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Alter(n) als Geschenk – Dr. Ruediger Dahlke

von Natascha

In Würde altern, ohne den Verstand zu verlieren, ist das, was sich alle Senioren und Seniorinnen von Herzen wünschen. Doch ein geheimes Mittel gegen Alzheimer scheint es nicht zu geben… oder doch? Vielleicht liegt der Schlüssel darin, den letzten Lebensabschnitt nicht als Bedrohung zu deuten, sondern als Bereicherung! Jeder kommt einmal ins Alter, auch bekannte Persönlichkeiten wie der Arzt und Autor Dr. Ruediger Dahlke. Seine Sicht der Dinge zeigt einen klaren Weg aus der Angst vor dem Älterwerden.

von Dr. Ruediger Dahlke

 

Unser Leben läuft zweifelsohne auf Alter und Tod hinaus. Das zu bezweifeln, würde bedeuten, schon frühzeitig den Verstand verloren zu haben. Vor nichts haben wir aber so viel Angst, wie vor diesen beiden Themen. Nach dem „Schattenprinzip“ drängen sie sich uns folglich unabweisbar auf. Insofern ist es höchste Zeit, „Altern“ als das Geschenk zu sehen, welches es immer war und bleibt.

Im Alter werden wir mit reichlich Zeit beschenkt, die wir ein Leben lang – unter der Fuchtel vom System Vater-Staat – nie hatten. Wir bekommen Rente oder Pension, erleben also das bedingungslose Grundeinkommen, und das klappte bisher bestens. Ob letzteres für Betroffene funktioniert, brauchen wir also gar nicht mehr zu diskutieren, es ist Millionen- und eigentlich sogar Milliarden-fach bewiesen.

Wir wissen heute aus der Hirnforschung, dass unser Hirn zwar viel Energie verbraucht, wir es aber trotzdem nicht mehr schonen müssen. Wir dürfen nach Belieben und am besten sogar mit Begeisterung denken. Dann werden wir nicht dick und aufgrund der Neuroplastizität kann sich jedes Hirn sogar neu entwickeln, neu strukturieren und eben richtig gehend verändern. Wir müssen es nur gut füttern. Die neue Alzheimer-Forschung, wie in „Alter(n) als Geschenk“ zitiert, sagt uns wie: Mit den von der Schulmedizin seit Jahrzehnten verteufelten gesättigten Fettsäuren aus der Kokosnuss, d.h. mit mittelkettigen Fettsäuren. Wir müssen also dringend umdenken, um uns vor Alzheimer und anderen Demenz-Arten nicht mehr fürchten zu müssen. Wir können uns heute leicht gut ernähren und unseren Lebensstil sinnvoll verändern. US-Forscher Dale Bredesen hat 10 Alzheimer-Patient(inn)en verschiedener Stadien mit 36 Lebensstilveränderungen konfrontiert. 9 wurden wieder gesund, einer war „nur“ deutlich gebessert – und das Ganze ist unter dem Strich viel einfacher, als die 36 Punkte auf den ersten Blick suggerieren! Ich lebe seit vielen Jahren freiwillig, so wie er es anregt, mit „Peace-Food“-Ernährung ohne Gluten und sorge mit einer einzigen Nahrungsergänzung für alles, was ich zusätzlich brauche.

Die Nonnenstudie beweist, dass die Schulmedizin mit ihrer Fixierung auf Beta-Amyloid und das sogenannte Alzheimer-Toxin mal wieder in eine Sackgasse geraten ist. Aber wir müssen ihr da nicht blind folgen, sondern können uns auf die neuen Erkenntnisse verlassen. Diese befreien uns von der Alzheimer-Angst, und damit verliert das Alter seinen größten Schrecken. Ganz im Gegenteil, wir können es als Ziel und Höhepunkt des Lebens wieder ehren und schätzen lernen! Dies  liegt sowieso im Zeitgeist, denn wir Babyboomer – die jeher größte und damit stärkste Generation – werden mittlerweile alt. Wir lassen uns sowieso nicht einfach aufs Altenteil (ab)schieben. Vielmehr wollen wir uns mit dem Alter auseinandersetzen und Vorschläge für ein viel schöneres Altern einbringen, wie an Gerald Hüther und mir sichtbar wird (mit dem ich das Thema „Altern und Alzheimer“ begonnen hatte).

Es gibt also größte Hoffnung und ich bin glücklich und froh, deren zahlreiche Aspekte von den Archetypen des Alters bis zur Sicht der Psychosomatik von „Krankheit als Symbol“ und einen neuen Lebensstil in „Das Alter als Geschenk“ leicht und einfach präsentieren zu können. Es sind so schöne Möglichkeiten, die uns das Alter vergolden können: Das innere Kind wieder entdecken und mit kindlicher Spielfreude „Lila“, das kosmische Spiel des Lebens, genießen, also dem urchristlichen Auftrag, wieder zu werden wie die Kinder, gerecht werden… all das ist so viel schöner, als kindisch im Sinne von Alzheimer zu enden. Sich besser und gesünder zu ernähren, zu trinken, zu schlafen und sich genussvoller körperlich und geistig zu bewegen ist so viel schöner, als sich den typischen Altersproblemen zu ergeben. „Das Alter als Geschenk“ gibt hier detaillierte Hinweise und konkrete Anregungen, wie wir uns selbst beschenken können. Wir müssen es uns nur erlauben!

 

Hier aber noch eine Auseinandersetzung mit den immer wieder zitierten Bedrohungen des Alters. Im Buch „Methusalem-Komplott“ werden Befürchtungen geäußert, dass sich unser Immer-älter-werden zu einer fürchterlichen Belastung der zukünftigen Gesellschaft auswachsen werde. Aber schon allein der in Die Hollywood-Therapie – was Filme über uns verraten gedeutete Film „Man lernt nie aus“ mit Robert de Niro könnte wundervolle Auswege zeigen. Wobei er im Wesentlichen von der Arbeitswelt handelt. Das Alter bietet uns noch ganz andere Chancen, wenn wir etwa an die so wundervoll närrische alte Maude aus „Harold and Maude“ denken. Wir könnten mal so richtig himmlisch verrückt spielen und leben, was wir uns nie getraut hatten. Das würde uns auch gleich von der Hauptsorge auf dem Totenbett entlasten: dem ungelebten, ja versäumten Leben.

Die Horrorszenarien aus Methusalem-Komplott sind einfach linear in die Zukunft gedacht – ein Fehler, dem schon vor Jahrzehnten der Club auf Rom aufgesessen ist. Wer sich mit den Spielregeln des Lebens und speziell dem Gesetz der Polarität und dem „Schattenprinzip“ beschäftigt, lernt die Vielfalt der Möglichkeiten schätzen, die auch immer wieder über den Gegenpol ins Spiel des Lebens kommen.

Vielleicht treiben wir jetzt die Ölpreise so hoch, dass – relativ betrachtet – die erneuerbaren Energien immer billiger werden, sodass sich die überfällige und technisch längst mögliche Energie-Revolution dramatisch und rasch vollzieht. Alles spricht dafür. Schon vor mehr als 20 Jahren habe ich ein Passiv-Energie-Haus gebaut, das unter dem Strich mehr Energie liefert als es verbraucht. Es war in der Anschaffung unverhältnismäßig teuer. Das aber ist heute schon längst nicht mehr so, weil sich so viele Menschen zu ähnlichen Schritten durchringen konnten. Steigen die Energiepreise noch mehr, wird Energiesparen zu einem Volkssport werden und eine neue saubere Technologie heraufbeschwören, die eine ganz andere Wirtschaft mit sich bringen wird. Wenn wir uns wieder auf die Natur besinnen, können wir ein völlig anderes Wirtschaften, ohne den Zwang zu ständigen Wachstumsraten in einer barbarischen Ellbogen-Gesellschaft, entdecken und so weiter und sofort.

Auch im Immer-älter-werden und sogenannten Überaltern der Gesellschaft könnten, ja müssten demnach Chancen liegen, die wir bisher noch nicht ausreichend ausloten. Denkbar wäre immerhin, dass alte Menschen wieder den Schritt zur Weisheit schaffen, dass die Groß(en)-Eltern Oma und Opa wieder ersetzten und die Alten zu jenem Ansehen zurückfinden wie in klassischen Gesellschaften, wie in chinesisch-taoistischen oder archaischen Gemeinschaften und schamanistischen Traditionen. Dann wäre es sicher kein Problem sondern eine große Chance, wenn es viele Groß(e)-Mütter und -Väter gäbe. Sie könnten die geistige Inspiration der Familien und der ganzen Gesellschaft werden und mit ihrer Lebenserfahrung selbiges fördern und unterstützen. Sie hätten den Überblick und die Erfahrung und könnten nicht nur sich, sondern auch allen Anderen enorm helfen.

In der Politik könnten Elder-states-men, wie der uralte Helmut Schmidt, der noch mit über 90 Jahren den Mut hatte zum Aufstand gegen die kriegstreiberische EU-Bürokratie aufzurufen, so viel Licht in die übliche Verbohrtheit bringen. Bei den Journalisten wäre Peter Scholl-Latour beispielhaft, der sich nicht scheute bis zum Schluss zu warnen und die Wahrheit zu sagen, gerade weil sie der von den Mainstream-Medien verkündeten Einseitigkeit widersprach.

Zur Horrorvision werden die Alten nur als jene riesige Masse, die mit ihren Renten und Pensionen den weniger werdenden Jungen die Butter vom Brot futtert und nichts mehr gibt oder beiträgt, sondern nur noch nimmt. Dahin scheint es schon fast gekommen zu sein, aber dabei müsste es keineswegs bleiben. In „Das Alter als Geschenk“ glaube ich deutlich machen zu können, was für ein Segen wache alte Menschen für sich und alle anderen sein könnten, wenn sie die Tassen sowie auch die Socken im Schrank behielten, statt im Kühlschrank. Letzteres Alters-Desaster können wir über Verstehen, Verwandeln und in den Lebens-Zusammenhang einordnen, im Sinne der Salutogenese, genussvoll in den Griff bekommen – wie im Altersbuch beschrieben.

Vielleicht könnten in Zukunft die alten Weisen freiwillig länger mitarbeiten und den Jungen sogar zuarbeiten, sie dabei von ihrer Erfahrung profitieren lassen in einer Weise, die frei von eigenem Ehrgeiz als angenehm und förderlich empfunden wird. Für die immer älter werdenden Menschen wäre es jedenfalls ein Segen, wenn sie länger aktiv zum Gelingen des eigenen und des Lebens der anderen beitragen könnten. Manchmal trifft man in der Wirtschaft auf solch eine „graue Eminenz“. Was für ein Segen wäre für die Politik ein „elder Statesman“, der weise geworden, ohne Rücksicht auf seine Wiederwahl einfach mal die Wahrheit nicht nur denken, sondern aussprechen könnte.

Bei solchen Überlegungen fällt mir immer das Ideal meiner über 90-jährigen Freundin Barbara Rütting ein und jenes Ökodorf, in dem alte, junge und mittelalte Menschen konstruktiv mit behinderten und gesunden Kindern, alten und verwaisten Tieren in einer gesunden Vegetation zusammenleben. So weit ich sie verstanden habe, scheiterte sie immer am Mangel junger Leistungsträger. Insofern versuche ich es jetzt mal als alter Leistungsträger in unserem Heilungsbiotop „TamanGa“ in der Südsteiermark, wo wir schon ein kleines Öko-Dorf haben, mit einem wundervollen Bio-Garten, der uns und unsere Gäste mit Obst und Gemüse versorgt.

Behinderte Kinder, ausgediente Tiere haben nichts zu verlieren und würden sicher gern mitwirken an solch einem Gemeinschaftshof-Konzept… das bewies Barbaras Projekt! Nur die Jungen fürchteten damals wohl noch, einerseits zu viel zu verlieren und andererseits durch geschickt eingesetzten Egoismus überproprotional gewinnen zu können. In TamanGa setzen wir jetzt – Jahrzehnte später und hoffentlich durch vielfaches Scheitern solcher Projekte gescheiter geworden – einmal auf alte fitte Pensionisten, die noch mitwirken und zum großen Ganzen beitragen wollen, wie ich selbst zum Beispiel.

In einer Gesellschaft, wo alle alt werden wollen und niemand alt sein will, werden natürlich alle verlieren und unglücklich werden. Wer unbedingt etwas will, was er – sobald er es hat – nicht mehr will, ist selbst verantwortlich für sein Unglück. Dabei könnten wir es uns heute leisten, in Ruhe, Frieden und Würde zu altern. Wir produzieren genug und haben genug. Wir könnten uns wieder um innere Werte und Themen kümmern und dem alt angestammten Lebensmuster entsprechen, wie es von allen Religionen und Traditionen propagiert wird.

Christlich heißt das: So ihr nicht umkehret und wieder werdet wie die Kinder, das Himmelreich Gottes könnt Ihr nicht erlangen. Es ist nur intelligent, dieser Aufforderung nachzukommen, denn wir haben – im Sinne von „Krankheit als Symbol“ sowieso nicht die Wahl, ob wir umkehren und wieder wie Kinder werden, sondern nur auf welcher Ebene. Da wäre die innere geistig-seelisch Um- und Einkehr der äußeren körperlichen in Form von Morbus Alzheimer wohl eindeutig vorzuziehen. Ein Alter in Würde war immer und könnte noch heute Ziel und Höhepunkt des Lebens sein. Wir müssten uns „nur“ darum bemühen. Dieses Bemühen aber würde im Idealfall schon zu Anfang des Lebens beginnen. – „Das Alter als Geschenk“ zu begreifen, kann den Jungen wie uns Alten gleichermaßen nützen.

 

Über Dr. Ruediger Dahlke:

Dr. med. Ruediger Dahlke, Jahrgang 1951, studierte Medizin in München. Weiterbildung zum Arzt für Naturheilweisen, in Psychotherapie und Homöopathie. Seit 1978 ist er als Psychotherapeut, Fasten-Arzt und Seminarleiter tätig. Als Autor und Referent ist er eine Instanz im Bereich der Psychosomatischen Medizin und Gesundheitsbewegung mit mehr als 40 Buchveröffentlichungen. Im Heil-Kunde-Zentrum Johanniskirchen/Niederbayern wird seine Arbeit seit 15 Jahren in die Praxis umgesetzt.    www.dahlke.at                                     www.lebenswandelschule.com                                 www.tamanga.at

 

Literatur von Ruediger Dahlke:

Das Alter als Geschenk„, „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben„, „Das Schattenprinzip„, „Lebensprinzipien„, „Geheimnis der Lebensenergie„, „Das Lebensenergie-Kochbuch„, „Lebenskrisen als Entwicklungschancen„; „Krankheit als Symbol“ (Bertelsmann) „Peace-Food“, „Peace-Food – das vegane Kochbuch„, „Peace-Food – vegan einfach schnell„, „Peace-Food Keto-Kur“ (alle GU) Margit und Ruediger Dahlke, „Die Hollywood-Therapie – was Filme über uns verraten“ (Edition Einblick, www.heilkundeinstitut.at)

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