Die Hochpotenz der Weihnachtszeit – Randolf M. Schäfer

von Thomas

WeihbaumtextDie Weihe-Nachts-Zeit zu einer Zeit der eigenen Erfahrungen zu machen kann sehr inspirierend sein. Vielleicht haben Sie Freude daran Ihr Weihnachtsfest einmal in einer anderen Form zu gestalten, es zu einem initiatischen Erlebnis zu machen. Der Astrosoph Randolph Schäfer vermittelt einige hilfreiche Gedanken und eine Meditation dazu.

Von Randolf Schäfer


Zwanzig Jahre habe ich jedes Jahr zu Weihnachten in Seminaren in dieses Mysterium hinein geführt. Viele der Teilnehmer aus diesen Veranstaltungen haben für sich eine ganz neue Form gefunden, die Zeit der Weihe-Nächte für sich zu nutzen und freuen sich jedes Jahr auf diese besondere Zeit.

Jeder, der den inneren Drang spürt, kann sich auf den Weg machen, um einen inneren Zustand zu erreichen, der einen manches, was die bisherige Lebensausrichtung anbetraf, mit anderen Augen sehen lässt. Vieles beginnt sich zu relativieren, wenn man sich auf den Weg macht. Allmählich werden neue Aspekte des Lebens wichtiger und man schaut mit einem anderen Blick auf die Lebenserfordernisse.

Dies ist nicht allein ein intellektueller Akt, sondern es braucht dazu eine besondere Resonanz, um Dinge erkennen zu können.

Vielleicht haben Sie auch schon mal die Erfahrung gemacht, wenn Sie beispielsweise ein Buch mit Weisheitslehren gelesen haben und Sie dieses Buch nach dem Verstreichen einiger Zeit noch einmal zur Hand nahmen, dass Sie seine Inhalte erstaunlicherweise ganz anders und neu verstanden. Vielleicht haben Sie sich sogar gefragt, ob Sie das Buch vorher überhaupt richtig gelesen haben. Solche Erfahrungen haben etwas mit dem Resonanzprinzip zu tun. Wenn ich ein bestimmtes Buch im Alter von 25 Jahren lese und es fünf Jahre später noch einmal lese, werde ich mich vielleicht fragen, wieso werde ich auf bestimmte Inhalte erst jetzt aufmerksam. Diese Erfahrung entsteht aus einem Veränderungsprozess, der aufgrund gemachter Erfahrungen andere Resonanzen hervorbringt.

Alles braucht bestimmte Bedingungen und Zeit. Ähnlich wie ein Samenkorn, das einen guten Nährboden, die richtigen Lichtverhältnisse, genügend Sauerstoff und Wasser benötigt, um zu gedeihen. In den richtigen Verhältnissen beginnt sich aus dem Korn eine Pflanze zu entwickeln. Dieses Wachstum entsteht aus den rechten Bedingungen, die man hergestellt hat. Auf einer geistigen Ebene gibt es einen vergleichbaren Vorgang. Nämlich besondere Zeitabschnitte, die wie ein Nährboden mit den richtigen Umständen auf das Bewusstsein des Menschen einwirken, auf dass ein Wachstumsprozess beginnt.

Besondere energetische Voraussetzungen bestehen im Zeitfenster zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar

Die Weihe-Nachts-Zeit ist ein Zeitabschnitt mit besonderen energetischen Vorraussetzungen für das menschliche Bewusstsein. Wichtig ist einfach, dass man sich darauf einlässt und diese Zeit mit Abstimmungen nutzt. Sie heißt deshalb Weihe-Nachtszeit, weil in diesen Nächten eine einweihende Qualität besteht. Ganz spezielle energetische Gegebenheiten wirken in dieser Zeit, es ist ja die Zeit der Wintersonnenwende. An diesem Punkt kehrt das Licht zurück. Die in diesem Zeitfenster bestehenden besonderen energetischen Verhältnisse ergeben sich aus der Achsialposition der Erde zum interplanetarischen Raum. Aus diesem folgt in der Zeit der Wintersonnenwende eine besondere Einstrahlung auf die Erde.

Die besondere Intensität besteht in der Zeit vom 24. Dezember bis zum 6. Januar.

Für all jene, die neben den alten mystischen Erkenntnissen, auch Freude an einer wissenschaftlichen Erklärung haben, lässt sich das Phänomen der Weihe-Nachts-Zeit auch physikalisch erklären. Die Wissenschaft hat ja bereits eine Einwirkung der magnetischen Strahlen der Sonne auf das Erdmagnetfeld festgestellt. Das Erdmagnetfeld wiederum hat eine Einwirkung auf das menschliche Gehirn, das mit veränderten Zuständen darauf reagiert. Dazu gibt es ganz spannende Studien der NASA, die zu solchen Erkenntnissen gekommen sind, als Ärzte und Wissenschaftler die von der Raumkrankheit beeinträchtigten Astronauten untersuchten. Man folgerte aus den Untersuchungen, dass die körperlichen und geistigen Symptome aus dem fehlenden Erdmagnetfeld entstanden. Darauf hin hat man ganz spezielle Bedingungen im Labor simuliert, in dem man das Magnetfeld reduzierte und erhöhte.

Bei erhöhter Magnetfeldeinstrahlung konnten die Wissenschaftler beobachten, dass die Probanden in besondere Zustände gelangten. Sie hörten, Klänge, nahmen sogar Wesen einer scheinbar anderen Dimension wahr und vieles mehr. Der deutsche Physiker Prof. Dr. W. O. Schumann von der TU München hatte bereits 1952 mit seinen Erdresonanzmessungen, die Herz-Frequenz der Erde ermittelt. Diese Forschungsgrundlage wurde von seinem damaligen Doktoranden Herbert König in Verbund mit Ärzten weiterentwickelt. Man stellte die unmittelbare Verbindung zwischen Erdresonanz und Gehirnfrequenz fest. Seine Grundlagenforschung bestätigt vieles, was man später in den Versuchen mit Magnetfeldern und ihrer Wirkung auf das menschliche Gehirn herausgefunden hat.

Aber ich möchte Ihnen, Ihre Freude an einem initiatischen Zeitraum nicht durch wissenschaftliche Erklärungen dämpfen. Jedenfalls ist es doch bemerkenswert, dass es dieses Wissen, um die Besonderheit der Weihe-Nachts-Zeit mit ihrer Wirkung auf Geist und Bewusstsein schon in Kulturen gab, die 3000 bis 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung existierten.

Wichtig ist zu wissen, dass die Einstrahlung in dieser Zeit im Bewusstsein alles verstärkt, was dort in einer Grundhaltung angelegt ist. Wenn wir in diesem Sinne von Herzen, eine Sehnsucht nach einer Rückbindungserfahrung haben, dann kann diese Zeit diese auch verstärken und hervorrufen.

Innerhalb der alljährlich wiederkehrenden Weihe-Nachts-Zeit haben wir die Möglichkeit, eben aufgrund der besonderen Einstrahlungsverhältnisse, an einer solchen besonderen Zeitqualität anzuknüpfen. Diese Zeitqualität trägt die Möglichkeit in sich, jene Weihe-Nachts-Erfahrung immer wieder erneut zu machen. Es ist die höchste Klarheit und Bewusstheit die wir in dieser Zeit erlangen können, indem wir uns mit dem Strom der Zeit verbinden.

Diese Anlage schlummert in uns und will erweckt werden. Auch wenn sie noch nicht vollkommen erwacht ist, bedarf er keines äußeren Vermittlers, um zu ihr zu gelangen. Das höchste Bewusstsein im Menschen offenbart sich ihm ohne die Fürsprache eines anderen, sondern durch seine eigene Kraft und die Bereitschaft dafür eine Voraussetzung zu schaffen.

Ein verändertes individuelles Bewusstsein setzt auch Impulse der Veränderung im kollektiven Feld

Das Weihnachtsfest hat seinen Sinn darin, nicht nur den Wiedereintritt der Sonnenwende zu feiern oder die Erinnerung an Christi Geburt zu erneuern, sondern es soll uns anregen, danach zu streben, dass auch in uns selbst die Geburt des Christusbewusstsein statt finden kann.

Derjenige, der in sich eine andere Wahrnehmung von Welt heranreifen lässt, außerhalb der rein materialistischen Weltsicht, dadurch dass er erkannt hat, dass er mit seiner Geburt in das irdische Leben auch bestimmte Aufgaben bekommen hat, der spendet der Welt ein Bewusstsein in reicher Fülle. Dieses kann auch im Metaphysischen Früchte tragen. So profitieren auch andere Menschen von unseren Veränderungen, denn wir verändern das kollektive Feld des Bewusstseins durch unsere Bemühungen. Der Mystiker Eliphas Levi drückte dies mit den Worten aus, “Was Du für Dich erkennst, erkennst Du für die ganze Welt”. Dies ist ein stiller Akt der die Anhebung des Bewusstseins im Kollektiv unterstützt.

Dies können wir für uns persönlich mit Freude erkennen, aber wir werden keinen weltlichen Applaus für unsere Bemühungen bekommen.

So kümmert sich auch die sichtbare Sonne am Himmel nicht um die Gewächse, die sie bescheint; sie weiß nichts von diesen, und diese wissen auch nichts von ihr, aber das Licht und die Wärme, welche die Pflanzen aufnehmen, wird ihnen zu eigen, da sie die Essenz der Sonne aufnehmen. So verdankt die Rose ihren Duft den Strahlen der Sonne, die Lilie ihre Pracht und die Weintraube ihre Süße. Auf diese Weise trägt alles einen Teil des Ganzen in sich und ist miteinander verwandt.

In ähnlicher Form ist es auch um die Geistigkeit des Menschen bestellt. Das kosmisches Bewusstsein dringt in die Seele des Menschen ein, wenn sich dieser dessen Einfluss aussetzt, dann geht in ihm das Licht der Erkenntnis auf und trägt in ihm innere Früchte, so wie die äußere Sonne auch äußere Früchte wachsen lässt.

Das wahre Selbst wurzelt in der Einheit, das gespaltene Selbst findet seinen Ausdruck in Menschen, die ihre sterbliche Persönlichkeit mit den wechselnden Meinungen, dem Denken und Fürwahrhalten zum Mittelpunkt allen Seins erheben. Das wahre Selbst ist der Sitz der Erkenntnis des Allumfassenden, das kleine Ich der Sitz der Täuschung. Wenn im Inneren des Menschen kosmisches Bewusstsein einzieht, dann wird in ihm das wahre Selbst und damit der Erlöser von der kleinen Ich-Verhaftung geboren.

Dies ist das Prinzip des Weihnachtsfestes. Es drückt in mystischer Bedeutung aus, dass die geistige Wiedergeburt an keinen Ort, kein Jahrhundert und keine Mittlerpersönlichkeit gebunden ist, sondern alle Jahre wieder im Menschen, JETZT in dieser besonderen unterstützenden Zeit stattfinden kann.


Meditation: Sich der einweihenden Qualität der Weihe-Nachts-Zeit öffnen

Weihnachten entspricht der Mitternachtsstunde des Jahres. In dieser energetisch intensiven Zeitqualität kann jeder Mensch jene besonderen beschriebenen Erfahrungen machen. Diese sind in den Nächten vom Weihnachtsabend bis Epiphanias besonders stark.

Wenn Sie die Besonderheit dieser Zeit in sich aufnehmen wollen, dann können Sie, um sich zu sensibilisieren, folgende Abstimmung ausführen. Dies können Sie zu jeder Zeit machen. Besonders intensiv ist die Zeit zwischen 23:00h und 24:00h. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich am Osthorizont unserer Erdachse, das Tierkreiszeichen Jungfrau. Jungfrau und das Zeichen Fische befinden sich im Tierkreis auf einer Achse. Unter dieser Signatur treten Sie ein in das Mysterium der Jungfrau, die sich den kosmischen Gegebenheiten anpasst und sich nach Oben hin öffnet, um sich vom Geist des Metaphysischen (Fische-Prinzip) berühren zu lassen. So wie Maria im Weihnachtsmythos vom Geist befruchtet wurde.

Setzen Sie sich dazu ruhig und gerade auf einen Stuhl oder wenn Sie lieber im Schneidersitz auf dem Boden sitzen möchten, dann können Sie auch diese Haltung einnehmen. Schließen Sie Ihre Augen, und nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Atemstrom auf. Vertrauen Sie ganz Ihrem Atem und folgen Sie ihm, bis Sie mit seinem gleichmäßigen Ein und Aus ganz in einen inneren Fluss gelangen. Versuchen Sie, sich ganz mit dem Atemstrom zu verbinden, indem Sie mit ihm eins werden. Verweilen Sie so lange in dieser inneren Bewegung, bis der Atem ganz von selbst ein- und ausfließt, fast als würde die Luft Ihre Lungenflügel bewegen. Hat der Atemstrom seinen ruhigen Automatismus gefunden, dann stellen Sie sich vor, dass Sie sich nach oben hin öffnen, als würden Sie zu einem Kelch werden. Dieser Kelch wird immer größer und dehnt sich in die Unendlichkeit aus, als wollten Sie den ganzen Kosmos empfangen.

Empfinden Sie so, als würde das kosmische Bewusstsein in Sie einströmen. Sie werden ganz durchpulst von dieser Kraft. Mit jedem Einatmen öffnen Sie sich weiter, auf dass die kosmische Wesensessenz in Sie hineinströmen kann.

Auf diese Weise berührt Sie die geistig, energetische Qualität, die an den jeweiligen Tagen im Äther präsent ist und hinterlässt ihren berührenden Abdruck in Ihrem Energiefeld.

Entwickeln Sie eine innerliche Sehnsucht nach einer kosmischen Verbindung – denn Sehnsucht und Liebe besitzen eine leitende Kraft, auf der sich ein energetischer Strom bewegen kann.

Verweilen Sie solange Sie möchten in dieser meditativen Ausrichtung. Erzwingen Sie nichts, doch seien Sie Beobachter dessen, was sich in Ihrem Inneren einstellen mag. Lassen Sie bewusst die Kräfte der Zeitqualität in sich wirken, und machen Sie die Zeit zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar zu Ihrem individuellen Weihe-Nachts-Erleben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen inspirierende Weihe-Nächte mit vielen geistigen Geschenken.

Randolf  Maria Schäfer


Randolf M. Schäfer, Jg. 1957, arbeitet seit fast 30 Jahren aktiv daran, das hermetische Urprinzipienwissen wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Er hat das System der Astrosophischen Symbolkunde begründet und in verschiedenen Buchveröffentlichungen dargelegt. Über zwölf Jahre war er Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift „Einblick“. Er berät seit 1987 in seiner Astrosophischen Praxis Klienten zum Thema Persönlichkeitsentfaltung und veranstaltet am eigenen Institut in Leinsweiler in der Pfalz, Ausbildungen zum beratenden Astrosophen, sowie besondere Seminare zur inneren Einkehr und Bewusstseinsbildung in der gegenwärtigen Zeit.

www.randolfschaefer.de


Anmerkung: Bei Interesse, finden Sie beim Forum für hermetische Kunst und Kultur eine Aufzeichnung von einem Weihnachts-Seminar im mp3-Format. Mehr dazu finden Sie Hier: Seminare für Zuhause.

Bücher von Randolf M. Schäfer finden Sie Hier

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1 Kommentar

G.Eymann 22. Dezember 2014 - 17:17

Danke, ich wusste doch das da noch mehr ist, als nur Kirche-Religionen-Konsum und die Liebe. Die Liebe auch zum lernen-wissen-verbinden und weitergeben. Danke nochmals. Eine schöne Weihe-Nacht-Zeit. Und für die religiösen eine schöne Weihnachtszeit.

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