Nahtoderfahrungen – Christopher Coppes (Interview)

von Redaktion

Der Wirtschaftswissenschaftler Christophor Coppes schrieb ein Buch ĂŒber die neuesten Forschungen ĂŒber Nahtoderfahrungen – also jene ZustĂ€nde zwischen Leben und Tod, bei denen manche Menschen ausserhalb ihres Körpers zu schweben scheinen, oft durch einen Tunnel einem ĂŒberirdischen Licht nĂ€herkommen und dabei sogar Wesen und verstorbenen Verwandten im Geiste begegnen – um schließlich wieder in den Körper zurĂŒck zu kommen, nun aber mit einem verĂ€nderten sinnerfĂŒllten Bewusstsein.

Im Februar erscheint dazu „Der Himmel ist ganz anders – Nahtoderfahrungen“. Hierzu ein Interview mit dem Autor:
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Sie sind Banker und Wirtschaftswissenschaftler und beobachten fĂŒr Unternehmen wie die NiederlĂ€ndische Zentralbank die Entwicklung der internationalen FinanzmĂ€rkte und ebenfalls PrĂ€sident der International Association for Near-Death Studies. Wie passen diese beiden Interessen zusammen?

Beide Interessen passen gut zusammen, auch, wenn ich dabei bisweilen mich im Spagat ĂŒben muss. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass Nahtod-Erfahrungen nicht ‚nur’ in medizinischer oder spiritueller Hinsicht betrachtet werden, sondern auch aus anderen Perspektiven. Wir mĂŒssen begreifen, dass wir weltweit unser Bestreben auf den langfristigen „Gemeinnutz“ konzentrieren mĂŒssen. Wenn ein Wirtschaftswissenschaftler diese Botschaft verkĂŒndet, hören die meisten eher hin, als wenn dies Jemand sagt, der einen Nahtod erlebt hat.

Sie zeigen auf, dass jede unserer Absichten Wellen schlagen und sich ihre Schwingungen um die ganze Welt verteilen. So wie der berĂŒhmte FlĂŒgelschlag des Schmetterlings am Amazonas, der weltweit das Wetter beeinflusst. Doch ĂŒberwiegen nicht leider eher negative Gedanken und egoistische Handlungen in unserer Welt? Und welche Auswirkungen hat das?

Alles, was wir tun und denken, beeinflusst alles, nichts geht verloren. Es ist eine Art Gesetz, dass sĂ€mtliche Energie bewahrt wird. Deswegen haben wir die FĂ€higkeit durch unser Denken und Handeln Entwicklungen zu beeinflussen. Leider haben wir diese FĂ€higkeit durch liebevolle Gedanken bis jetzt nicht optimal zur Vertiefung und Verbesserung unseres Lebens gebraucht. Aber wir hĂ€tten dies in unserer Hand. Wenn genĂŒgend Menschen verstanden haben, dass wir Teil des LICHTS sind und durch das LICHT tief mit einander und mit allem verbunden sind, dann wir sie sehr bewusst ihre Gedanken ausstrahlen.

Die Verbundenheit von allem mit allem ist ein zentrales Motiv in Nahtod-Erfahrungen. Inwieweit stehen alle Menschen und Dinge im Universum miteinander in Beziehung?

Diese Verbundenheit geht sehr tief. Das beste Beispiel dafĂŒr ist der LebensrĂŒckblick. Bei der RĂŒckschau erkennen wir, welche Wirkung unsere AktivitĂ€ten auf andere hatten. Wir haben sogar Zugang zu ihren GefĂŒhlen. Wir können fĂŒhlen, was die Anderen fĂŒhlen, als ob wir selbst die Anderen wĂ€ren. Ein NTE-ler hat es so gesagt: „Ich bin Sie, Sie sind mich, wir sind die Natur.“

Warum sind Nahtod-Erfahrungen fĂŒr uns alle von Wert? Warum gewinnen wir ĂŒber sie Erkenntnisse ĂŒber den Sinn der Schöpfung und unseres Lebens?

Die Nahtod-Erfahrungen kommen am dichtesten an das sonst ‚Unterfahrbare’ heran, das geschieht, wenn wir sterben. Darum sind sie fĂŒr uns so wertvoll. Und auch weil sie wunderschöne Botschaften fĂŒr uns bereithalten. Zum Beispiel, dass unsere Seele ewig ist und dass es keine hohen oder niedrigen Seelen gibt. Jeder von uns ist wichtig, jeder hat seine persönliche Aufgabe auf der Erde zu erfĂŒllen. Und wir sind allen tief miteinander verbunden – wir sind zusammen eins.

Nahtod-Erfahrungen verdeutlichen auch, dass das Leben nicht mit dem Tod endet; dass unser Bewusstsein weiter existiert. Glauben Sie an Inkarnation und Wiedergeburt oder wie existiert die Seele aus Ihrer Perspektive weiter?

Reinkarnation spielt wahrscheinlich in irgendeiner Form eine Rolle. Aber so wie Reinkarnation normalerweise verstanden wird, ist es eine sehr naive Vorstellung. Diese resultiert daraus, dass wir von der Erde aus, also in einer niedrigeren Dimension, Schlussfolgerungen ĂŒber Reinkarnation ziehen. Ich glaube, dass die wirkliche Wahrheit bei weitem alles ĂŒbersteigt, was wir uns unter Reinkarnation vorstellen. Ein Nathtoderfahrene hat es so gesagt: „Gott reinkarniert“.

Nahtod-Erfahrene berichten, dass sich ihr Wissen so enorm erweitert hat, dass sie augenblicklich Antworten auf alle Fragen erhielten, die sie je im Leben hatten stellen wollen. Bedeutet das, dass die Betroffenen eine Art Erleuchtung erfahren haben? Und wenn ja, wie wirkt sich diese auf ihr alltÀgliches Leben aus?

Die Befreiung aus unserem Körper wirkt tatsĂ€chlich wie eine Art Erleuchtung. Aber die Betroffenen bemerken auch, dass sie nicht alle Kenntnis mit zur Erde zurĂŒcknehmen können. Aber sie sind sich sicher, dass die ‚wahre’ Wirklichkeit nicht auf Erden ist, sondern auf der Seite des Todes. Meistens machen sie die tiefe Erfahrung, dass die Liebe das wichtigste im Leben ist. Und wenn sie zurĂŒckkommen, versuchen sie mit dieser Erkenntnis ihr Leben zu gestalten. Das aber ist nicht immer leicht.

Sie schreiben, dass Nahtod-Erfahrene oftmals eine mediale Begabung entwickeln, dass sie die GefĂŒhle anderer wahrnehmen, aber auch Ereignisse voraussehen können. Gibt es hierfĂŒr Beispiele?

Ja, ein herausragendes Beispiel ist eine Frau, die mir die Wirtschaftskrise vorausgesagt hat. Sie behaupte auch, dass die Krise in den USA nur der Anfang sei, eben der VorlÀufer zu einer echten Krise. Damals verstand ich nicht, was sie meinte. Aber sieben Monate spÀter, nach der Lehman-Insolvenz, brach das Finanzsystem zusammen. Da war klar, was sie mir hatte sagen wollen.

Seinen Körper zu verlassen und ungehindert von RĂ€umlich- und Örtlichkeiten sich zu bewegen, geht Hand in Hand mit der Zeit, die auch keine Begrenzung erfĂ€hrt. Zeit scheint aufgehoben zu sein. Das ist fĂŒr uns schwer vorstellbar.

Das die Zeit keine Begrenzung hat, ist wirklich fast unvorstellbar. Das kommt daher, weil wir gelernt haben, Zeit als BeschrĂ€nkung zu erfahren. Aber die Wissenschaft haben sich weiterentwickelt und auch seriöse Wissenschaftler darunter NobelpreistrĂ€ger befassen sich heute mit naturwissenschaftlichen Theorien, in denen Zeit und Ort nur noch relative GrĂ¶ĂŸen sind.

Die meisten Betroffenen erfahren ein strahlendes, nicht mit menschlichen Worten zu beschreibendes Licht. Von ihm geht unendliche und bedingungslose Liebe aus. FĂ€llt es den Betroffenen nicht sehr schwer, wieder auf die Erde zurĂŒck zu kommen und unter den ganz ‚menschlichen’ Bedingungen zu leben?

Genau so ist es. Es beginnt sogar mit der RĂŒckkehr in die Begrenzung, in die solideren Strukturen wie den Körper. Diese RĂŒckkehr tut weh, sowohl psychisch als auch physisch. Und dann kommt erschwerend hinzu, dass man sich den ‚weltlichen’ Bedingungen, wie Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt, wieder anpassen muss. Deswegen haben die Nahtoderfahrenden immer Sehnsucht nach dieser vollkommen SphĂ€re, in die sie fĂŒr kurze Zeit Einblick nehmen konnten. Das ist wie eine Art Heimweh, das nie mehr vergeht.

Aus allen Nahtod-Erfahrungen, so legen Sie dar, wird klar, dass Liebe im ganzen Universum das Allerwichtigste ist. Sie ist der Baustein, aus dem die unsichtbare genauso wie unsere materielle Welt besteht. Liebe vermag negative Gedanken und damit Schwingungen zu neutralisieren. Warum ist es dann so schwer wirklich zu lieben – uns selbst und die anderen?

Eigentlich ist das gar nicht schwer. Wir brauchen nur immer wieder in Harmonie mit dem LICHT zu kommen. Wir sind integraler Teil des einheitlichen Universums und des LICHTS. Wir mĂŒssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir durch dieses LICHT tief miteinander und mit allem verbunden sind. Wenn wir uns das jeden Tag klar ist, ergibt sich Harmonie wie von selbst.

Die Berichte, dass Menschen durch einen Tunnel ins Licht gehen, hört man immer wieder. Weniger bekannt sind Nahtod-Erlebnisse mit im wahrsten Sinne ‚höllischen’ Erfahrungen. Sie kommen in eine kalte, unheimliche Umgebung mit verzweifelten Wesen. Gibt es fĂŒr solche Erfahrungen eine ErklĂ€rung?

Nein, bis jetzt wissen wir zu wenig ĂŒber diese belastenden Nahtod-Erfahrungen. Sicher ist aber, dass man nicht behaupten kann, dass nur ‚böse’ Menschen höllische Erfahrungen im Jenseits machen. Ganz davon abgesehen, dass es schwierig ist, ĂŒberhaupt zu definieren, was ‚böse’ ist. Ich bin der Meinung, dass keiner vollstĂ€ndig vom LICHT abgetrennt sein kann, weil wir alle ein unverzichtbarer Teil von LICHT sind und immer sein werden.

Was passiert bei Nahtod-Erfahrungen im Zusammenhang mit einem Selbstmord? Ist in diesen FĂ€llen der Eintritt in die ‚Hölle’ vorprogrammiert?

Nein. Es gibt Beispiele von Menschen, die nach einem misslungen Suizidversuch von einer beseelten Nahtod-Erfahrung berichten. Aber mein GefĂŒhl sagt mir, dass wir besser keinen Selbstmord begehen, wenn wir eine höllenartige Erfahrung und Umgebung vermeiden wollen. Wir haben alle eine wichtige Aufgabe auf der Erde, und Freitod macht es unmöglich, diese bis zum Ende auszufĂŒhren.

Begegnen Nahtod-Erfahrene ihren Verstorbenen oder gar anderen Wesen?

Es gibt viele Berichte von Nahtoderfahrenen ĂŒber die Begegnung von verstorbenen Familienmit-gliedern und Bekannten. Aber es gibt genauso viele Berichte ĂŒber Begegnungen mit Lichtwesen, die die Betroffenen auf die Erde nicht gekannt haben, die ihnen aber in dieser SphĂ€re plötzlich sehr bekannt vorkommen. Ich nehme an, sie waren mit ihnen verbunden, bevor sie auf unsere Erde geboren wĂŒrden. Und natĂŒrlich gibt das LICHT jedem das GefĂŒhl Zuhause zu sein und absolut geliebt zu werden.

Die meisten glauben, dass Nahtod-Erfahrungen bei physischen Problemen wie Sauerstoff-mangel auftreten. Aber es gibt auch Menschen, die ein solches Erlebnis wĂ€hrend einer existen-tiellen Krise oder einfach in tiefer Entspannung hatten. Ist somit eine körperlich bedrohliche Situation keine Voraussetzung fĂŒr eine Nahtod-Erfahrung (Studie van Lommel)?

Lange Zeit herrschte die Ansicht vor, dass Nahtod-Erfahrungen nur auftreten, wenn man klinisch tot war – daher auch der Ausdruck Nahtod. Aber heute wissen wir, dass Nahtod-Erfahrungen auch unter andere UnstĂ€nde stattfinden können. Einige Male bin ich Menschen begegnet, die solche Erfahrungen wĂ€hrend einer existentiellen Krise oder wĂ€hrend tiefer Meditation gemacht haben. Aber richtig ist, dass die meisten Nahtod-Erfahrungen in einer körperlich bedrohliche Situation eintreten.

Es wurden umfassendere Forschungsmethoden entwickelt (AWARE-Studie) zu einer auf drei Jahre angelegten Erforschung der biologischen VorgĂ€nge hinter außerkörperlichen Erfahrungen. 25 große medizinische Zentren in Europa, Kanada und den Vereinigten Staaten sind daran beteiligt, und es sollen etwa 1.500 Überlebende eines Herzstillstands untersucht werden. Sind die Studien bereits zu ersten Ergebnissen gelangt?

Nein – die Zentren bewahren absolute Funkstille. Auch der Leiter der Studie, Sam Parnia, hat in seinem vor einem Jahr veröffentlichten Interview keinen Hinweis gegeben. HĂ€tte er das getan, hĂ€tte ihm etablierte Wissenschaftler unterstellen können, dass die Forschung nicht objektiv sei. Ich bin sehr gespannt, sehe aber auch die BeschrĂ€nkung dieser Forschung. Auch Nahtod-Betroffene stehen ihr eher skeptisch gegenĂŒber. Sie meinen, dass ihre Erfahrungen so verwirrend seinen, dass biologische VorgĂ€nge oder anderweitige ForschungsgegenstĂ€nde fĂŒr sie von keinerlei Interesse seien.

Christophor Coppes, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, war viele Jahre an der UniversitĂ€t Groningen sowie im Bankensektor tĂ€tig als HĂ€ndler bei einer französischen Bank sowie in leitender Position bei der NiederlĂ€ndischen Zentralbank. Heute beobachtet er fĂŒr diese Einrichtung die Entwicklung der internationalen FinanzmĂ€rkte. Doch hat er bei seiner gesamten TĂ€tigkeit im Bankensektor nie das Interesse fĂŒr humanitĂ€re Fragen verloren. Daraus entstand u.a. ein Buch ĂŒber Freunde und Familie, die einen todkranken AIDS-Patienten liebevoll durch die letzten Stadien seines Lebens begleiteten sowie ein Buch ĂŒber das grĂ¶ĂŸte Massaker in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg in Srebrenica.

Seit er 1979 das Buch ‚Leben nach dem Tod’ von Raymond Moody gelesen hat, ist er davon ĂŒberzeugt, dass Nahtod-Erfahrungen echte spirituelle Erlebnisse sind. Vor einigen Jahren schrieb er ein Buch, in dem er die Essenz von Nahtod-Erfahrungen mit dem Kern der fĂŒnf großen Weltreligionen vergleicht. Darin kommt er zu dem Schluss, dass in Nahtod-Erfahrungen der wahre Kern der fĂŒnf Religionen zu finden ist, jedoch nicht auch umgekehrt in jeder dieser Religionen die gesamte Essenz der Nahtod-Erfahrungen. Im Jahr 2008 wurde er PrĂ€sident der International Association for Near-Death Studies (www.IANDS.org) in den Niederlanden (www.christophor.nl).

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1 Kommentar

sami 21. Februar 2012 - 08:55

ölĂŒmden sonra tekrar hayat vardır, bu dĂŒnyadaki gibi degil.

Anm. d. Red.: Übersetzung: “Nach dem Tod gibt es wieder ein Leben das nicht so ist wie auf dieser Welt”

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