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Blavatsky, Helena Petrowna

von Lexikon

Blavatsky, Helena Petrowna (1831-1891)

BegrĂĽndete 1875 zusammen mit Henry S. Olcott die → Theosophische Gesellschaft (TG) in New York. Bei der GrĂĽndung hatte man es sich zum Ziel gesetzt, die alten Praktiken und Lehren der → Magie zu erforschen. Aus den ersten Studien dieser Praktiken resultierte das Werk „Entschleierte Isis“. Erst später wurden buddhist. und hinduist. Ideen integriert, Begriffe wie → Karma und → Reinkarnation eingefĂĽhrt, die jedoch in vieler Hinsicht wenig mit den ursprĂĽnglichen Quellen gemein haben. Nach vielen Anfeindungen flĂĽchtete sie nach Indien, wo sie zusammen mit Olcott zum Buddhismus ĂĽbertrat.
„Madame“ Blavatsky war eine schillernde und starke Persönlichkeit und ein begabtes Medium. Spiritistische Durchsagen (→ Spiritismus) fĂĽhrten schlieĂźlich zu der Lehre von der „GroĂźen WeiĂźen Bruderschaft von Tibet“, den verborgenen → Meistern. Die TG hat heute längst ihre ursprĂĽngliche Bedeutung verloren. Man kann jedoch sagen, dass ihr Weltbild und ihre Begriffe von der → New-Age-Bewegung in ihren verschiedensten Zweigen geradezu aufgesaugt wurden. Ihre „Geheimlehre“ und „Der SchlĂĽssel zur Theosophie“ sind die grundlegenden Werke fĂĽr das theosophische Weltbild, einer Mischung aus gnostischem, hinduist. und buddhist. Gedankengut. Die „Geheimlehre“ beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung der Weltalter (yugas) und Wurzelrassen (→ Atlantis-Mythos), der Karmalehre und anderen „esoterischen“ Elementen, von denen sie später behauptete, sie hätte sie als Medium (→ Channeling) von einem unsichtbaren Meister empfangen.
Bei näherer Analyse lässt sich jedoch feststellen, dass vieles aus damals gängigen esoterischen Werken stammt. Eine weitere Quelle der Theosophie waren die Mahatma-Briefe von A.P. Sinnett. Das Buch ist einer der klassischen Texte aus der Anfangszeit der TG und wird häufig als „esoterischer Buddhismus“ bezeichnet (unter diesem Titel kursierte es auch anfänglich). Die drei Bände enthalten die von den tibet. Eingeweihten Mahatma M. und K.H. an den Journalisten Sinnett und an den BegrĂĽnder des indischen Nationalkongresses A.O. Hume gerichteten Briefe. Die Briefe sprechen viel ĂĽber die → Vajrayana-Lehren (→ tibetischer Buddhismus).

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