Kraftorte

von Lexikon

Der Planet Erde ist mit einer FĂźlle von Kraftorten und → heiligen Orten Ăźberzogen, von denen manche miteinander Ăźber so genannte Energielinien oder Ley-Linien netzartig verbunden sind.
Die meisten dieser Plätze sind schon lange bekannt und wurden oft fĂźr kultische Handlungen (→ Kult) ausgesucht. In frĂźherer Zeit errichtete man z.B. Kirchen an vielen Orten, an denen sich bereits vorher ein heidnischer Kultplatz befand (→ Hexen). Die Baumeister dieser Zeit (→ BauhĂźtten) wussten um die geomantische Bedeutung eines Bauplatzes oder wollten absichtlich den heidnischen Kultplatz durch ein christl. Bauwerk ersetzen. Offenbar waren die Baumeister – was z.B. an der Bauweise der Kathedrale von → Chartres gut erforscht ist – in der Lage, ein Bauwerk samt Umgebung durch bestimmte Bauweisen und Ausrichtungen in die gewĂźnschte geomantische Kraft zu fĂźhren.
Die → Geomantie und ihr Einsatz beim Bau von Kult- oder Andachtsstätten zeigt ihre enge Verbindung zur Spiritualität. So konnten etwa nur durch spezielle Anordnung der Ziegel in einer Mauer Wasseradern unschädlich gemacht oder abgelenkt werden. Auch an der Stelle des (alten) Hochaltars gab es immer eine „sakrale Kreuzung“ – eine radiästhetische Situation, in der zwei Wasseradern genau in Nord- und SĂźdrichtung gekreuzt verlaufen und Ăźber einer „Curry-Kreuzung“ (im 45-Grad-Winkel dazu) liegen (feststellbar mit Rute oder Pendel). Außerdem liegt oft genau unter der Stelle des Altars (wie viele Ausgrabungen bestätigten) ein heidnischer Opferstein aus vorchristl. Zeit.
Kraftvolle Bauwerke und „Naturbauwerke“ finden wir auf allen Kontinenten. BerĂźhmte Bauwerke in Europa sind z.B. die bedeutenden Steinkreisanlagen in → Avebury und → Stonehenge (England), einige griech. Bauwerke wie der Poseidon-Tempel im italienischen Paestum oder die Kathedrale zu → Chartres (→ Kunst, spirituelle odefr „objektive“).
Kraftorte sind meistens auch Wallfahrtsorte, wie der → Odilienberg im Elsaß, der bereits vor der hl. Odilia eine alte → Sonnenkult- und Mysterienstätte war, die Ăźber Jahrhunderte fĂźr Einweihungen und Initiationen genutzt wurde. Hier befindet sich auch die größte Zyklopenmauer Europas, die ähnliche Bauwerke auf Malta und in Mykene in den Schatten stellt. In Deutschland sind die → Externsteine in Westfalen immer noch ein Kultort, der leider auch von Menschen besucht wird, die dort kelt. und german. Kulte mit Nazi-Ideologie verbinden.
Wallfahrtsorte sind oft auch mit → Pilgerreisen verbunden. Ein berĂźhmtes europ. Beispiel dafĂźr ist der → Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Im Nahen Osten stellt Jerusalem einen bedeutenden Kraftort dar – nicht umsonst treffen dort drei Weltreligionen zusammen und reklamieren die Stadt fĂźr sich. Solange indes keine friedliche Einigung Ăźber die Stadt erzielt werden kann, wird es keinen Frieden in dieser Region geben. Auf der Sinai-Halbinsel ist das → Katharinenkloster mitten in den Felsen eine Ăźbergeordnete Schaltstelle des großen Kräftenetzes, welches die ganze Erde umspannt. Im indischen Himalaya sitzen im Kailash die GĂśtter, und in Karnak (Orissa) ist das große Sonnenrad ein besonders starker Ort. In Peru bildet Machu Picchu, die alte Inkastadt, auf Ăźber 3 000 Metern einen mystischen Kraftort, und in Australien der weltgrößte Monolith, der Ayers Rock, ein riesiger roter Felsbrocken mitten in der Steppe Australiens (→ Weltzentrum, → Omphalos).

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