Spontanheilung – Interview mit Katarina und Peter Michel

jetzneuneuSpontanheilung geschieht viel häufiger, als man denkt. Handelt es sich hierbei um eine Art Wunderheilung oder basiert es auf geistigen Gesetzmäßigkeiten, die wir vielleicht noch nicht kennen? Katarina und Peter Michel erzählen in „Spontanheilung – Warum das Unmögliche doch geschieht“ einige faszinierende Fälle und beleuchtet die Hintergründe des Phänomens. Hier ein Interview mit ihnen zum Thema.


Was genau versteht man unter Spontanheilung?

Spontanheilung ist die unerwartete, aus orthodox-medizinischer Sicht nicht erklärbare und de facto augenblicklich geschehende Heilung einer Krankheit.


Warum lehnt die Schulmedizin vielfach die Existenz von Spontanheilungen ab, obwohl es über tausend gut dokumentierte Fälle gibt und die Dunkelziffer über weitere Fälle wahrscheinlich sehr viel höher ist?

Man könnte ganz einfach antworten: Das ist völlig unverständlich! Schaut man sich jedoch das zurzeit noch geltende medizinische Paradigma an, dann sieht man, dass „Spontanheilung“ darin nicht vorkommt. In dem Augenblick also, indem ein Mediziner akzeptiert, dass es solche medizinisch nicht erklärbare Heilungen tatsächlich gibt, muss er sich ein neues Welt- und Menschenbild suchen. Vielen fehlt dazu ganz einfach der Mut; denn dieser Schritt bedeutet auch heute noch: Außenseiterrolle!


Prof. Lewis Thomas, Direktor des weltweit größten Krebsforschungszentrums und Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Yale, fordert über intelligente Zelle zu forschen. Das bedeutet doch, dass auch die Schulmedizin zu akzeptieren scheint, dass bösartige Zellen aus eigener Kraft besiegbar sind.

Professor Lewis war ein sehr fortschrittlich denkender Mann und sagte zum Thema Spontanheilung: „Wenn es einer geschafft hat, können es alle schaffen!“ Ganz offensichtlich aber besitzen nicht alle Menschen gleichartige Kräfte zur Selbstheilung oder die Fähigkeit der Hingabe – an einen Heiler/eine Heilerin oder an eine geistige Instanz. Doch dies stellt wohl eher eine Frage der spirituellen Evolution dar als einen grundsätzlichen Zweifel an der Spontanheilung an sich. Wenn Spontanheilung grundsätzlich möglich ist, wird sie eines Tages „normal“ sein. Das wäre wünschenswert, doch leider war auch Lewis ein Pionier und Außenseiter. Die Erforschung von „Zell-Intelligenz“ kam ursprünglich aus dem Yoga und aus der spirituellen Bewegung. Später übernahm dann der Biologe Bruce Lipton die Vorreiter-Rolle. Hier sind bahnbrechende Entwicklungen zu erwarten.


Dass Placebos eine Wirkung entfalten können, ist bekannt. Aber dass eine Operation nur zum Schein erfolgt und die Patienten danach schmerzfrei sind, ist mehr als außergewöhnlich.

Die vielleicht spektakulärste Studie im Zusammenhang mit dem Placebo-Effekt wurde 2002 im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Sie war an der „Baylor School of Medicine“ von Dr. Bruce Moseley durch-geführt worden. Moseley überwachte Patienten mit schweren Kniebeschwerden, die sich operieren lassen wollten. Er teilte die Patienten der Studie in drei Gruppen auf: Der einen wurde der geschädigte Knorpel abgeschliffen und der zweiten das Gelenk gespült und damit alles Material entfernt, das eine Entzündung verursachen konnte. Die dritte Gruppe wurde nur zum Schein operiert. Der Patient wurde betäubt, Moseley machte die drei Standardschnitte und redete und bewegte sich so, als führe er eine Operation durch. Nach vierzig Minuten nähte er die Schnitte wieder zu. Alle drei Gruppen erhielten die gleiche postoperative Behandlung. Die Gruppen, die operiert wurden, erfuhren Besserung. Doch der Placebo-Gruppe ging es genauso gut! Für Moseley war klar: „Nicht meine Operationskünste haben geholfen – der Nutzen der Operation osteo-arthritischer Knies ist allein dem Placebo-Effekt zuzuschreiben.“ Die Mitglieder der Placebo-Gruppe wanderten und spielten Basketball. Dinge, die ihnen vor ihrer „Operation“ unmöglich waren. Erst zwei Jahre nach der Operation hat man diesen Patienten mitgeteilt, dass man an ihrem Knie nichts verändert hatte.


Der entscheidende Impuls zur Heilung erfolgt aus unserem Bewusstsein heraus. Bedeutet das wirklich, dass wir über unseren Geist auch tödliche Krankheiten zu heilen vermögen?

Dieser Beweis ist längst erbracht. Wir führen in unserem Buch zahllose Fälle an; und selbst Mediziner haben tödliche „Cocktails“ bei Selbstversuchen zu sich genommen, ohne zu erkranken. Dies ist alles gut dokumentiert, hat aber – noch – nicht zu einem Umdenken geführt.


Kann jeder mit der Wirkkraft seines Geistes heilen oder ist das nur einigen, wenigen vorbehalten?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Wenn es Yogis oder tibetische Lamas gibt, die bei minus 30 Grad im Himalaya vereiste Handtücher am Körper in wenigen Minuten erwärmen und zum Trocknen bringen, eine Disziplin, die man „tommo“ nennt, dann sollte dies ein durchschnittlicher Westeuropäer vielleicht nicht nachzumachen versuchen. Dieses Beispiel will sagen, dass wir von BEWUSSTSEIN sprechen. Man muss entweder sein eigenes Bewusstsein angehoben haben (Yoga, Meditation, Gebet etc.) oder in Kontakt mit einem Menschen treten, der dies vollzogen hat. Ein Heiler ist letztlich ein Mittler zwischen dem ’normalen‘ menschlichen Bewusstsein und einer geistigen Dimension. Er heilt nicht im eigentlichen Sinne, sondern er aktiviert die Selbstheilungskräfte (das höhere Selbst) im Menschen.


Ein drastischer Fall, wie machtvoll im positiven wie auch negativen Sinne unsere Gedanken sind, zeigt der Fall von Herrn Wright.

Allerdings! Mr. Wright litt an Lymphknotenkrebs im Endstadium, als eine Zeitung über das sensationelle neue Mittel „Krebiozen“ berichtete. Er bestand darauf, als Versuchspatient das Mittel ausprobieren zu dürfen und binnen eines Wochenendes war er gesundet! Die „Tumore waren geschmolzen wie Schneebälle in einem Ofen“, so der behandelnde Arzt. Dann erschien ein verhängnisvoller Artikel, der das Medikament als medizi-nischer Irrtum darstellte. Diese Veröffentlichung versetzte den gerade gesundeten Mann sofort wieder in seinen früheren todkranken Zustand! Sein Arzt führte ein Experiment durch. Er sagte Wright, das Medikament sei durchaus wirksam, habe aber eine kurze Lagerfähigkeit. Er werde ihm am kommenden Tag ein neues, noch wirksameres Präparat geben. Gesagt, getan – und das Wunder wiederholte sich. Erneut gesundete Mr. Wright in kürzester Zeit. Doch als er wenige Monate später las, dass der medizinische Abschlussbericht zur Erprobung von Krebiozen eine definitive Unwirksamkeit ergeben hätte, starb er binnen weniger Tage.


Warum ist Hoffnung eine so gewaltige Heilungskraft? Was passiert beim inbrünstigen Hoffen mit uns? Und an wen richten bzw. senden wir die Hoffnung? An unsere betroffenen Organe, an Gott, ans Universum?

Wir würden statt Hoffnung lieber von Glauben sprechen, obwohl das Wort sprachlich so stark geprägt ist. Der berühmte Satz von Jesus lautet bekanntlich: „Dein Glaube hat Dir geholfen.“ Diese Art von „Glauben“ meint ein inneres Sich-Zuwenden an eine höhere Wirklichkeit. Wenn wir einmal annehmen wollen, dass die göttliche „Gnade“ immer und zu jedem fließt, dann muss man annehmen, dass dieser Gnadenstrom etwas mit uns zu tun hat. Wenn Sie zweifeln, dann stellen Sie gleichsam den „Kelch Ihrer Seele“ auf den Kopf: Die Gnade strömt vorbei. Wenn Sie dagegen hoffen bzw. glauben, dann steht Ihr Kelch mit der Öffnung nach oben: Die Gnade kann einströmen! Heilung hat viel mit der Wiederherstellung einer inneren ORDNUNG zu tun, die, einmal metaphysisch gedacht, im größeren Zusammenhang mit der UNIVERSELLEN ORDNUNG DES LEBENS steht.


Heilung kann über viele Kanäle erfolgen, wie heilende Hände, das Gebet oder die Energiemedizin der Homöopathie. Doch woher wissen Patienten, welchem Heilmedium oder Heilmethode sie sich anvertrauen sollen?

Da sind wir sehr zuversichtlich: Wenn der Patient einen Moment innehält und still wird, findet er in seinem Innersten die Antwort. Manchmal ist auch nur Achtsamkeit erforderlich, um in einem Magazin oder einer Apotheken-Zeitung eine Überschrift zu erspähen, die auf einen Artikel verweist, in dem die Lösung liegt. Heute ist es auch für Laien möglich, einen guten Überblick über Heilungswege zu finden; aber letztlich liegt der entscheidende Schlüssel zur Heilung im Inneren jedes Menschen.


Bei Untersuchungen von Spontanheilungen wurde feststellen, dass bei 54% der Betroffenen erst ein veränderter Blick auf die eigene Existenz und deren Sinn, also ein tiefgreifender spiritueller Wandel, den entscheidenden Anstoß zur Besserung gegeben habe. Kann also Medizin an sich, z.B. eine Tablette, alleine gar nicht heilen?

Die Antwort wäre ein klares: Jein! Wir sind in der Tat überzeugt, dass der innere Wandel ganz entscheidend ist, aber auch eine Tablette ist ein Träger von Energie. Wir sind keine Gegner der Medizin, wir wollen sie nur in eine höhere Ordnung eingliedern. Wir wissen, dass auch eine Tablette ein Umdenken auslösen kann. Verhängnisvoll ist nur die Überzeugung: Ich lebe weiter wie bisher und nehme notfalls noch diese oder jene oder auch noch diese Pille. Diese Einstellung führt letztlich in die Katastrophe!


Sie sagen, Krankheit trägt eine Botschaft, deren „Lektion gelernt werden muss“. Haben Kranke etwas in ihrem Leben falsch gemacht?

Das ist auch so eine extrem delikate Frage! Versuchen wir es einmal mit einem Beispiel: Kann jemand eine „falsche“ Frau oder einen „falschen“ Mann heiraten? Man ist geneigt, auch aus eigener Beobachtung, auszurufen: „Natürlich! Da kenne ich ein paar Fälle!“ Schaut man jedoch genauer hin, so scheinen die jeweiligen „falschen“ Partner bestimmte Prozesse ausgelöst zu haben. Vielleicht war die Befreiung aus einer unglücklichen Beziehung ein entscheidender Schritt im Leben eines Menschen!

Wir halten viel von dem Satz: „Leid leitet!“ Die Krankheit zeigt also an, dass im Leben eines Menschen etwas nicht gesehen wird. Dabei bekennen wir uns eindeutig zu der Überzeugung, dass wir weiter zurückschauen müssen als nur auf das aktuelle Erdenleben, um bestimmte Prozesse zu verstehen. Aber niemand sollte sich heute hinstellen und behaupten, er könne alle Geschehnisse um Krankheit und Heilung erklären. Wir stecken diesbezüglich noch in den Kinderschuhen; und wir erwarten revolutionäre Einsichten im 21. Jahrhundert!


Eine Spontanheilung kann sich ereignen, wenn das Bewusstsein vorhanden ist. Bei der Mehrzahl der Menschen ist wahrscheinlich die Selbstheilungskraft begrenzt. Bietet es sich dann an, Hilfe zu suchen? Und muss man dann zu einem Heiler gehen anstatt einem Mediziner?

Wir trennen nur ungern zwischen „Heiler“ und „Mediziner“. Ein guter Mediziner ist auch ein guter Heiler! Alle großen Heiler der Gegenwart haben immer darauf hingewiesen, dass „der Geist heilt durch wen ER will“. Es geht immer um die Hilfe zur Selbsthilfe!


Kann man einen falschen Arzt oder Heiler auswählen?

Das ist wie im Beispiel mit dem „falschen“ Partner: Es gibt leider schlechte Ärzte und viele Scharlatane bei den sogenannten „Heilern“. Es geht auch hier um Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Aber zwei Dinge lassen sich vielleicht feststellen: Wo ein Patient nicht liebevoll aufgenommen wird oder wo ihm große Geldbeträge abverlangt werden – da sollte er schnell das Weite suchen!


An wen richtet sich Ihr Buch „Spontanheilung – Warum das Unmögliche doch geschieht“?

Es soll Menschen, die schwer erkrankt sind, ermutigen, sich neu mit ihrer Krankheit zu befassen und Mut und Hoffnung zu schöpfen. Es soll Menschen, die gesund sind, auf bestimmte Gesetze aufmerksam machen, um ihr Leben lang gesund zu bleiben. Wenn wir in dieser Hinsicht ein wenig LICHT in die Welt bringen können, dann hat das Buch seinen Sinn erfüllt. Ein gutes Buch weist letztlich über sich selbst hinaus und löst bei den Lesern eine Veränderung aus!


Im Vorwort schreibt Ruediger Dahlke schreibt, dass Sie das „Prinzip Hoffnung“ zurück in die Medizin bringen. Welche Hoffnung schenken Sie Ihren Lesern?

Das „Prinzip Hoffnung“ meint nicht den etwas einfältigen Satz: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Vielmehr geht es um SINN. Es geht darum, zu erkennen, dass jede Krankheit eine Botschaft enthält und nichts im Leben aus Zufall geschieht. Diese tiefe Überzeugung kann man bei jedem Yogi, bei jedem tibetischen Lama und bei jedem Christen finden, der seine eigene Tradition kennt. Wir haben vor allem im Westen vergessen, uns diese „Glaubensgewissheit“ wieder vor Augen zu führen. Diese Überzeugung teilen wir mit unserem Freund Ruediger Dahlke, der in seinem umfangreichen Lebenswerk immer wieder auf „Sinnhaftigkeit von Krankheiten“ hingewiesen hat. Und hier liegt die HOFFNUNG!


Die Autoren:

Katarina Michel arbeitete mehrere Jahre als Moderatorin für das Slowakische Fernsehen. Danach baute sie das Bach-Blüten-Center in Prag auf und leitet heute das Lichtwelten-Zentrum in Konstanz. Als Autorin schrieb sie u.a. ‚ Heilung geschieht im Jetzt mit Renée Bonanomi‘. Dr. Peter Michel hat 1981 zusammen mit seiner früheren Frau 1981 den Aquamarin Verlag in Amerang gegründet, der vorrangig Literatur aus den spirituellen Traditionen von Ost und West veröffentlicht. Katarina und Peter Michel sind auch Autoren des erfolgreichen Buchs ‚12 Gesetze der Heilung‘.


Aktuelles Buch

SpontanCover


Katarina und Peter Michel: „Spontanheilung. Warum das Unmögliche doch geschieht“

Verlag: Aquamarin Verlag 2014
Umfang: 192 Seiten, Hardcover
Preis: 17,95 €
ISBN 978-3-89427-673-7




1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertung)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.