„Mr. Nobody“ – Filmbesprechung

von Thomas

NobodyCoverEs erscheinen immer wieder Filme, die den Zuschauer irritieren, verwirren und aber auch gleichzeitig fesseln. Dieser Spielfilm geh√∂rt eindeutig in diese Kategorie! Im Mittelpunkt der Geschichte von Jaco Van Dormael, die er wirklich haupts√§chlich selbst (√ľber einen beeindruckend langen Zeitraum von ca. 7 Jahren) geschrieben hat, steht Nemo Nobody.

Der Film erz√§hlt Nemos Lebensgeschichte‚Ķoder sollte man besser sagen, Nemos Lebensgeschichten?! Denn gleich zu Beginn des Films muss man sich fragen: Ist dieser Mann nun ein 117-J√§hriger Greis, ein kleiner Junge, ein 15 j√§hriger Jugendlicher oder ein junger 34 j√§hriger Mann ? Wer ist der wahre Nemo, was ist Traum und was ist Wirklichkeit? Da kann man sich vor lauter Szenen-, und Realit√§tswechseln sowie Zeitspr√ľngen wirklich erst einmal gar nicht sicher sein! Im Laufe des Films stellen sich aber die Zusammenh√§nge heraus und man bekommt einen vagen Durchblick. Die Wahrheit ist n√§mlich, dass sie alle Nemo sind! Denn in der Tat geht es in diesem Werk erstens um die fragw√ľrdige, menschliche Wahrnehmung der Realit√§t, und zweitens um die Parallelwelten, die durch die verschiedenen Entscheidungsm√∂glichkeiten im Leben eines Menschen entstehen. Auch Nemo lebt, wegen drei verschiedenen Frauen, unterschiedliche Versionen seines Lebens. Schon als kleiner Junge steht ihm n√§mlich offen, sich zwischen den drei M√§dchen f√ľr eine Beziehung zu entscheiden. Doch Nemo ist ein Mensch, der sich gerne alle Optionen offen h√§lt und somit lebt er schlie√ülich die drei parallelen Leben. Dessen wird er sich aber erst wirklich bewusst, als er im Jahre 2092 als uralter Mann wie aus einem Traum aufwacht. Er f√ľhlt sich wie in einem fremden K√∂rper und einer sehr fremden Welt. Zuerst behauptet er noch schockiert, eigentlich 34 Jahre alt zu sein. Doch als er erf√§hrt, dass er der letzte sterbliche Mensch auf Erden sein soll und ihm ein Arzt und ein √§u√üerst interessierter Journalist das Ged√§chtnis aufzufrischen versuchen, ist Nemo langsam in der Lage, sich den unz√§hligen Erinnerungen seiner Leben bewusst zu werden.

Mit diesem Film werden existentielle Fragen des Menschen aufgestellt. Warum wache ich in diesem K√∂rper auf und nicht in einem anderen? Was w√§re, wenn ich eine andere Entscheidung getroffen h√§tte? Oder was passiert, falls ich eben keine Entscheidung treffe? Ein philosophischer Film, ein intellektueller Film, oder einfach ein verr√ľckter Film? Das liegt wohl auch gr√∂√ütenteils im Auge des Betrachters, also machen sie sich am besten selbst ein Bild! Tolle Schauspieler, tolle Story und tolle Effekte. Melancholisch, romantisch, lustig, tiefgr√ľndig und wundersch√∂n. Echt empfehlenswert!

eine Rezension von Natascha Stevenson

Regisseur: Jaco Van Dormael
Darsteller:
Jared Leto, Diane Kr√ľger, Sarah Polley
Produktion: 2009
Filmlänge: 138 Minuten
DVD: Concorde Video

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