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Frieden Jetzt! – Anssi Antila

von Natascha

Diszipliniert nichts tun, denken, wollen… kann eine Herausforderung sein! Denn das ICH sucht immer nach Ablenkung, obwohl wir doch eigentlich nach innerem Frieden streben. Für den spirituellen Satsang Lehrer Anssi Antila gilt daher der Satz: „Der direkteste Weg zum Frieden ist, gedankenleer zu verweilen und jedes Gefühl wohlwollend wirken zu lassen.“ In der folgenden meditativen Inspiration führt er den Leser in eine Welt der mentalen Leere.

von Anssi Antila

 

Ein bisschen Frieden erntest du, wenn du diesen Augenblick erlebst, ohne einen Standpunkt zu haben, ohne eine mentale Perspektive einzunehmen, ohne das Jetzt durch die Brille deiner Wünsche und Sorgen zu betrachten.

Ein bisschen Frieden ernstest du, wenn du frei von Gedanken bist, mental leer. Fünf Sekunden, in denen du atmest, aber nicht denkst, beruhigen dein System sofort.

Du machst das übrigens automatisch. Man nennt es „Durchatmen“. Dabei bist du für einen kurzen Augenblick gedankenleer.

Tust du es jedoch länger als nur für eine kurze Weile, wird dein Verstand dir sagen, dass dieser kurze Frieden zwar schön und gut ist, aber nicht produktiv, man könnte etwas „sinnvolleres“ tun, als den Frieden zu genießen.

Was der Verstand aus Mangel an Erfahrung nicht ahnt, ist, dass dieser Frieden ein Tor zur höchsten Erfüllung ist.

Du kannst und solltest eine Menge Dinge tun im Leben, aber nichts davon wird dir mehr Erfüllung schenken und dein Leben mit Sinn bereichern, als in diesem unscheinbaren Frieden zu verweilen.

Leer zu sein. Nichts zu sein. Dich und dein Leben (in der Zeit) für eine Weile zu vergessen und wirklich im Kontakt mit der jetzigen Lebendigkeit zu sein, frei von Gedanken, frei von dem Wunsch, in den nächsten Moment zu kommen, frei von Kontrolle oder Steuerung.

Kurzum: mental leer, aber wach zu sein.

Am Anfang scheint es nicht so, als wäre dieser simple Zustand das Intro für die tiefgreifendste Veränderung, die du in deinem Leben erfahren wirst, deshalb bringt auch kaum einer die Disziplin auf, diesem Zustand immer wieder eine Chance zu geben. Er verspricht nicht viel.

Doch der größte Schatz verbirgt sich in dem Unscheinbaren, dort, wo du es am wendigsten erwartest.

Es scheint auch so, als wären wir lieber im Stress als im Frieden. Dies lässt sich erklären, denn Stress bedroht unser Ego nicht, der Frieden schon. Deshalb wirst du Kräfte in dir registrieren, die nicht im Frieden verweilen wollen. Kräfte, die immer etwas erledigen wollen, etwas klären, über etwas nachdenken, etwas verbessern oder ändern wollen – alles tun wollen, nur nicht im Frieden zu verweilen.

Die Ironie an unserem Getriebensein ist, dass dahinter die Hoffnung liegt, zukünftig eine höhere Harmonie zu erreichen. Dabei ist der direkteste Weg, um dies zu erreichen, hier und jetzt im Frieden zu verweilen.

Dein Verstand weiß es nicht, weil du es vermutlich nie erlebt hast, aber du bist stets nur einen Millimeter von der Erfüllung deiner tiefsten Sehnsucht entfernt.

Alles, was du tun musst, ist hier und jetzt im Frieden zu verweilen, gedankenleer zu sein. Das ist der direkteste Weg.

Allerdings ist der direkteste Weg nicht der leichteste, denn sobald du dir vornimmst, im Frieden zu verweilen, wirst du konfrontiert mit dem, was hier und jetzt scheinbar nicht im Frieden ist. Oft bemerkt man ein Gefühl, das alles andere ist als friedlich.

Für die egoistischen Kräfte in dir, die nicht deinen Frieden wollen, ist dieser gefühlte Unfrieden die perfekte Einladung, um dich zu überzeugen, dass es nicht funktioniert, was ich hier sage, dass du dich ablenken solltest, dass es nichts bringt. Und schon bist du wieder beschäftigt – mental oder physisch. Schon hast du dich vom direkten Weg entfernt.

Doch wenn du nicht diesen Kräften vertrauen würdest, die sich als deine Gedanken maskieren, sondern dem Leben selbst dein Vertrauen schenktest … Wenn du vertraust, dass das Leben deinen Zustand ändern kann und es deine Kontrolle nicht braucht, würdest du bezeugen, wie das Leben den Unfrieden in dir in Frieden verwandelt. Nur dauert es vielleicht mal eine Stunde. Doch diese Stunde kann größere Früchte bringen, als alle Taten deines Lebens.

Wisse: Wenn du dich leer machst von deinen Gedanken, nur atmest und die Lebendigkeit mühelos empfängst, nichts im Kopf festhältst oder dokumentierst, dich aber nicht friedlich dabei fühlst, läuft da nichts verkehrt. Du bist immer noch auf dem direktesten Weg zum Frieden.

Das Leben testet dich nur, wie weit du bereit bist, deine Kontrolle, und somit dein Ego, aufzugeben und dem Leben selbst zu vertrauen, deiner Lebendigkeit zu vertrauen, so als wäre das Leben selbst ein Heiler, dem du dich überlässt, ohne zu bestimmen, wo es jetzt emotional hingeht oder wie schnell dieser Heiler ein Ergebnis produzieren soll.

Du bist ohne Erwartung einfach hier, du atmest, bist mental leer und lässt die Emotionen fließen. Sie wissen, was sie tun.

Egal, mit welchem Gefühl du startest, wenn du es fließen lässt und keine Kontrolle ausübst, fließt es immer zurück in die Liebe. Das ist eines der Wunder des Lebens: Das Leben macht dich mühelos glücklich, wenn du nichts tust, dich nicht wehrst, dich nicht ablenkst.

Doch du musst diszipliniert nichts tun, diszipliniert nichts denken, diszipliniert nichts wollen, außer genau zu beobachten, was du fühlst und offen für den emotionalen Fluss zu bleiben.

Du darfst dich nicht zusammenziehen und keine Träne unterdrücken, wenn es wehtut, sondern dich jeder Emotion vertrauensvoll hingeben. So als wäre jedes Gefühl eine Arznei, die du begrüßt, auch wenn sie bitter schmeckt. Du lässt dein Gefühl wohlwollend in dir leben und wirken.

Und wenn du dich richtig auf diesem Prozess einlässt und einmal erlebst, dass nicht du für dein Glück sorgen musst, sondern dass dich das Leben selbst in einen erfüllten Zustand führt, selbst durch jeden Sturm hindurch, wirst du alles mit völlig anderen Augen betrachten.

Ich untertreibe hier stark: Du könntest dein blaues Wunder erleben. Du musst es nur tun und nicht aufgeben, es immer wieder zu tun, bis du in dir den Beweis für meine Worte findest:

Der direkteste Weg zum Frieden ist, gedankenleer zu verweilen und jedes Gefühl wohlwollend wirken zu lassen.

Habe mehr Vertrauen in deinen Körper als in deine Kontrolle. Lasse ihn die Arbeit tun. Lasse ihn den Prozess steuern.

Deine Aufgabe ist, dich zu disziplinieren, das Ruder NICHT zu ergreifen. Diszipliniert nichts zu tun und diszipliniert nichts zu denken.

Dich diszipliniert zu entspannen, Körper und Geist, ist der direkteste Weg zum inneren Frieden.

 

Über Anssi Antila:

1979 in Sankt-Petersburg geboren, wuchs in Helsinki und Berlin auf, wo es 2009 geschah: Beim Lesen eines Buches erwachte er zu seiner wahren Natur – eine spontane Erleuchtung. Für den ehemaligen Manager, den Spiritualität nie interessierte, begann plötzlich ein neues Leben.
www.anssi.guru

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2 Kommentare

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2 Kommentare

Stephan 26. September 2018 - 09:05

So eine wunderbare klare Anleitung. So einfach, und doch erscheint es mir, wenn ich es ausprobiere und auch übe, so gar nicht leicht!
Ich möchte diese Anleitung mit ebenso klaren Sätzen ergänzen, weil es finde ich einfach gut passt.

In der Tattva Viveka schreibt Dr. med. habil. Dr. Karl J. Probst im Artikel Spiritualtiät und Gesundheit:
Es geht nicht um irgendein beabsichtigtes „Abstellen“ der Gedanken, sondern darum, einen wachsamen Bewusstseinszustand zu erreichen, in dem man beständig aufmerksam und präsent ist und alle Geschehnisse und Gedankenformen – ohne innere Anteilnahme und Bewertung – von Augenblick zu Augenblick registriert und ohne Wertung genau beobachtet. Das heißt, da man nicht in das Drama der Gedanken einsteigt, entzieht man dem Verstand die Energie. Dadurch verebben im Laufe der Zeit ganz von selber die verschiedenen Gedankenformen, und Mediation, d. h. Stille, geschieht von selbst.

Und in Das Glück der Meditation (Neuerscheinung Jhana Verlag) schreibt Leigh Brasington als Anleitung, um in die erste Vertiefungsstufe zu kommen u. a.:
Man sitzt in bequemer, aufrechter Haltung und erzeugt die angrenzende Sammlung, indem man die Achtsamkeit auf ein einziges Meditationsobjekt richtet und dort hält. Wenn die angrenzende Sammlung stabil ist, verlagert man die Achtsamkeit vom Atem (bzw. dem gewählten Meditationsobjekt) auf ein angenehmes Gefühl, vorzugsweise eine angenehme Körperempfindung. Man verlagert die Achtsamkeit auf dieses Gefühl, man hält die Achtsamkeit bei diesem Gefühl und tut ansonsten nichts.
Natürlich liegt genau darin die Schwierigkeit: ansonsten nichts zu tun. Man lenkt die Achtsamkeit auf das angenehme Gefühl und nichts geschieht. Es könnte sein, dass der Gedanke: „Er hat gesagt, es passiert was“ auftaucht. Nein, ich habe nicht gesagt, dass man das Erleben des angenehmen Gefühls kommentieren soll. Oder man lenkt die Achtsamkeit auf das angenehme Gefühl, es wird stärker, und man denkt: „Oh! Oh! Oh! Da passiert was!“ Auch das sollte man tunlichst vermeiden – alles, was dann passiert ist, dass „es“ wieder verschwindet. Oder aber, das angenehme Gefühl zeigt sich nur zaghaft, wird ein wenig stärker und versiegt wieder, und man versucht, ihm ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Leider nein, das funktioniert alles nicht. Man beobachtet einfach nur das angenehme Gefühl.

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Stephan 25. September 2018 - 19:56

Wow! Vielen Dank für diese unglaublich klare Anleitung!

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