Therapeutic Touch – Vera Bartholomay

von Thomas

TherapeuticBildEin Streicheln ĂŒber Kopf oder Wange, eine Umarmung – BerĂŒhrungen haben eine unglaublich wohltuende, ja sogar heilsame Wirkung. Therapeutic Touch ist eine energetische Methode, die diesen Effekt gezielt nutzt: Sanftes Handauflegen reguliert und harmonisiert die Energieströme des Körpers. Dabei werden die SelbstheilungskrĂ€fte aktiviert und Stress, Schmerzen und Ängste wirksam reduziert.

Von Vera Bartholomay

 

RĂŒckbesinnung auf uralte FĂ€higkeiten: Liebe ist genug

Leila ist vier Jahre alt und schwerstbehindert. Sie ist spastisch, hat keinen Schluckreflex und wird ĂŒber eine Magensonde ernĂ€hrt. Sie kann nicht sprechen, sitzen oder gehen, liegt fast bewegungslos in einer verdrehten Körperhaltung. Ihre Mutter hĂ€lt sie im Arm und streichelt sie sanft, wĂ€hrend sie mit uns ĂŒber das Heilen mit Energien spricht. »Ich kann so etwas nicht – dafĂŒr muss man wahrscheinlich eine besondere Begabung haben.« Dabei schaut sie ihre Tochter liebevoll an und streichelt sie weiter. Leila macht eine Mundbewegung, die man als LĂ€cheln verstehen könnte. »Wenn sie so reagiert, hat sich alle MĂŒhe gelohnt«, sagt die Mutter, und alle im Raum sind ergriffen von dieser selbstlosen LiebeserklĂ€rung. Ich erklĂ€re ihr, dass sie das, was wir unter »energetischem Heilen« verstehen, gerade selbst ununterbrochen praktiziere. Sie könne es besser als die allermeisten – und alles, was sie darĂŒber lernen könnte, sei nur eine Verfeinerung der Technik. Sie schaut mich unglĂ€ubig an. »Ich mache doch nichts Besonderes, ich streichele Leila nur.« Dass dabei ein feiner Strom reiner Liebe hinĂŒberfließt, ist keine bewusste AktivitĂ€t. Eine Liebe ĂŒbrigens, die offenbar auch zurĂŒckfließt. Mit Leila erleben wir, was immer geschieht, wenn Eltern ihre Kinder lieben. Und was bei allen Menschen geschieht, wenn sie lieben. Wenn das Herz ĂŒberfließt, fließt Energie. Das ist nichts Mystisches, nichts Magisches, sondern gehört zu unserem ganz normalen Alltag.

Und wenn diese Energie Liebe transportiert, hat sie eine heilsame Wirkung. Aber nicht nur unter Liebenden fließen heilsame Energieströme. Therapeutic Touch ist eine Technik, die ganz leicht von jedem gelernt werden kann. Es ist eine uralte FĂ€higkeit, die schon in uns vorhanden ist und lediglich wieder geweckt werden muss. Allerdings gehören die liebevolle Öffnung und Zuwendung fĂŒr den Moment der Behandlung immer dazu.

 

Was ist Therapeutic Touch denn nun genau?

Mit Therapeutic Touch hat man Energien wiederentdeckt, die es vorher auch schon gegeben hatte. Das Besondere an Therapeutic Touch ist allerdings, dass hier altes Wissen neu aufgegriffen und in einer besonders komprimierten Form vermittelt wird, damit Menschen schnell und unkompliziert eine energetische Methode erlernen können. Wir sprechen von einer modernen und zeitgemĂ€ĂŸen Form des Handauflegens. Eine Behandlung ist immer individuell und verlĂ€uft jedes Mal etwas anders. Die folgenden Grundschritte gehören aber fast immer dazu:

– Der / die Therapeutic-Touch-Anwender(in) zentriert sich und fokussiert sich ganz auf den Klienten. Dann tastet er/ sie mit den HĂ€nden das Energiefeld um den Körper herum ab, ohne ihn zu berĂŒhren. Durch dieses erste Abtasten bekommt man ĂŒber die HandflĂ€chen Informationen darĂŒber, wo die Energie zur Zeit nicht ganz optimal fließt. Wo gibt es UnregelmĂ€ĂŸigkeiten? Wo wird zusĂ€tzliche Energie gebraucht? Durch sanfte, streichende Handbewegungen werden dann schon erste Störungen aus dem Energiefeld entfernt.
– Danach legt man die HĂ€nde nach und nach auf die Körperstellen, die im Moment besonders viel zusĂ€tzliche Energie brauchen, und fĂŒhrt diese Energie ĂŒber die HandflĂ€chen hinzu. Man kann auch Energie im Körper bewegen, wenn es zum Beispiel sinnvoll ist, Stellen besser mit Energie durchzuspĂŒlen oder gar Energie zu entfernen, wenn irgendwo ein Stau durch zu viel davon entstanden ist.
–  Zum Schluss wird das Energiefeld erneut abgetastet, um festzustellen, was sich verĂ€ndert hat und wo vielleicht bei einer nĂ€chsten Behandlung noch gearbeitet werden sollte.

Eine solche Behandlung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten, manchmal auch lĂ€nger. Es werden keine Krankheiten gezielt behandelt, sondern lediglich das körpereigene Energiesystem wieder »in Ordnung« gebracht. Dadurch werden die körpereigenen AbwehrkrĂ€fte aktiviert. Dies kann natĂŒrlich dazu fĂŒhren, dass der Körper eine Krankheit ĂŒberwindet oder deutlich mildert. SpĂ€ter werden wir uns intensiver mit den einzelnen Schritten von Therapeutic Touch beschĂ€ftigen, damit Sie gleich zu Hause erste Erfahrungen damit machen können.

Vera Bartholomay

 

Buch zum Thema:

TherapeuticCover

 

 

Vera Bartholomay: „Heilsame BerĂŒhrung – Therapeutic Touch. Beschwerden lindern – HeilkrĂ€fte aktivieren – Lebensenergie stĂ€rken“
Verlag: Integral, 2014
Umfang: 288 Seiten
Preis: 16,99 € [D]
ISBN: 978-3-7787-9257-5

Hier können Sie das Buch bestellen

 

Sie werden in diesem Buch die klassische Therapeutic-Touch-Methode nach Krieger und Kunz, den beiden BegrĂŒnderinnen der Methode, kennenlernen. In den Übungen, BehandlungsansĂ€tzen und Gedankenmodellen gehe ich aber noch ein StĂŒck weiter. Denn eine gelernte Methode ist nie statisch, sondern entwickelt sich ĂŒber mehrere Jahrzehnte Erfahrung. So ergĂ€nze ich die Empfehlungen fortlaufend mit Impulsen und Erkenntnissen, die ich wĂ€hrend meiner Arbeit gewonnen habe.

2 Kommentare

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2 Kommentare

Thora 19. Juli 2015 - 13:43

Ich praktiziere das schon seit den Neunziger Jahren, weil es, wie es so schön beschrieben ist, etwas ganz natĂŒrliches und fast selbsterstĂ€ndliches ist. Muss man aber daraus eine ganz neue Therapieform und wieder ein Anglisma daraus „machen oder erfinden“ und ein Buch schreiben?
Wichtig dabei ist jedoch, dass der anwender nicht selbst heilen will, sondern in selbstloser Liebe sich hingibt, den mĂŒtterlichen Aspekt in sich zur Reife gebracht hat, und sich „fĂŒhren lĂ€sst“. Das können leider nur die Wenigsten, und ein Buch zu lesen, reicht da sicher nicht. 😉

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Thomas 19. Juli 2015 - 15:36

Die Methode gibt es schon seit fast 40 Jahren und wurde definiert und konkretisiert, damit sie in mittlerweile unzĂ€hligen Kliniken in den USA angewendet werden durfte. DafĂŒr lohnt es sich schon, der Sache einen Namen zu geben. Das Buch gibt eine gute EinfĂŒhrung fĂŒr jene, die mehr darĂŒber wissen möchten. Was spricht dagegen?

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