Besetzt das Geld! – Prof. Margrit Kennedy

von Redaktion

„Es gibt eine neue Bewegung, die mir Hoffnung macht, weil sie versucht, gewaltfrei und offen dem Traum aller Menschen von Frieden, Gerechtigkeit und einem menschenw√ľrdigen Leben Ausdruck zu verleihen. Sie ist nicht gegen etwas Altes oder gegen das heute Bestehende, sondern f√ľr etwas Neues, noch nie da Gewesenes.“ Gedanken von Prof. Margrit Kennedy, eine der profundesten Geldexpertinnen. Sie k√∂nnen sie live auf unserem MYSTICA Kongress in M√ľnchen erleben!

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von Prof. Margrit Kennedy

Mit freundlicher Genehmigung von VISIONEN

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Was die zumeist jungen Menschen der ‚ÄěOccupy‚Äú-Bewegung in New York, Z√ľrich, Frankfurt oder London wollen, dr√ľckt das Manifest ‚ÄěOccupy Wall Street‚Äú auf der Webseite www.realitysandwich.com von Charles Eisenstein aus: ‚ÄěKein Verlangen ist gro√ü genug, denn Arbeitslosigkeit, finanzielle Unsicherheit und lebenslange Versklavung durch Schulden sind nur die Spitze des Eisbergs. Wir wollen nicht einfach, dass die Wachstumsmaschinerie wieder repariert wird und l√§uft und Profite und Produkte in aller Herren L√§nder liefert. Wir wollen in der Richtung unserer Zivilisation einen fundamentalen Wechsel.‚Äú

Die Finanzkrise er√∂ffnet neue Perspektiven und mobilisiert die Generation Facebook und Twitter, weltweit ihre Visionen und W√ľnsche zu formulieren. Pl√∂tzlich wird der Abstand zwischen Regierenden und Regierten deutlicher als je zuvor. Historisch gesehen hat bisher noch jede mit dem Ende einer Schuldenspirale konfrontierte Regierung versucht, den Kollaps so lange wie m√∂glich hinauszuz√∂gern. Genau dies erleben wir heute bei fast allen Regierungen der G20-Staaten. Nur steht diesmal am Ende ein globaler Kollaps des Finanzsystems. Das ist der eine Aspekt des historisch Neuen an der Situation, den die Occupy- Bewegung hervorhebt. Der zweite Aspekt ist die weltweite Vernetzung der Menschen, und der dritte besteht in der Schwierigkeit, Widerspr√ľche zwischen Kommunikation und Handlungsweise geheim zu halten. Wikileaks hat dieser Illusion den Garaus gemacht.

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(R)Evolution der Liebe

Wie k√∂nnen wir also neue L√∂sungen finden, um die notwendigen Ver√§nderungen so anzugehen, dass ein gewaltfreier √úbergang in eine neue Zivilisation m√∂glich wird? Ich w√ľrde es in Abwandlung von Eisenstein eine ‚Äě(R)Evolution der Liebe‚Äú nennen. Liebe w√§re wohl das Einzige, was Menschen dazu bringen k√∂nnte, dem Drang zur eigenen Gewinnmaximierung zu widerstehen. Es ist das Gef√ľhl der Verbindung zu anderen Wesen, das den Gesetzen der √Ėkonomie, wie wir sie kennen, widerspricht.

Letztlich m√∂chten wir ein Geldsystem und eine √Ėkonomie schaffen, die uns hilft, das Gef√ľhl der Verbundenheit zu unterst√ľtzen, anstatt dagegen ank√§mpfen zu m√ľssen. Wir wollen ein Geldsystem,

das mit dem Guten in uns in Einklang steht. Das kann auf breiter Basis nur dann geschehen, wenn ein Bewusstseinswandel mit konkreten Aktionen gekoppelt wird, wenn die Vielzahl von Menschen und Initiativen mit dem Ziel, die Welt zu retten ‚Äď bedrohte Kulturen, √Ėkosysteme, Kinder, Wasserl√§ufe, W√§lder, Tier- und Pflanzenarten ‚Äď, sich auf bestimmte Schwerpunkte und gemeinsame Vorgehensweisen einigen.

Seit 30 Jahren versuche ich, mir selbst und anderen klar zu machen, wie ein Geldsystem aussieht, das uns helfen k√∂nnte, diese Anliegen zu unterst√ľtzen. Dabei habe ich einige fundamentale Fehler in unserem heutigen Geldsystem entdeckt, aber auch spannende Alternativen, die zum Teil bereits seit l√§ngerer Zeit erprobt sind und ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben. Es sind Modelle, die auf eine alte und doch selten ausreichend umgesetzte Maxime zur√ľckgehen. Sie hei√üt: ‚ÄěLiebe deinen N√§chsten wie dich selbst‚Äú und ist, obwohl mehr als 2000 Jahre alt, immer noch aktuell. Bei den tiefen Ver√§nderungen, die uns bevorstehen, taugt sie in diesem Zusammenhang m√∂glicherweise als Hauptkriterium.

 

Ethisches Investment ‚Äď Neue Banken und Zahlungsmittel sind ein Gewinn f√ľr alle

Das heutige Geldsystem, das die meisten Menschen ohne zu hinterfragen als das einzig m√∂gliche akzeptieren, zwingt dazu, in erster mLinie dem Ziel der Geldvermehrung nachzujagen. Der Urfehler im System ‚Äď Zins und Zinseszins ‚Äď √ľbt auf die Wirtschaft nicht nur einen exponentiellen Wachstumsdruck aus, sondern bewirkt auch eine massive Umverteilung von der gro√üen Mehrheit der Bev√∂lkerung zu einer kleinen Minderheit. In absoluten Zahlen sind das in Deutschland etwa 600 Millionen Euro, die Tag f√ľr Tag umverteilt werden.

Ein erster Schritt zu einem bewussten Umgang mit Geld hei√üt: Ethisches Investment. Wer sein Geld auf einem Sparkonto oder bei einem Investment-Fond anlegt, nimmt normalerweise in Kauf, dass es dahin flie√üt, wo die h√∂chsten Gewinne winken ‚Äď ohne R√ľcksicht darauf, welche Sch√§den es dabei anrichtet. Die Anzahl der Menschen, die zu begreifen beginnen, dass ihre Geldanlagen nicht ihren eigenen Priorit√§ten widersprechen sollten, und die ein ethisches Investment bevorzugen, w√§chst jedoch t√§glich. Ebenso w√§chst die Anzahl ‚Äěguter‚Äú, √∂kologische und soziale Ziele verfolgender Banken, die oft nur geringe Zinsen zahlen k√∂nnen. In Deutschland gibt es derer bereits vier ‚Äď die GLS Bank, die Umweltbank, die Triodos Bank und die Ethikbank. Die GLS Bank als eine der √§ltesten vergr√∂√üert seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 ihren Kundenstamm um 2000 Neukunden pro Monat.

Dar√ľber hinaus gibt es neue Geldmodelle, die statt des Geldgewinns einen bestimmten Nutzen optimieren. Es existieren schon heute zahlreiche Beispiele wie die schwedische JAK-Mitgliedsbank, die ganz ohne Zinsen auskommt. Es gibt Zeitbanken, √ľber die sich Pflege und Betreuung √§lterer Menschen einfacher organisieren und finanzieren lassen. Es gibt zinsfreie Parallelw√§hrungen wie das WIRSystem in der Schweiz, das kleinen und mittleren Unternehmen zinsfreie Kredite gew√§hrt und besonders in Krisenzeiten stark genutzt wird. Es gibt Vorschl√§ge f√ľr Bildungs- und Gesundheitsw√§hrungen f√ľr den globalen Handel und eine globale CO2-W√§hrung, die alle auch ohne Zinsen funktionieren.

Am Beispiel regionaler, in Deutschland seit 2003 existierender Währungen will ich deutlich machen, wie solche Währungen entwickelt werden, funktionieren können und was ihre speziellen Vorteile sind.

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Vom Globalen zum Regionalen

Vielleicht liegt es daran, dass ich u.a. Stadt- und Regionalplanung studiert habe. Jedenfalls stie√ü ich eines Tages auf den Begriff ‚ÄěRegionalw√§hrung‚Äú, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging. K√∂nnte die Region die neue Bezugsgr√∂√üe f√ľr ein neues Geldsystem sein? Nicht so gro√ü, dass es f√ľr die internationalen W√§hrungsh√ľter gef√§hrlich w√§re, aber auch nicht so klein, dass man den Vorteil eines solchen Geldes nicht auch in der eigenen Tasche sp√ľren w√ľrde?

Der Begriff, so schien mir, fl√∂√üte Vertrauen in die eigene Kraft dieser W√§hrungsnutzer ein, und ich erkannte die M√∂glichkeit, hier ein vielen Menschen einleuchtendes Konzept zu entwickeln. Auch mein langj√§hriger Freund Bernard Lietaer hatte bereits dar√ľber nachgedacht und dazu einige Aufs√§tze verfasst. Uns war klar: Die Zeit war reif; denn die Frustration √ľber die ungebremste Globalisierung, bei der es immer weniger Gewinner und immer mehr Verlierer gibt, nimmt zu. Das Geld als Spielball f√ľr Spekulanten, die ganzen V√∂lkern die finanzielle Existenzgrundlage entziehen, das Geld als Waffe, mit der die Sch√§tze der Welt aufgekauft und einer kleinen Elite zur Verf√ľgung gestellt werden, ist zum ersten Mal in der Geschichte durch seine globale Dimension so gef√§hrlich geworden, dass kaum jemand die Bedrohung noch √ľbersehen kann.

Nachdem in Bremen und in Prien am Chiemsee die ersten Regionalw√§hrungen entstanden waren und noch bevor unser gemeinsames Buch erschien, gr√ľndeten bereits vierundzwanzig Initiativen in Deutschland ein Netzwerk. Daraus entstand zwei Jahre sp√§ter der Regiogeld-Verband. (www.regiogeld.de)

 

Vom Crash-Szenario zum entkoppelten Geldkreislauf

Eine der erfolgreichsten deutschen Regionalw√§hrungen ist der Chiemgauer. Christian Gelleri startete die Initiative 2002 mit sieben Sch√ľlerinnen. Inzwischen arbeiten die Landkreise Traunstein und Rosenheim in Oberbayern mit diesem Regiogeld. Fast 180.000 Chiemgauer sind bar im Umlauf. 2010 f√ľhrte dies zu einem Umsatz im Wert von 5 Millionen Euro. 3.000 Mitglieder verwenden die Zweitw√§hrung, und rund 600 Gesch√§fte und Unternehmen akzeptieren ihn.

Der Wert des Chiemgauers entspricht dem Euro 1:1 und wird mit diesem gedeckt. Als Umlaufsicherung f√ľr das Regionalgeld dient eine Liegegeb√ľhr, eine Art Verfalldatum, d.h. er verliert pro Quartal zwei Prozent seines Wertes. Der Verbraucher ist also angehalten, den Chiemgauer auszugeben, sonst muss er ihn am Ende eines Vierteljahres mit einer Klebemarke um diese zwei Prozent aufwerten. Dies sorgt daf√ľr, dass der Chiemgauer schneller uml√§uft, dass er die Weitergabe und damit die regionale Wertsch√∂pfung f√∂rdert und nicht in spekulativer Absicht dem Geldkreislauf entzogen wird. M√∂chten Unternehmer Chiemgauer in Euro umtauschen, wird der Regionalbeitrag f√§llig. Diese R√ľcktauschgeb√ľhr soll dazu beitragen, den Chiemgauer im regionalen Kreislauf zu halten. Die Gratismitglieder des Chiemgauer e.V. k√∂nnen ihn dann kostenfrei an √ľber 40 Ausgabestellen gegen Euro eintauschen.

Regionalwährungen ermöglichen eine teilweise Entkoppelung der Region von der globalisierten Wirtschaft und wirken wie eine halb durchlässige Membran oder ein Schutzwall, der besonders die peripheren Regionen vor dem finanziellen Ausbluten bewahren kann. Sie schaffen auf vielfältige Art neue Liquidität: Durch Gutscheine, die durch Euro abgesichert sind, durch Kaufleute, die sich zusammenschließen und ihr eigenes, auf einen bestimmten Prozentsatz ihrer Umsätze abgesichertes Geld herausgeben, durch bargeldlose Verrechnungssysteme oder zinslose Spar- und Leihgemeinschaften.

Da Wertsch√∂pfung und √úbersch√ľsse in der Region bleiben, sinkt die Arbeitslosigkeit. Dar√ľber hinaus wird die regionale Identit√§t gest√§rkt und die Zusammenarbeit der Bewohner w√§chst. Zwischen Konsumenten und Produzenten entstehen engere Beziehungen, und die Transportwege verk√ľrzen sich. Obendrein kann so Energie gespart werden.

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Wertbeständiges Geld mit sozialem Mehrwert

Komplement√§re W√§hrungen weisen untereinander wesentliche Gemeinsamkeiten und grundlegende Unterschiede zum herk√∂mmlichen Geld auf: Richtig angewandt sind sie f√ľr alle, die daran teilnehmen, ein Gewinn. Vom heutigen Geldsystem profitieren hingegen nur etwa 10 % der Bev√∂lkerung, w√§hrend 90 % draufzahlen. Weil sie durch Waren oder Dienstleistungen abgesichert sind, erzeugen sie keine Inflation, sondern f√∂rdern die Stabilit√§t des Geldsystems. Da ihr Entstehungsprozess einfach und transparent ist, k√∂nnen sie auch demokratisch kontrolliert werden.

Wichtig ist, dass sie vorhandene Ressourcen mit einem ungedeckten Bedarf zusammen bringen und damit neue Arbeitspl√§tze schaffen k√∂nnen, gerade in jenen Bereichen, die sich im herk√∂mmlichen Geldsystem nicht ‚Äěrechnen‚Äú, d.h. sie verbessern das Angebot an Sozialleistungen und stiften Nutzen, der sonst nicht zustande k√§me. Damit k√∂nnen sie auch den Staatshaushalt entlasten, weil sie wenig bis keine Mehrkosten oder Steuererh√∂hungen verursachen.

All diese Eigenschaften stehen im Gegensatz zum herk√∂mmlichen Geld, dessen Entstehung und Auswirkungen kaum verst√§ndlich sind; das langfristig an Wert verliert; von dessen Verteilungswirkung √ľber den Zinsmechanismus nur ein kleiner Prozentsatz der Bev√∂lkerung profitiert, w√§hrend die gro√üe Mehrheit immer √§rmer wird; das keinerlei Sozialbindung oder Moral kennt und das, als weltweites Steuerhinterziehungs- und Spekulationsmittel eingesetzt, immer h√§ufiger allen schadet, auch denen, die oberfl√§chlich betrachtet davon profitieren.

So wie es unterschiedliche Hausentw√ľrfe oder Kraftfahrzeuge f√ľr verschiedene Zwecke gibt, kann es auch verschiedene Geldentw√ľrfe f√ľr verschiedene Zwecke geben. Kurz gesagt, das Ph√§nomen Geld wird durch neue Entw√ľrfe aus seinem Denkgef√§ngnis befreit. Warum sollte ein Kind ein Eis um die Ecke mit dem gleichen Geld kaufen und bezahlen, mit dem in Japan Autos oder in China Firmenbeteiligungen gekauft werden?

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Der Anfang einer neuen Entwicklung

Anstelle sozialer Programme, die sich mit dem Transfer finanzieller Ressourcen von Reich zu Arm begn√ľgen, sind Komplement√§rw√§hrungen ein v√∂llig neuer Weg, um den Anspruch auf soziale Leistungen und mehr soziale Gerechtigkeit einzul√∂sen. Einmal eingef√ľhrt, k√∂nnen sie sich selber finanzieren, ohne den Staatshaushalt zu belasten. Anders gesagt k√∂nnen sie den Wohlfahrtsstaat teilweise ersetzen, ohne selbst ein Wohlfahrtssystem zu sein. Sie sind hoch innovative Selbsthilfemittel, die durch kreatives Handeln im Sinne einer ‚Äěkollektiven Intelligenz‚Äú die Eigeninitiative von Einzelnen und Gruppen f√∂rdern, ihren Selbstwert und insgesamt unser ‚ÄěSozialkapital‚Äú st√§rken.

Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die das herk√∂mmliche Geldsystem durch neu zu schaffende W√§hrungen erg√§nzen soll. Das Ziel ist, im Zusammenspiel der verschiedenen W√§hrungen einen Weg zu einer ausgeglichenen, den Menschen dienenden und von Menschen beherrschbaren Globalisierung zu finden. Die Zeit ist reif daf√ľr.

 

Margrit Kennedy war bis 2002 Professorin f√ľr Ressourcen sparendes Bauen an der Universit√§t Hannover, befasst sich seit √ľber drei√üig Jahren mit der Reform des Geldwesens und hat dazu mehrere B√ľcher ver√∂ffentlicht. Sie ist eine der Referentinnen auf unserem ersten MYSTICA Kongress „Der Neubeginn“ in M√ľnchen.

√Ąhnliche Beitr√§ge

5 Kommentare

Jacqueline 9. April 2013 - 01:05

Ein Hallo..

Das Motto „Besetzt das Geld“gef√§llt mir gut!!

Es gibt Möglichkeiten, das jetzige Geldsystem sinnvoll zu nutzen
und trotzdem sich von globalen Machschaften nicht einwickeln zu lassen.

Die meisten wissen aber nicht wie… weil es in den meisten F√§llen nicht von heute auf Morgen geht…

Im Geldsystem Leben und die Lebensart nach und nach ändern.
Das kann der N-O-B Club bewirken – die Seite ist noch nicht fertig/ Hilfe wird an jeder Ecke ben√∂tigt um nicht der Geldgier zu dienen, sondern Menschen absichert, auch dar√ľber hinauswachsende schadet nicht, wovor viele Bedenken haben.
Wenn wir auch die Einnahmen auf 7000,- monatlich reduzieren, mit den Gelder dar√ľber hinaus Projekte f√∂rdern… unabh√§ngige, autarke, gemeinschaftliche von Stadt bis ins Landleben… auch Bankenunabh√§ngige Geldsysteme etc. es w√§re genial und vor allem ziemlich schnell durch den N-O-B Club m√∂glich!!
Wenn nur 30% der Menscheit, daran teil haben w√ľrden und weiter wachsen… macht euch selbst ein Bild!!!
http://www.n-o-b-club.de
LG
Jacqueline

mucmartijn 1. August 2012 - 10:05

vielen dank f√ľr den beitrag.

– verfalls datum, grossartig, geldumlauf sp√ľlt geld zu den armen
– zinsentkopplung ideal f√ľr den kleinen mann
– antiinflation durch sozialbindung
– regionalgeld als sicherer hafen

es finden sich massenhaft gute ideen. eine weitere entwicklung k√∂nnte das weiterdenken in ein lokales grundsicherungsnetz sein. das reizende beispiel in brasilien zeigt den mut und die kraft dieser idee. eine gesellschaft deren verm√∂gende mitglieder es sich erlauben den bed√ľrftigen lokal zu helfen w√ľrde durch die regionale beziehung lokal ver√§ndert. initiative und unternhemergeist ver√§ndern die eigene lebensqu√§lit√§t, die nachbarschaft, das dorf oder der stadtteil werden sch√∂ner.

mfg martin

Violet Teki 14. Juli 2012 - 14:47

Hoffentlich kommt es bald zu einem Durchbruch. Das Wissen ist da, aber das System stemmt sich noch dagegen, aber es kann nur uns nur positiv stimmen, dass in der Geschichte immer irgendwann das Neue das Alte verdrängt.

Barbara Brunn-Schulte-Wissing 12. Juni 2012 - 11:34

P.S. habe erneut √ľberlegt, wie „ertragreich“ regionales geld sein k√∂nnte: Beispiel:
klimaschonende und gesundheitsfördernde Lebensweisen, z.B. vegane
Ern√§hrung, Sport, Yoga, o.√§., Meditation, Gespr√§chskreise √ľber
soziale, pers√∂nliche und spirituelle Themen m√ľssten eigentlich regional zu Erfolg f√ľhren, so dass weniger Gewalt, Krankheit, Verschwendung, Gesundung der Umwelt mit Zunahme der Vielfalt usw…
folgen werden. Das m√ľsste sich als regionaler, finanzieller Eintrag
nachweisen lassen, wodurch die regionale W√§hrung gest√ľtzt wird.
Krankenkassen h√§tten dazu die Bilanz f√ľr diese Region nachzuweisen,
z.B. sind die Kosten im Vergleich zu den Zahlungen √ľber 50% gefallen. Somit zeigte sich die Wirksamkeit regionaler Bem√ľhungen.
Es wäre tatsächliche Gesundheitspolitik und nicht das Gegenteil.

B. Brunn-Sch.-W.

Barbara Brunn-Schulte-Wissing 12. Juni 2012 - 11:16

Mit diesem Thema befasse ich mich greenhornm√§√üig auch bereits > 20 Jahre und merke daran, dass die pers√∂nliche Reife auch die Kreativit√§t und Effizienz der Aussagen mitbestimmt. Das gilt √ľbrigens f√ľr alle anderen Themen genauso. So folgt schon ein 1. statement:
1. ein Wettbewerb oder Grade an Kompetenz, Mitteln, Verbindungen,..
sind f√ľr sich betrachtet zwar Markierungsimpulse, aber sobald
sie wie absolute Ziele wirken, d.h. Lebensenergie lenken, wird
die Funktion oder Bedeutung von Positionen nur daraufhin
verstanden oder bewertet. Das ber√ľhmte Beispiel von Lafontaine
vom Gras und Baum (l`arbre et le roseau) zeigt so etwas, nämlich
eine Überlegenheit des Grases bei starkem Wind, während der
Baum bricht.
Analogien sind zwar verf√ľhrerisch, aber auch anregend. `Mein
Haus, Auto, Versicherung…¬īsind solche Markierungsimpulse,
aber leider hat Graswurzelbewegung wenig zum Bewußtsein des
Grashalmes (s.o.) beigetragen. So scheint mir der Anspruch von
allseitiger Liebe sehr gelungen als ökologisches
Selbstverständnis. Dazu passt jedenfalls kein Vermarktungsmulti
oder keine globale Vermarktungswährung. So wie Wasserpflanzen
oder W√ľstengew√§chse unterschiedliche Bedingungen brauchen, ist
es auch f√ľr menschliche Gemeinschaften je nach Standort oder
kultureller Entwicklung. Daher scheint regionales „Geld“
vern√ľnftig, sofern von Liebe getragen.

2. Offensichtlich ist Zeit als relative Dauer von Vorgängen ein
Maßstab, der die irdischen Lebewesen vergleichen lässt in
Bezug auf ihre Beschäftigungen. Mit dieser Skala wäre die
Stunde eines Maraton-Läufers gleich der eines Gehhilfe
Bed√ľrfigen oder die Stunde eine Schreibkraft gleich der eines
Schreibsch√ľlers. Aber auch Vergleiche von S√§ngern, B√ľrokraten,
Handwerkern, usw… f√ľhren zur Bewertung von Zeiteinheiten.
Das wird bislang als unangemessen abgelehnt. `Du eine Stunde –
ich eine Stunde¬ī wie es nicht selten in geldlosen Gegenden
war, kann in heutiger westlicher Gesellschaft nur privat
gelten.
In Liebe verbundene Menschen teilen ihre Zeit, schenken sich
Zeit, geben bewußt und gern von ihrem Lebensquantum ab. So
erf√ľllt sich die Aussage von Jesus √ľber die Talente oder das
Scherflein der Armen im Vergeleich zur Spende des Reichen.
Herzlichkeit,Aufrichtigkeit und Einsatz bestimmen den Wert der
Gaben. Das war dem reichen J√ľngling, der Jesus folgen wollte
zu viel. Aber leider f√ľhrte dieses Beispiel auch zur
bereitwilligen Armut unter Herrschaften; es war eine Art
einzige Qualifikation oder Rechthaberei in Anbetracht von
Unterdr√ľckung, ein jahrtausende altes Muster, das langsam
abzulösen ist durch leider geschändete Begriffe wie
Gleichheit, Br√ľderlichkeit, o.√§. .Die gesellschaftliche
Ethik ist kein Automatismus; sie wird durch Religionen und
Bildungseinrichtungen vereinnahmt. Geld, Gl√ľck, Gesundheit oder
ewiges Leben konkurrieren in endlosen Mustern. Wir sollten
uns um Befreiung von solchen Korsetten bem√ľhen.

3. Das Umsetzen von sozialer Liebe als globaler Orientierung
ist nicht allein mitmenschlich oder ökologisch zu erreichen.
Sofern wir Menschen z.B. erfahren, das unsere Einbettung in
auch spirituelle Zusammenhänge Tatsache ist, gibt es Wege
oder Lebensweisen, die so eine Integration vermitteln. Es
scheinen jedenfalls unterschiedliche, aber trotzdem
wirkungsvolle Vorgänge zu sein.
Auch hier ist angstfreies Kommunizieren, Vergleichen und
Praktizieren w√ľnschenswert. Gewi√üheit, ob Vertrauen oder
Glaube materielle Mittel dauerhaft verf√ľgbar macht, hat
eher biologische Bed√ľrfnisse im Sinn; wenn es wichtiger
wird, persönliche Zufriedenheit oder Lebensfreude oder
Entwicklung gemeinsamer Spiritualität anzustreben, kann
schon mal eine Schmälerung oder Ansammlung von materiellen
G√ľtern vordergr√ľndig sein. Es kommt darauf an, in welchem
Selbstverständnis gehandelt wird. Notzeiten waren schon
immer lehrreich, F√ľlle brachte auch Verderbnis oder Trauer
mit sich. Institutionell gelenkte Not allerdings ist kaum
f√∂rderlich, weil sie √úberfl√ľsse produziert. Was k√∂nnen
Herrlichkeit, Schönheit, Gnade bedeuten, wenn sie nicht
wahrnehmbar sind, weil N√∂te daf√ľr blind machen?!
Absichtsvolles Einbeziehen von Mächten, Kräften, Energien,
G√∂ttlichkeit,… ist ein Instrument f√ľr soziales Gedeihen,
das als Verwirklichung sog. göttlicher Ordnung verstehbar
sein kann. Integralen Strukturen folgen oder dienen sollte
nicht autoritäres Muster sein, sondern ein Netzwerk der
Liebe, womit ein jedes Lebewesen identifizierbar ist.

F√ľr mein soziales Umfeld strebe ich so eine Verwirklichung an
und gew√∂hne mich Schritt f√ľr Schritt an das Entdecken subtiler
Hilfen. Mögen wir uns daran orientieren.

Barbara Brunn-Schulte-Wissing

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