Die Hollywood-Therapie – Ruediger und Margit Dahlke

von Thomas

Wer dachte, Spielfilme seien etwas fĂŒr Kinder oder gelangweilte Erwachsene, liegt falsch! Filme sind fĂŒr uns alle ein viel wichtigerer Bestandteil unserer Kultur, als wir glauben. Kaum jemand erkennt ihren therapeutischen Wert
 anders jedoch Ruediger und Margit Dahlke! Hier erklĂ€ren die beiden  einleuchtend an ausfĂŒhrlichen Beispielen, warum der Film-Konsum heute eine elementare Rolle fĂŒr das Individuum spielen kann.

von Ruediger und Margit Dahlke

 

Was Filme ĂŒber uns verraten…

Platons Vorstellung, dass hinter jedem Ding eine Idee ist, hat unser beider Leben geprĂ€gt, und so finden sich die Lebensprinzipien als tiefere Ordnung im Hintergrund allen Geschehens – hier als „LebensbĂŒhnen“ dargestellt. TatsĂ€chlich berĂŒhren Filme verschiedene Ebenen, und wer möglichst viele von ihnen in den Blick nimmt, hat mehr von den Leinwandwerken. Wer mag, kann insofern dieses Buch auch als filmisches Lehrbuch ĂŒber Lebensprinzipien, Archetypen oder Urprinzipien verwenden. Selbst wer das gar nicht beabsichtigt, wird nicht vermeiden können, nebenbei eine Ahnung von dieser tieferen und ursprĂŒnglicheren Ebene der Wirklichkeit zu bekommen.

Hollywood ist heute ein Synonym fĂŒr Filme geworden – gute und schlechte. Daher haben wir den Titel „Hollywood-Therapie“ gewĂ€hlt. TatsĂ€chlich stammen viele der beschriebenen Filme aus anderen LĂ€ndern und Quellen. Aber fĂŒr viele Menschen und auch fĂŒr uns beide hat die persönliche Beziehung zu Filmen mit Hollywood begonnen.

 Filme sind in unseren Augen die neuen MĂ€rchen, die heute wichtigste Quelle von Seelenmustern oder Archetypen, nachdem die meisten die Verbindung zu den Mythen und MĂ€rchen der eigenen Kultur aufgegeben oder mindestens vernachlĂ€ssigt haben. Unsere psychosomatische Arbeit hat uns – je Ă€lter wir wurden, desto mehr – deutlich gemacht, wie dringend wir diese Seelennahrung brauchen. Filme sind fĂŒr uns also ungleich mehr als Unterhaltung, auch wenn oberflĂ€chliche Zerstreuung natĂŒrlich eine ihrer Wirkungen ist. Sie können uns aber auch im Gegensatz dazu erheben und wie MĂ€rchen unserer Seele eine Art Höhenpsychologie schenken. Auch Tiefenpsychologie vermitteln sie natĂŒrlich und können uns in den Tiefen seelischer Verwicklungen noch Orientierung geben.

 

MÀrchen und Mythen, TrÀume und Filme

Die meisten Modernen haben nicht nur ihre MĂ€rchen und Mythen vergessen, sie erinnern sich auch kaum mehr an ihre TrĂ€ume. So mĂŒssen Filme auch die Funktion von TrĂ€umen weitgehend mit ĂŒbernehmen. In der alten Zeit wurden TrĂ€ume wahr und wichtig genommen und befruchteten das Leben. Das fehlt uns heute so sehr. Ein Segen, dass Filme uns inzwischen Ă€hnlich real erscheinen wie frĂŒher TrĂ€ume. Solange wir trĂ€umen, wirkt der Traum real; solange wir Filme schauen, sind sie Ă€hnlich wirklich, weil wir in ihre Bilder-Welten ebenso eintauchen und sie in Resonanz zu unserer inneren Seelen-Bilder-Welt treten. Der stimmige Film im passenden Moment kann uns helfen, die Vergangenheit zu verarbeiten und zu erkennen, wer wir waren, um so mit unerledigten GeschĂ€ften fertig zu werden.

Er kann uns aber auch durch Belebung unserer TrĂ€ume die Zukunft an die (Lein-)Wand malen, ihr Gestalt und Struktur geben und uns selbst Hoffnung und Sinn. So kann ein Film uns erleben lassen, wer wir sein könnten, wenn wir es wagten, seiner Botschaft zu folgen, sie uns zu Herzen nĂ€hmen und unsere Seele davon berĂŒhren ließen.

Und er kann uns – welch wundervolle Magie! – ganz in den Augenblick versetzen und uns helfen, die Gegenwart zu genießen.

Und so wie TrĂ€ume die Seelen-Bilder-Welt jede Nacht wieder in Ordnung bringen und halten, können Filme allabendlich Ähnliches leisten. Ohne Zweifel erleben wir nach einem erhebenden Film eine schönere und sogar wundervollere Nacht als nach einem herabziehenden und -setzenden StreitgesprĂ€ch, einer entwĂŒrdigenden Talk- oder Casting-Show. So können (und mĂŒssen tatsĂ€chlich) Filme heute eine wichtige Rolle in der Seelenhygiene ĂŒbernehmen.

Filme bilden Lebensgeschichten und -muster ab, Archetypen und Lebensprinzipien. Sobald sich diese Muster mit unserer eigenen Seelenwelt verbinden, sie uns tief im Innern berĂŒhren, kann Entwicklung geschehen und sich Selbsterkenntnis ergeben.

Filme bedienen sich vieler Ebenen zugleich: natĂŒrlich jener der Bilder, die die Seele ansprechen, aber auch der gesprochenen Sprache, die unsere GefĂŒhle berĂŒhrt, ebenso wie der Musik, die nie fehlt und so bewegen kann. Nicht zuletzt beschĂ€ftigen sie unseren Geist. Sie haben wie TrĂ€ume die Möglichkeit, Phantasien in lebendige Bilder umzusetzen und uns beliebig durch Raum und Zeit reisen zu lassen. Nicht immer logisch und manchmal nicht mal chronologisch, sind sie doch fast durchwegs analogisch und berĂŒhren mit ihren Analogien unsere tieferen Seelenebenen. Sie kennen ungleich weniger Grenzen und BeschrĂ€nkungen als unser reales Leben und ermöglichen so Inspiration und Anstoß zu Höherem und GrĂ¶ĂŸerem, Erhabenerem und Erhebenderem. Obendrein können sie helfen, dem „Schattenprinzip“, unserer anspruchsvollsten Lernaufgabe, gerecht zu werden. Sie mĂŒssen Sinn machen und ergeben Sinn und bringen diesen so oftmals in unser Leben zurĂŒck.

Filme sind unter den Formen der Kunst die vielfĂ€ltigste und vielschichtigste und stellen die wesentlichste moderne Kultur- und Symbol-Quelle dar. Sie berĂŒhren Seele und Geist, und selbst der Körper geht, reitet und liebt beim Zuschauen mit. Filme verkörpern Muster, beseelen uns aber auch, wenn wir ihre Botschaft begreifen und zugleich beherzigen.

Dieses Buch will die Welt der Symbole wieder nĂ€her zu uns heranholen und alle 12 LebensbĂŒhnen bzw. -themen mit Hilfe von Filmen in unser Leben einladen.

 

Heilende Bilder(-Folgen) und ihre Folgen

Die therapeutischen Effekte gut erzĂ€hlter Geschichten sind wohl seit Beginn menschlicher Kultur bekannt. Mythen und MĂ€rchen waren immer auch (kollektive) Therapie, die Bewusstwerdungs- und damit Heilungsprozesse in Gang setzten. Sie lösten mit ihren Ă€ußeren Bildern innere Seelen-Bilder aus und hatten damals Folgen fĂŒr das ganze Leben, weil sie wahr-, ernst- und wichtig genommen wurden.

Das Theater der griechischen Antike verfolgte vor allem diesen Sinn. Dazumal wurden noch weit mehr Tragödien als Komödien aufgefĂŒhrt, aus dem nachvollziehbaren und geschickten Gedanken heraus, dass die Menschen bei ersteren mehr Hilfe brauchten als bei letzteren. Das entspricht auch völlig unserer Erfahrung. Kaum jemand kommt zur Psychotherapie, weil er vor GlĂŒck und Ekstase nicht mehr ein noch aus weiß, sondern eher, weil er mit dem Drama seines Lebens nicht fertig wird und verkennt, in welchem Maß dieses selbstinszeniert ist. Das griechische Theater verließ sich dabei noch mehr und ausdrĂŒcklich auf Theo-logik, also die (Logik) der Götter.

Gerade so genannte Kultfilme sind in ihrer Bedeutung den alten MĂ€rchen und Mythen vergleichbar. Sie bleiben oft zeitlos aktuell und werden von jeder Generation neu entdeckt. Gute Filme öffnen gleichsam die Tore zum Unbewussten und bauen manchmal sogar BrĂŒcken zu jenem kollektiven Unbewussten, in dem jedes Volk wurzelt.

Die Identifikation mit den DarstellerInnen gibt uns die Möglichkeit, spielerisch die unterschiedlichsten Lebenskonzepte mit den damit verbundenen Konsequenzen zuerst in der Filmgeschichte und anschließend in der eigenen Fantasie zu durchleben. Entscheidend fĂŒr die therapeutische Wirkung ist, wie sehr wir dabei emotional bewegt und seelisch berĂŒhrt werden und den Film nicht nur gleichsam als unbeteiligte Zuschauer konsumieren. Die Geschichte muss uns nahe gehen, uns erreichen und sogar be- und anrĂŒhren und am besten anschließend lange nachhallen in TrĂ€umen und Gedanken, sich mit unserer Seele verweben, damit sie therapeutisch etwas in uns bewegt. Wir lernen nur mit Begeisterung gut, wie uns Neuro-Wissenschaftler heute belegen. Begeisternde Filme therapieren daher am besten.

Gute Filme laden so ein, das Drehbuch unseres Lebens unter die Lupe zu nehmen und die „Story“ mit allen Möglichkeiten und Fallstricken als Zuschauer und Beobachter zu erleben. Da sieht man erfahrungsgemĂ€ĂŸ leichter, wo das Problem der „Helden“ liegt. Diesen Schritt vom leicht sichtbaren Splitter im Auge des Stellvertreters zum Balken im eigenen will dieses Film-Therapie-Buch erleichtern.

Da wir fast alle schon immer Filme anschauen und demnach auch mit ihnen leben, ist es ein leicht umsetzbarer Ansatz. Wer den Blickwinkel bewusst erweitert und den Fokus auf sich selbst lenkt, kann aus einem FreizeitvergnĂŒgen eine sehr vergnĂŒgliche Psychotherapie machen. Diese kann gleichsam nebenbei, dadurch aber umso wirksamer und fast unbemerkt ins Leben treten.

 

Die 12 Lebens-BĂŒhnen

Jeder Mensch alle zwölf LebensbĂŒhnen oder Urprinzipien in sich. Sie bilden die Landschaften unserer Seele. Als archetypische SchauplĂ€tze, auf denen sich seelische IdentitĂ€t entwickelt und entfaltet, sind sie gleichsam die BĂŒhnenbilder im großen Schauspiel des Lebens, die dessen Szenen umrahmen und Entwicklungsthemen sichtbar machen.

Obwohl jeder Mensch alle zwölf LebensbĂŒhnen in sich trĂ€gt, sind doch bei jedem die damit verbundenen archetypischen Themen mal mehr, mal weniger betont. Was beim einen zentrale Lebensaufgabe ist, kann beim anderen nebenbei laufen. Jeder kĂ€mpft auf dem Schauplatz, der im Lehrplan seines Lebens an oberster Stelle steht, und in den verschiedenen Lebensphasen treten auch immer andere BĂŒhnenbilder in den Fokus der Entwicklung.

Beispiel: LebensbĂŒhne 11 und Deutung des Filmes „Jenseits von Afrika“

 

LebensbĂŒhne 11

Im Drehbuch des Lebens geht es auf dieser BĂŒhne um das weit reichende Thema Freiheit. Kaum ein Prinzip wird in unserer Zeit so falsch interpretiert wie dieses. Freisein bedeutet fĂŒr viele die Abwesenheit von Pflichten und EinschrĂ€nkungen. Wahre Freiheit meint aber etwas ganz anderes: „Die strengen Gesetze des Schicksals schließen die Freiheit mit ein. Das ist das große Paradox des Lebens: Begrenzung und Freiheit sind die gegensĂ€tzlichen Pole der Achse der Selbstfindung durch schöpferisches Reagieren und Verantwortlichsein. Freiheit ist nicht die Abwesenheit von BeschrĂ€nkung und Begrenzung. Sie besteht vielmehr in einer schöpferischen, erfinderischen Art des Reagierens auf diese EinschrĂ€nkungen, in der wir unsere Selbstheit finden.“ So weit die Gedanken von C. G. Jung zu diesem Prinzip, das so wichtig in seinem Leben war. Der amerikanische Psychotherapeut Edward Whitmont, der die Arbeit C. G. Jungs weiterfĂŒhrte, schreibt dazu: „Freiheit ist die FĂ€higkeit, das eigene authentische Sein zu verwirklichen (
) Genau darin liegt die EinschrĂ€nkung. Ich kann nĂ€mlich nur das sein, was mit meinem inneren Wesen ĂŒbereinstimmt.“ Anders gesagt: Freiheit bedeutet, freiwillig das zu tun, was wir tun mĂŒssen.

Auf einer anderen Ebene betrachtet, mĂŒssen wir uns im Laufe unseres Lebens immer wieder von alten, ĂŒberlebten Strukturen, eingefahrenen Mustern, AbhĂ€ngigkeiten und Gewohnheiten befreien. Das Leben ist immer wieder neu und mit jedem Abschnitt bietet es auch neue Voraussetzungen und Überraschungen. Mit diesen originell, das heißt unserem Original entsprechend und kreativ umzugehen, meint Befreiung von alten Normen und bis dahin gĂŒltigen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten. So hat die Jugend ihre Gesetze und das Alter die seinen.

In jedem Fall fordert Freiheit von uns, den Mut zu haben, der zu sein, der wir wahrhaft sind. Darin liegt das Geheimnis der Wahrhaftigkeit, die ebenfalls thematisch zu dieser LebensbĂŒhne gehört.

„Mensch werden ist eine Kunst“, schrieb Novalis. Menschliche Ideale zu leben, ist die ganz große Aufgabe dieser LebensbĂŒhne. Und Idealismus im tiefsten Sinn meint nicht, irgendeiner verkopften Ideologie anzuhĂ€ngen, sondern immer das fĂŒhlende Wesen Mensch hinter aller Theorie im Auge und im Herzen zu haben. So entgleisten die hehren Ideale der Französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, BrĂŒderlichkeit“ in unmenschliche Grausamkeiten, die unendlich viel Leid ĂŒber die Menschen brachten, obwohl alle drei QualitĂ€ten dem wahrhaft menschlichen Ideal entsprachen.

Menschen, die einen besonderen Bezug zu dieser LebensbĂŒhne haben, verlieren sich gern im luftigen Reich der Ideen. Sie mĂŒssen von dieser „Himmelsleiter“ herabsteigen und in den „Niederungen“ des Lebens ihre Herzen berĂŒhren lassen, auch von der Unvollkommenheit des menschlichen Seins mit seinen Gegebenheiten und BeschrĂ€nkungen. Daraus dann das Beste zu machen, fĂŒhrt zu wahrer Freiheit und zu Menschlichkeit.

Jenseits von Afrika (1985, 160 min) von Sidney Pollack

Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer erwecken den autobiografischen Roman von Tanja Blixen zum Leben. Wir bestaunen ein Epos ĂŒber die Freiheit und ihre Chancen und Grenzen.

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge. Nach allen Seiten war die Aussicht weit und unendlich. Alles in dieser Natur strebte nach GrĂ¶ĂŸe und Freiheit.“

So beginnen Karens Erinnerungen an ihr außergewöhnliches Leben. Schon als junge Frau wollte sie der Enge ihrer dĂ€nischen Heimat entfliehen und ein Leben in Freiheit fĂŒhren. AnlĂ€sslich einer fĂŒr die bessere Gesellschaft organisierten Jagd trifft sie ihren Cousin Baron Bror von Blixen, einen Lebemann und Abenteurer. Ganz unkonventionell macht sie Bror ein Angebot, um ihren Traum zu verwirklichen. Er möge sie heiraten und dafĂŒr setze sie ihr betrĂ€chtliches Vermögen fĂŒr ein gemeinsames Leben in Afrika ein. Bror, immer in Geldnot, nimmt ihren Antrag an. Nach einiger Zeit bricht Karen alle Zelte in DĂ€nemark ab und tritt ihre große Lebensreise nach Kenia an.

Bror hatte inzwischen Karens Vermögen in eine Ă€ußerst riskante Kaffeeplantage investiert, ohne zu wissen, ob Kaffee hier ĂŒberhaupt gedeihen kann. Statt mit Karen vereinbarungsgemĂ€ĂŸ die Farm zu bewirtschaften, lĂ€sst er sie damit allein und geht wieder seinem Hobby, der Großwildjagd, nach. Karen fĂŒgt sich und richtet mit ihrem gesamten dĂ€nischen Hausrat die Farm ein. Sie gibt ihr Bestes fĂŒr diese Farm, wĂ€hrend ein Lebenstraum nach dem anderen wie eine Seifenblase platzt. Immer wieder ist sie gefordert, sich mit neuen UmstĂ€nden auseinanderzusetzen und hat zu akzeptieren, dass ein Leben in Freiheit, in der Weite Afrikas, seinen Preis hat. Keine Entscheidung, keine aufgestellte Ordnung ist hier von Dauer, außer den starren gesellschaftlichen Regeln der eingewanderten EuropĂ€er, denen Karen ja vor allem entfliehen wollte. Jeder Tag hier bringt neue Überraschungen und Herausforderungen und fordert FlexibilitĂ€t, SpontaneitĂ€t und Einfallsreichtum.

Auch Karens Ehe folgt in keiner Weise ihren Vorstellungen. Obwohl diese von ihr arrangiert wurde, entwickelte sie eine Zuneigung fĂŒr Bror. Daher treffen sie seine zahllosen SeitensprĂŒnge sehr. Nach Hause kommt er nur, wenn er wieder pleite ist und einen Scheck von ihr braucht.

Trotz aller Widrigkeiten gibt Karen nicht auf. Mit jeder ĂŒberwundenen HĂŒrde befreit sie sich mehr – etwa von der gesellschaftlich vorgegebenen Frauenrolle. Mit erstaunlichem Mut und entsprechender Tatkraft, die man sonst nur MĂ€nnern zutraut, nimmt sie wirklich jeden Kampf an. Sie schafft schließlich das schier Unmögliche und bringt die Farm zum Laufen.

Aber wie Karen es formulierte: „Das Schicksal hat einen grausamen Humor.“ Kaum hat sie Boden unter den FĂŒĂŸen gewonnen, folgt die nĂ€chste böse Überraschung. Sie infiziert sich mit Syphilis nach einer der seltenen NĂ€chte, die sie mit Bror verbrachte. Schwer krank muss sie zurĂŒck nach DĂ€nemark, um sich behandeln zu lassen.

Erst ein Jahr spĂ€ter kann sie, mittels einer Quecksilberkur „geheilt“, zurĂŒckkehren, aber niemals mehr Kinder bekommen.

Seelisch von ihrer Erfahrung gezeichnet, trifft sie den GroßwildjĂ€ger Denys Hatton wieder. Sie trennt sich von Bror und beginnt eine Beziehung mit Denys, der zur großen Liebe ihres Lebens wird. Aber auch mit ihm ist ihr Traum von einem gemeinsamen GlĂŒck nicht zu verwirklichen. Auch wenn Denys Karen durchaus liebt, ist er nicht bereit, nur ein StĂŒck seiner Freiheit fĂŒr die Beziehung aufzugeben. Er kommt und geht, wie es ihm gefĂ€llt. Ihr sehnsuchtsvolles Warten lĂ€sst Karen immer einsamer werden. Und doch nimmt sie immer wieder dankbar das Geschenk von Denys’ Anwesenheit an. Er nimmt sie in seinem kleinen Flugzeug mit auf eine seiner vielen Reisen, in der Hoffnung, dass sie verstehen kann, warum er immer wieder gehen muss. „Und er machte mir ein unglaubliches Geschenk. Einen flĂŒchtigen Blick auf die Welt durch Gottes Augen. Und ich dachte: Ja, ich begreife, so war es gemeint!“

Karen akzeptiert die Situation, ihre Sehnsucht nach einem innigeren Zusammensein aber bleibt: „Wenn ich dir verspreche, nein zu sagen, wĂŒrdest du mich dann einmal fragen, ob ich deine Frau werden will?“ Nicht einmal dazu ist Denys bereit. In der Folge werden seine zahllosen Reisen immer lĂ€nger, und in ihrer EnttĂ€uschung löst sich Karen aus der Beziehung. Sie widmet sich ganz ihrer Farm und der von ihr gegrĂŒndeten Schule fĂŒr einheimische Kinder.

Dann wird sie eines Nachts von einem ihrer Angestellten geweckt: „M®Sabu, wachen Sie auf! Gott spricht!“ Als sie nach draußen kommt, stehen Farm und Ernte in Flammen.

Nun hat sie auch das noch verloren und muss loslassen und alles, was ihr lieb geworden war, aufgeben. Am Ende auch endgĂŒltig Denys, der bei einem Flugzeugabsturz auf einer seiner Reisen ums Leben kommt. Heimgekehrt nach DĂ€nemark, bleiben ihr nur ihre Erinnerungen: „Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge 
“ Und diesen inneren Besitz, den Reichtum ihrer Erinnerungen, können ihr nichts und niemand nehmen.

Deutung 1: Karen

Sie ist eine junge Frau, die sich schon in ihrer dĂ€nischen Heimat nicht an Konventionen hĂ€lt. Die persönlichen EinschrĂ€nkungen, die ihr allein auf Grund ihres Frauseins auferlegt sind, will sie nicht hinnehmen. Aber sie braucht doch den „Schutz“ eines Mannes, um ihre Flucht in ein vermeintlich freieres Leben zu verwirklichen. Und so geht sie den Deal mit Bror ein – man könnte sagen: Geld fĂŒr Freiheit. Die wird sie am Ende auch erreicht haben, aber anders als ertrĂ€umt. „Wenn die Götter uns strafen wollen, dann erhören sie unsere Gebete“, ist ihre spĂ€te Erkenntnis.

Karen hatte wohl, wie die meisten Menschen, eine kindliche Vorstellung von Freiheit. Da Freiheit das große Ziel menschlicher Entwicklung und ein so hohes Gut ist, ist ihr Preis auch hoch. Es ist kein bequemes Leben möglich. Das Leben ist voller Überraschungen, es gibt keine Sicherheit. Alles, woran unser Herz hĂ€ngt, wird uns immer wieder genommen. Das Schicksal hatte Karen beim Wort genommen und all diese Erfahrungen dienten dazu, zu erkennen, was Freiheit wirklich bedeutet.

Freiheit ist auch immer bis zu einem gewissen Grad mit Einsamkeit verbunden. So liebt Karen MĂ€nner, auf die sie sich nicht verlassen kann und die nie ihr gehören oder zu ihr gehören. Sie musste sich ĂŒber StandesdĂŒnkel hinwegsetzen und die vorherrschenden Geschlechterrollen ignorieren. Sie lernte auch, sich fĂŒr die Weisheit der einheimischen Bevölkerung zu öffnen und sie nicht als Wilde und Menschen zweiter Klasse abzutun, wie in der arroganten weißen Gesellschaft ĂŒblich. Am Ende bereut sie, dass sie ihre Angestellten in das Korsett westlicher Benimmregeln zwĂ€ngte. Von den Einheimischen lernt Karen, dass nichts ihr, nichts uns gehört.

Am Ende ihrer Zeit in Afrika muss bzw. darf sie sich auch von ihren Möbeln befreien, die sie symbolisch als Fußfessel ihres alten Lebens aus DĂ€nemark mit nach Afrika gebracht hatt. Sie gibt ihr Land zurĂŒck und muss ihre große Liebe Denys begraben. Sie hat wahrhaft gelernt, loszulassen. Alles, woran ihr Herz jemals hing, ist nicht mehr.

Und wieder beginnt sie, zurĂŒck in DĂ€nemark, neu. Wie im MĂ€rchen zog sie aus, das FĂŒrchten zu lernen. Und sie kehrte gereift, weise und als große ErzĂ€hlerin wieder heim zum Ursprung.

Deutung 2: Denys

Er ist der freiheitsliebende, ungebundene und unverbindliche EinzelgĂ€nger. Wenn Karen lernen musste, wirklich frei zu werden, wĂ€re die Aufgabe von Denys wohl, sich einzulassen. So aber bleibt er der ewige JĂŒngling. Er will zwar mit Karen sein, aber zu seinen Bedingungen der absoluten Ungebundenheit. Er will nur fĂŒr sich und sein Leben Verantwortung ĂŒbernehmen, nicht fĂŒr einen anderen Menschen oder gar Besitz. Wie ein Jugendlicher möchte er sich alle Freiheiten und Möglichkeiten offen halten, ohne EinschrĂ€nkung durch Verpflichtungen.

FĂŒr ihn dreht sich alles nur um sich und sein BedĂŒrfnis nach UnabhĂ€ngigkeit und Freisein, eine fĂŒr Pubertierende durchaus angemessene Haltung. Erwachsen werden bedeutet aber, Verantwortung auch fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Ganzes zu ĂŒbernehmen und damit verbindlich zu werden.

Die Konsequenz des Schicksals ist, dass Denys, wie viele andere „ewige JĂŒnglinge“ vor und nach ihm, jung stirbt.

Er wollte fliegen, denn â€žĂŒber den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. FĂŒr dieses GefĂŒhl hat er gelebt und ist dafĂŒr gestorben. Er konnte nie herausfinden, ob er ein erfĂŒlltes Leben mit Karen gehabt hĂ€tte. Diesen Mut, sich auf die Liebe und Karen einzulassen, hat er nicht aufgebracht. DafĂŒr hat er –  wie viele ewige JĂŒnglinge – eine Legende hinterlassen: Auf seinem Grab lagen oft die Löwen und die Massai hielten Totenwache.

Deutung 3: Baron Bror von Blixen

Bror ist der archetypische Hermes. Ein Trickser, der mit seinem Charme und seiner Leichtigkeit immer wieder alles hinbiegt. Auch er ist unverbindlich, bleibt innerlich ungebunden und unerwachsen, denkt nur an sich und seinen Vorteil, sein VergnĂŒgen, ungeachtet dessen, ob er anderen Schaden zufĂŒgt. Wie ein egoistisches kleines Kind betrachtet er das Leben als seine Spielwiese. Letztlich bleibt er aber ein Versager und Bittsteller, ein Schnorrer, der aus eigener Kraft nichts geschafft und geschaffen hat. Er bleibt in der AbhĂ€ngigkeit reicher Frauen, die wie eine Mutter alles hinnehmen und verzeihen, was der „kleine Bub“ so anstellt.

Deutung 4:

„Freiheit heißt, freiwillig das zu tun, was wir tun mĂŒssen.“ C. G. Jung meinte damit, dass wahre Freiheit nie losgelöst von den Notwendigkeiten des Lebens und des persönlichen Entwicklungsauftrages existieren kann. Wir mĂŒssen erst den Weg in die Gebundenheit gehen und uns dann daraus wieder befreien. Die Freiheit eines Kindes ist immer auch AbhĂ€ngigkeit. Erst wenn wir Verantwortung ĂŒbernehmen und eigenverantwortlich leben können, sind wir frei von AbhĂ€ngigkeiten. Sich einlassen und trotzdem frei bleiben und den eigenen Weg gehen, das ist die wahre Kunst der Freiheit.

Deutung 5:

Karen, Denys und Bror verband ihre Sehnsucht und ein gemeinsamer Traum: ein Leben in Freiheit. Karen musste erkennen, wie hoch der Preis der Freiheit ist, was es heißt, alles loszulassen und sich damit der RealitĂ€t der Freiheit zu stellen.

Denys hĂ€tte erkennen können, dass es die Möglichkeit gibt, frei zu sein und doch der Liebe verbindlich zu folgen. „Wenn die Liebe dir winkt, dann folge ihr, sind ihre Weg auch schwer und steil“, schrieb Khalil Gibran. Denys hat den Preis der Freiheit mit seinem Leben bezahlt.

Bror hĂ€tte erwachsen werden mĂŒssen, um unabhĂ€ngig zu werden von den „nĂ€hrenden BrĂŒsten“ der Frauen.

Beziehungen zu anderen LebensbĂŒhnen:

Jenseits von Afrika ist ein Film, der alle LebensbĂŒhnen thematisiert und vereint. Es geht um Durchsetzung in einem neuen und unbekannten Lebensbereich, um den Mut und den Willen, dieses Risiko einzugehen. (LebensbĂŒhne 1)

Karen muss ihren Traum realisieren, muss ihm mit der konkreten Arbeit auf der Farm Boden unter den FĂŒĂŸen geben, sich abgrenzen und fĂŒr sicheres Einkommen sorgen. (LebensbĂŒhne 2)

Mit Bror betritt der Trickser, der LebenskĂŒnstler und Schnorrer die BĂŒhne. Er nimmt das Leben leicht und ist wie ein Schmetterling, der an vielen Blumen nascht. Zudem fordert das Leben in den Weiten Afrikas immer wieder FlexibilitĂ€t. (LebensbĂŒhne 3)

Karen schafft eine neue Heimat fĂŒr sich und die Eingeborenen und lernt von deren natĂŒrlicher und ursprĂŒnglicher Weisheit. (LebensbĂŒhne 4)

FĂŒr Denys kreist alles um ihn. Aber sein Charme und sein Charisma erhellen Karens Leben, schenken ihr eine neue, andere Sicht. Mit ihm lernt sie, nur im Moment zu leben und erfĂ€hrt Lebensfreude. (LebensbĂŒhne 5)

Karens Kampf, in ihrer neuen Welt zu ĂŒberleben, heißt, sich jeden Tag an die gerade gegebenen Lebensbedingungen anzupassen. (LebensbĂŒhne 6)

Partnerschaft und Liebe mit allen Höhen und Tiefen ist Herz und Motor in Karens Leben und Zentrum der Geschichte. (LebensbĂŒhne 7)

Karen muss alles loslassen, sich immer wieder wandeln. Alle ihre Vorstellungen vom Leben mĂŒssen sterben, damit sie zu diesem einzigartigen Menschen wird und zur großartigen ErzĂ€hlerin reift. (LebensbĂŒhne 8)

Karen lĂ€sst sich mit ganzem Herzen auf die andere Kultur ein. Sie lernt von den Eingeborenen, den vermeintlich Wilden und Unkultivierten, wahre Lebensweisheit jenseits von erstarrten, oberflĂ€chlichen Regeln und Toleranz. (LebensbĂŒhne 9)

Karen muss Verantwortung ĂŒbernehmen fĂŒr sich und ihr Leben, ohne Halt und Schutz durch Partner. Und sie sorgt fĂŒr das grĂ¶ĂŸere Ganze, die ihr anvertrauten schwarzen Angestellten. DafĂŒr, dass es ihnen auch ohne sie gut gehen wird, geht sie demĂŒtig in die Knie. (LebensbĂŒhne 10)

Die vielen schönen und schweren Erfahrungen haben Karen befreit von falschen Werten. Sie hat die Freiheit gewonnen, die zu sein, die sie in Wahrheit ist. (LebensbĂŒhne 11)

Karen erlebte viele Ent-TĂ€uschungen, musste sich immer wieder lösen und alles aufgeben. Aber das Eigentliche, das Nicht-Sichtbare, Nicht-Fassbare – ihre Erfahrungen, ihre inneren Bilder und ihre Erinnerungen – gehören fĂŒr immer ihr. (LebensbĂŒhne 12)

 

Fragen, die ZuschauerInnen sich stellen könnten:

Was stelle ich mir unter Freiheit vor?

Bin ich bereit, die Konsequenzen zu tragen, die Freiheit fordert?

Welche Konsequenzen mĂŒsste ich tragen, um wirklich frei zu sein?

Wo bin ich unfrei und abhÀngig? Und warum?

Was mĂŒsste ich aufgeben, um frei zu werden, freier zu leben?

Bin ich bereit, die volle Verantwortung fĂŒr mein Leben zu ĂŒbernehmen?

Beherrsche ich die Kunst, mich einzulassen und trotzdem innerlich frei zu bleiben?

Habe ich den Mut, die oder der zu sein, die oder der ich wirklich bin und dazu zu stehen?

FĂŒr wen und welches Problem ist dieser Film Therapie?

FĂŒr alle, die um das Thema Freiheit kreisen, damit ringen, dafĂŒr kĂ€mpfen.

 

Das Leben – ein Film

Im normalen (Zeit-)Ablauf unseres Lebens, in dem wir meist in alles Mögliche verwickelt sind, können wir „den Wald vor lauter BĂ€umen“ nicht mehr sehen. Erst der Lebensfilm (oder das Erleben einer frĂŒheren Inkarnation) ermöglicht die Übersicht und entschleiert damit den Sinn hinter allem Geschehen.

In einem gewissen Rahmen verschaffen uns auch Filme genau diesen großen Überblick. Sie erlauben uns ebenfalls, Lebensgeschichten zu ĂŒberschauen und bieten damit die Chance, die Sinnhaftigkeit des Lebens besser zu begreifen. Um bei dem gerade erwĂ€hnten Bild zu bleiben: Wir sehen den Wald wieder in seiner Gesamtheit und Bedeutung. Von oben und außen betrachtet sind auch ganz deutlich jene BĂ€ume zu erkennen, die verdorrt oder fehl am Platz sind oder gar nicht in diesen Wald passen.

Ganz Ähnliches kann beim Erleben eines Filmes geschehen. Steht ein Film auf irgendeine Art und Weise mit uns, unserem Seelenmuster oder unserer Lebensgeschichte in Resonanz, sind wir innerlich berĂŒhrt. Zwar mit etwas Abstand, aber doch spĂŒrbar fĂŒhlen und erleben wir mit, Ă€hnlich wie bei inneren Bilderreisen in einer entsprechenden Therapie. Diese Gleichzeitigkeit von BerĂŒhrtsein und distanziertem Überblick ermöglicht den Prozess der Selbsterkenntnis. Es mag durchaus sein, dass uns dieser Schritt nicht wirklich bewusst ist, aber innere Bilder wirken (im positiven und im negativen Sinn). Die Sprache unserer Seele ist eine Bildersprache, was sie zur universellen Muttersprache aller Menschen macht. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Bilder kennen keine Begrenzungen. Vom ersten bis zum letzten Moment leben wir im Kreis unserer inneren Bilder. Erinnerungen, TrĂ€ume und Vorstellungen – all das sind die Bilder unserer Geschichte und machen das gelebte Leben erst lebendig.

So gesehen, ist jede Lebensgeschichte eine Filmgeschichte. Die Geschichten, die das Leben schreibt, sind in ihrer wahrhaft unendlichen Vielfalt der Stoff, aus dem auch jeder Film seine Geschichte webt.

Jedes Schicksal ist einzigartig in der individuellen Kombination der menschlichen Urthemen, Lebensprinzipien oder LebensbĂŒhnen. Da wir alle miteinander verwoben sind, kann jede Begegnung mit einer anderen Lebens- oder Filmgeschichte uns bereichern und zu einem besseren Verstehen der Divina Comedia, der göttlichen Komödie des Lebens, dienen.

Die Schicksalsgesetze sind dabei gleichsam die Spielregeln und die Lebensprinzipien die LebensbĂŒhnen. Beide Ebenen zu beherrschen, macht uns zum Star unseres ganz persönlichen Lebensfilms.

 

Die Schicksalsgesetze

Deshalb zum Schluss noch eine Zusammenfassung dieser Spielregeln – oder „Schicksalsgesetze“ – fĂŒr ein gelingendes Leben:

  1. Alles hat mindestens zwei Seiten – kein Yin ohne Yang oder kein Licht ohne Schatten, das Gesetz der PolaritĂ€t.
  2. Alles ist in Resonanz in dieser Schöpfung, weshalb alles Leben danach strebt, in Resonanz zu kommen, vor allem die Liebe als wichtigste Form der Resonanz zu verwirklichen.
  3. Im Anfang liegt alles, in jedem Samen schon die ganze Pflanze oder nach Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Deshalb ist der Beginn guter Filme schon so ĂŒberaus wichtig.

 

Spielregeln fĂŒr die LebensbĂŒhnen

Spielregel 1: Immer wieder neu beginnen. VorkĂ€mpfer sein. Das Feuer der Begeisterung in die Welt tragen. Seinen Überzeugungen folgen und sie durchsetzen, aber dabei nie vergessen, dass letztlich Sein Wille geschieht.

Spielregel 2: Das Leben mit allen Sinnen genießen. Werte schaffen. Das Wohl der Gemeinschaft fördern. Den eigenen Platz der Verwirklichung finden, aber dabei immer bedenken, dass es nur vorĂŒbergehend ist, weil wir nur auf der Durchreise sind.

Spielregel 3: Das GesprÀch mit den Menschen suchen. Niemals aufhören, zu lernen. Die Welt erforschen, aber gewahr sein, dass jedes intellektuelle Wissen niemals die ganze Wahrheit erfasst.

Spielregel 4: Sich immer bereitwillig auf GefĂŒhle und Empfindungen einlassen, sie aber wieder los- und fließen lassen, denn das Leben ist ein immerwĂ€hrender Fluss. Mit mĂŒtterlicher Liebe und MitgefĂŒhl das Leid der Schwachen lindern, ohne sich im Mitleid zu verlieren.

Spielregel 5: Der Stimme des Herzens bedingungslos folgen. Schöpferisch sein. Freude spenden, großherzig sein und gĂŒtig. Zum König auf der BĂŒhne des Lebens werden, sich aber nicht in Selbstherrlichkeit verfangen.

Spielregel 6: Dankbar sein fĂŒr die unzĂ€hligen Geschenke des Lebens. Mit liebevoller Achtsamkeit Ordnung in sich und der Welt schaffen, aber immer bedenken, dass es jenseits unserer kleinen Ordnung eine viel grĂ¶ĂŸere und weisere gibt.

Spielregel 7: Sich von der Schönheit der Welt berauschen lassen und die eigene innere Schönheit nĂ€hren. Harmonie schaffen. Immer dem Ruf der Liebe folgen und bereit sein, fĂŒr die Liebe alles zu geben.

Spielregel 8: Selbstbeherrschung lernen und trotzdem in all seiner IntensitÀt das Leben auskosten. Immer alles geben. Niemals aufgeben. Immer wieder aufs Neue alles loslassen und den Kreislauf des ewigen Stirb und Werde bereitwillig annehmen.

Spielregel 9: Nach den höchsten Zielen streben. Zum GipfelstĂŒrmer im Leben werden und damit den eigenen Horizont erweitern. Erkennen, dass alles im Leben sinnvoll ist und dem großen kosmischen Plan folgt. In dieser Erkenntnis die eigene Großartigkeit, aber auch die eigene Kleinheit erfahren.

Spielregel 10: Verantwortung ĂŒbernehmen fĂŒr das eigene Leben, aber auch fĂŒr das große Ganze. Das wahrhaft Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden. Sich von allem ÜberflĂŒssigen befreien. Die Gesetze des Schicksals anerkennen und mit Freude das kleine Rad im großen Uhrwerk der Schöpfung sein.

Spielregel 11: Immer dem hohen Ideal der Freiheit und Wahrhaftigkeit die Treue halten, aber bei diesen HöhenflĂŒgen niemals das Menschliche ĂŒbersehen. Unbeirrt den eigenen Weg gehen und den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. Einer besseren, bunteren und menschlicheren Zukunft den Weg bereiten.

Spielregel 12: Dem Fluss des Lebens bedingungslos vertrauen, wohin er auch fließen mag. Ins Meer der inneren Bilder eintauchen. TrĂ€ume verwirklichen und in die Welt bringen. Und immer hinter dem Schleier der sichtbaren Welt das eigentlich Wirkliche entdecken.

Das Beherrschen der Spielregeln des Lebens und seiner BĂŒhnen sind die besten Regieanweisungen fĂŒr unseren ganz persönlichen, spannenden, berĂŒhrenden und sogar himmlischen Lebensfilm.

 

Über Dr. Ruediger Dahlke:

Dr. med. Ruediger Dahlke, Jahrgang 1951, studierte Medizin in MĂŒnchen. Weiterbildung zum Arzt fĂŒr Naturheilweisen, in Psychotherapie und Homöopathie. Seit 1978 ist er als Psychotherapeut, Fasten-Arzt und Seminarleiter tĂ€tig. Als Autor und Referent ist er eine Instanz im Bereich der Psychosomatischen Medizin und Gesundheitsbewegung mit mehr als 40 Buchveröffentlichungen. Im Heil-Kunde-Zentrum Johanniskirchen/Niederbayern wird seine Arbeit seit 15 Jahren in die Praxis umgesetzt.

www.dahlke.at

 

Buch zum Thema:

 

 

Margit & Ruediger Dahlke: „Die Hollywood-Therapie. Was Filme ĂŒber uns verraten“
Verlag: Heilkundeinstitut Dahlke, 2018
Umfang: 472 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN: 978-3200055933

Hier können Sie das Buch bestellen

 

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