denen man die Energie der Sonne und der Luft aktiviert. Als Erstes stellen wir uns so auf den Weg oder die Wiese, dass alle Teilnehmer genug Platz mit den Armen nach außen haben.

Wir atmen ein paar Mal tief ein und aus, dann stellen wir uns auf ein Bein. Diese Position halten wir 10 Atemzüge lang und strecken dabei die Arme zur Seite. Danach folgt das andere Bein. Im Yoga gibt es eine ähnliche Stellung, die dazu dient, die eigene Mitte wieder zu finden und in unruhigen Zeiten zur Ruhe zu kommen. Wenn man nur auf einem Bein steht und sich darauf konzentrieren muß das Gleichgewicht zu halten und trotzdem entspannt zu bleiben, der hat keine Zeit, sich um andere Probleme zu kümmern. Die Gedanken bekommen eine Atempause, während man sich so konzentriert.

Hier stelle ich den Teilnehmern das untere Kraftzentrum im menschlichen Körper vor, dass auch „Bewegungszentrum“ oder „Dan Tien“ genannt wird. Wenn man damit arbeitet, kann man die Vitalität, Kraft, Beweglichkeit und Ausgeglichenheit erheblich steigern. Das Prinzip ist relativ einfach, aber selbst in asiatischen Klöstern gelingt es kaum einem Mönch das volle Potential dieses Zentrums abzurufen. Alle spektakulären Bruchtests mit Steinen und viele der unglaublich anmutenden Kampfkünste haben ihre Wurzel in diesem Bereich.

Es folgt eine einfache Energieatmung, die innerhalb einer Minute viel Kraft gibt. Dann zum Beleben etwas asiatische Gymnastik und einige Dehnungsübungen. Wichtig ist, dass die Übungen nicht anstrengend, sondern effektiv sind. Das gilt für alles während des Spaziergangs.

Es darf nicht anstrengend, verkrampft, hektisch oder mit Gewalt passieren. Alles fließt und ist entspannt. Der Atem ist dabei das wichtigste Hilfsmittel des Körpers um sich mit frischer Energie aufzuladen, Spannungen wegzuatmen und verbrauchte Energie schnell auszuscheiden. Bei Seitenstichen während eines Langlaufs z.B. ist ein bewährtes Hilfsmittel in die schmerzende Stelle zu atmen, sie zu entspannen und den Schmerz aufzulösen. Das hat mir in meiner Zeit in der ich Halbmarathons gelaufen bin, sehr gut geholfen.

Nachdem wir uns belebt haben, koordinieren wir für 5 Minuten die Schritte mit dem Atem. Erst drei Schritte ein- und drei Schritte ausatmen. Dann vier Schritte usw. Viele haben nach dieser Zeit sieben oder acht Schritte gebraucht, also fast eine Verdreifachung! Die Geschwindigkeit bleibt dabei gleich.
Wo wir so schön in Schwung sind, kommen auch die Gespräche besser in Gang. Wir reden solange es Spaß macht und befühlen dann Pflanzen und Bäume. Jeder der möchte macht mit und sagt, was er dabei empfindet.


Meditation

An dieser Stelle bleiben wir stehen und schließen die Augen. Wir machen einige einfache Übungen mit dem Energieball und verbinden ihn mit Atmung und den vier Elementen. Durch den Energieball lädt man sich mit frischer Energie auf. Anfangs wirkt es noch etwas ungewöhnlich, aber sobald die Menschen die Wirkung bemerken, gehen sie darauf ein.

Nachdem wir fast wieder beim Startpunkt sind, gibt es die letzte Meditation. Sie heißt „Kraft aus den Wolken“, entspannt und regt die Kreativität an. Nach dieser Übung bekommen viele Menschen neue Ideen und lösen Probleme schnellere und auf andere Art als bisher.

Wolken zählen wie Steine zu den ältesten Dingen auf der Welt und versorgen die Erde mit Wasser. Ohne sie gäbe es kein Leben in der Form, wie wir es kennen. Sie sind überall, scheinen federleicht wenn sie weiß und gewaltig, wenn sie dunkle Gewitterwolken sind. An ihnen kann man die Veränderungen beobachten und dass im Grunde doch alles gleich bleibt. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ – und doch ist alles immer wieder neu.


Ziel

Alle treffen am Zielpunkt ein. Die Teilnehmer sind entspannt, gelöst und die Gruppe ist sehr viel harmonischer. Zum Abschluß scannen alle nochmal ihren Körper und vergleichen die angekreuzten Problempunkte mit dem jetzigen Zustand. Bei vielen haben sich Verspannungen und unharmonische Punkte gelöst oder zumindest verbessert. Alle bekommen meine Internetadresse und die E-Mail Adresse für Fragen und Hilfe zum Thema.


Dran bleiben

Alle Teilnehmer bekommen auf Wunsch einen kostenlosen wöchentlichen Newsletter, in dem Sie an die Übungen erinnert werden, aufbauende Zitate, Geschichten oder neue Techniken finden. Ein kleines Coaching ist per E-Mail möglich. Dadurch umgeht man die Falle, dass man eine neue Technik oder Idee gut findet, sie aber nach der ersten Durchführung nicht in den Alltag integrieren kann. Sobald man vom „Tagesgeschäft“ eingeholt wird, ist kein Platz mehr dafür. Durch regelmäßige Erinnerung daran bleibt die Idee wach und wird eher umgesetzt.

Fotos und Text: Peter Wolf

www.enerchiflow.de

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