„ Lucy “ – Luc Besson (DVD-Rezension)

LucyCoverNimmt man an, der Mensch hat zu 90% seiner Gehirnkapazität keinen Zugang und verwendet ein Leben lang ausschließlich 10% seines Gehirns, wäre man nicht gewollt, weitere Prozente zu aktivieren? Sicherlich! Nach dem Prinzip je mehr, desto besser. Doch wäre man auch damit zufrieden, wäre das Leben lebenswerter und wäre alles plötzlich einfacher – mit mehr? Und was passiert bei vollen 100%? Diesen Fragen muss sich der französische Regisseur Luc Besson gestellt haben, bevor er den Action- und Science-Fiction-Film  „Lucy“ drehte. Scarlett Johansson und Morgan Freeman in den Hauptrollen bereiten dem Werk alle Ehre.

Der sogenannte Zehn-Prozente-Mythos ist, wie der Name ja schon sagt, offiziell nur ein Mythos, doch dieser Film macht ihn ganz greifbar. Nicht allzu vielversprechend, grau und düster am Beginn, entwickelt sich doch zur Mitte und dem Ende hin ein unglaublich berauschender, bunter Film. Die blonde Amerikanerin Lucy (Scarlett Johansson), wird in einen Drogen-Schmuggel  verwickelt, mit dem sie eigentlich nichts zu tun hat. Die Szenen sind blutig, gewaltvoll und angsteinflößend. Ihr, und ein paar männlichen Opfern koreanischen Gangster, wird ein Päckchen mit einer blauen Droge in den Unterleib implantiert – doch in ihrem Fall bleibt die Droge dort nicht allzu lange. Als versehentlich ein Teil des blauen Pulvers in ihre Blutbahn gerät, mutiert Lucy geradezu zu seiner Powerfrau mit beinahe magischen Kräften. Wieso? Weil die Droge ihre Zellen anregt und die Gehirnkapazität auf 20% erhöht hat. Innenansichten der Blutgefäße machen die explosionsartige Verschmelzung der Droge mit Lucys Körper deutlich. Endlich kann sie sich aus den Fängen der Gangsterbande befreien. Doch damit ist es nicht getan! Zur gleichen Zeit hält ein Professor (Morgan Freeman) einen Vortrag über die menschliche Gehirnkapazität in einer Universität. Diesen Professor wird Lucy aufsuchen, um mit ihm ihr neu erlangtes Wissen in ihrem Kopf zu teilen, während die koreanischen Gangster weiter auf der Suche nach Lucy sind, die nun im Besitz aller Drogenpäckchen ist. Schritt für Schritt steigt ihr Level von 20% auf 30%, 40%, 50%,… bis sie schließlich und unwiderruflich die 100% Marke erreicht und damit das Filmende einleitet. Was dann mit ihr geschieht…sehen Sie selbst! Es ist es wert!

Wunderschöne Eindrücke zum Schluss machen diesen Film zu einem richtig besonderen Erlebnis. Hypersensibilität, Zeitreisen, andere Ebenen, Intelligenz, ungeahnte physische und mentale Kräfte – all das ist Thema und Teil des Films, da Lucy dies an sich selbst erleben muss. Man könnte sich fragen, ob es nicht eigentlich auch im echten Leben Menschen gibt, denen es ein wenig ähnlich ergeht wie Lucy.

Dieser Film ist weder romantisch, ruhig oder theatralisch, sondern aufwühlend, inspirierend, anregend und sicherlich sehr philosophisch, mit Aussagen wie „We never really die“ oder „Life was given to us a billon years ago – what have we done with it?“.

Eine Rezension von Natascha Stevenson


Infos zum Film:

Lucy
Filmlänge: 90 Minuten
Produktion: 2014
Regisseur: Luc Besson
Webseite zum Film: https://www.lucy-everywhere.com/

Hier können Sie den Film bestellen.

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