Der Weg zum Glück: Was tun? – Michael Weinert

Wer von uns möchte nicht glücklich, gesund und in Fülle leben!? Aber wer von uns tut es wirklich und wie kommt man da hin? Michael Weinert hatte, wie er es heute sieht, das Glück, bereits mit 38 Jahren den Zusammenbruch zu erleben. Die aus der Verzweiflung resultierende Offenheit für bis dahin von ihm belächelten alternativen Weisheiten und Heilmethoden führten ihn im Verlauf der nächsten gut 10 Jahre in ungeahnte Bereiche des Wohlgefühls und der Fülle. Vom Sternzeichen Jungfrau her analytisch begabt, schildert er hier die Faktoren, die für ihn den Erfolg seines Weges ausmachen. Denn er wollte nicht nur suchen und auf dem Weg sein, sondern auch finden und ankommen. Und das, wenn möglich, in überschaubarer Zeit…

von Michael Weinert

 

 

Alles, was ich anpacke, mache ich gründlich, effizient und mit 100 Prozent Einsatz. Und so knallte mein Leben im Jahr 2003 mit Vollgas am Ende der Sackgasse frontal gegen die Mauer. Alles, was ich bis dahin an Wissen und Können angesammelt hatte – und darauf war ich mit Recht stolz, denn ich war in vielen Disziplinen in der Spitzengruppe – hatte mich nicht davor bewahren können, dass ein sehr schmerzhafter Bandscheibenvorfall mir eine mögliche Arbeitsunfähigkeit als Außendienstler vor Augen führte, meine langjährige Partnerschaft (vom 19. bis 38. Lebensjahr) in Trümmern lag und der Arbeitsberg vor meinen Augen nicht kleiner sondern immer größer wurde, obwohl ich meine Arbeitsgeschwindigkeit und -effektivität stets weiter gesteigert und die Ruhepausen minimiert hatte. Ich war kräftemäßig am Ende und ratlos. All mein Wissen und Können war ohne Wert und hatte die Katastrophe nicht abwenden können.

Heute weiß ich, dass genau das Aufgeben der Glaubensmuster, die mich dahin geführt hatten wo ich damals war, der Startpunkt meines Heilungsweges war. Nicht jeder braucht den schmerzhaften Weg über die Erfahrung, um zum Loslassen zu kommen, aber wohl die meisten, zumindest noch in meiner Generation (Jahrgang 1964). Ich habe das Gefühl, dass bei der nachfolgenden Generation zunehmend mehr Offenheit für alternative Denkweisen und weniger Bereitschaft zur Selbstkasteiung vorhanden ist. Das würde den leichteren Lernweg, nämlich den durch Erkenntnis, befördern und harte Erfahrungen durch Widerstand gegen den Fluss des Lebens verringern.

Heute, wo ich mich angekommen fühle und nicht mehr auf der Suche befinde, in großem Umfang die Früchte meiner inneren Reise ganz konkret auch im täglichen Leben genieße, kann ich Schwierigkeiten und Hindernisse benennen, die mir auf dem Weg vom Startpunkt in Richtung Ziel begegneten und mich damals noch sehr irritiert, zum Teil frustriert haben und manchen Impuls verursacht haben, den Weg aufzugeben, weil ein Erfolg nicht absehbar war. Ich hatte auf halbem Weg durchaus Befürchtungen, ein esoterischer Spinner zu werden, der weder weiterhin beruflich erfolgreich sein würde, weil er dafür zu wenig arbeitet, noch am Ziel des inneren Glücks und der Zufriedenheit jemals ankäme, weil es sich beim ernsthaften Ausprobieren vielleicht doch nur als eine schöne Illusion herausstellen würde.

Auf der anderen Seite gab es in meinem Kopf irgendwann eine Gewissheit, dass ich mir die Folgen weiteren unbewussten Handelns auf Dauer gar nicht würde leisten können – die Folgen in Form von Schicksalsschlägen, Krankheiten und ähnlichem. Ich war entschlossen, meine aus dem Studium der Bücher und Seminare entstandene Schlussfolgerung in aller Konsequenz auszuprobieren. Irgendwie überzeugt, dass die Investition von mehreren Tausend Euro pro Jahr in Seminare und Heiler sowie der täglichen Stunden an Geistesschulung über Bücher, Meditationen, den „Kurs in Wundern“ etc. sich am Ende auszahlen würden in Form eines ruhigen, dramafreien Lebens bis hin zu einem ruhigen, harmonischen Lebensende. Alle Hinweise in meinen Quellen deuteten darauf hin, dass es so sein müsse, aber ich hatte keine Beweise, ob es bei mir und im Alltag so funktionieren würde und niemanden, der mir dies wirklich bestätigen konnte. Im Gegenteil, viele in meiner Nähe zogen skeptische Mienen und ich war allein auf meinem Weg ins Unbekannte.

Daher will ich allen, die auf dem Weg sind oder es sich überlegen, ob sie starten sollen, und denen, die vielleicht gerade auf halbem Weg kurz davor sind umzudrehen, Mut machen und Klarheit verschaffen über die hindernden Mechanismen, die wohl in uns allen mehr oder weniger wirken, und die Vorgehensweisen aufzeigen, die uns durch Krisen hindurch zum Ziel helfen. Ich sehe auch viele, die schon lange auf dem Weg sind, aber sich immer noch auf der Suche befinden statt irgendwann das Gefühl zu haben, angekommen zu sein. Ich möchte daher auch Mechanismen benennen, die in meinen Augen den Unterschied zwischen “Ankommen” und “auf dem Weg sein” ausmachen.

 

Ausdauer und Demut

Diese zwei Eigenschaften, die im Mainstream wenig Konjunktur haben, helfen uns auf dem Weg. Beide können aber leicht als Leidensfähigkeit und Selbsterniedrigung missdeutet oder fälschlicherweise als solche gelebt werden. Der ungeschulte Geist wird vom Ego / Schmerzkörper gesteuert und daher immer wieder zu leidhaften Erfahrungen als Ladestation und Verstärkung dieses Geisteszustandes geführt (das Ego / der Schmerzkörper haben nach meinem Verständnis keine selbständige Existenz, sondern sind Geisteszustände). Ausdauer in meinem Sinne heißt, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, egal wie die derzeitige Reaktion oder Befindlichkeit meines Systems darauf ist. „Ein Kurs in Wundern“ formuliert es wunderbar und das gilt für alle heilsamen Nachrichten und Ideen, die uns in verschiedenster Form auf unserem Weg begegnen können:

“Es wird dir schwerfallen, manche der Gedanken, die im Übungsbuch dargelegt werden, zu glauben, andere wieder mögen dir ziemlich überraschend vorkommen. Das spielt keine Rolle. Du wirst nur gebeten, die Gedanken so anzuwenden, wie du angeleitet wirst. Du wirst nicht gebeten, sie überhaupt zu beurteilen. Du wirst nur gebeten, sie anzuwenden. In ihrer Anwendung wird sich dir ihre Bedeutung erschließen, und sie wird dir zeigen, dass sie wahr sind. Denke nur an dies: Du brauchst die Gedanken nicht zu glauben, du brauchst sie nicht anzunehmen, du brauchst sie nicht einmal willkommen zu heißen. Einigen darunter wirst du dich vielleicht aktiv widersetzen. Nichts von alledem spielt eine Rolle, noch wird es ihre Wirksamkeit vermindern. Erlaube dir aber nicht, bei der Anwendung der Gedanken, die das Übungsbuch enthält, Ausnahmen zu machen, und wende sie an, was auch immer deine Reaktionen auf diese Gedanken sein mögen. Nicht mehr als das ist erforderlich.”

Nett gesagt: „Nicht mehr als das ist erforderlich“! Dies bedeutet nämlich das extrem Herausfordernde, was ich mit Demut meine; die dem Ego und konventionellen Denken genau entgegengesetzte Überzeugung: „Ich weiß eben nicht, was wirklich gut für mich ist. Denn wüsste ich es, wäre ich nicht da gelandet, wo ich derzeit bin. Würde ich mich da wohlfühlen, wäre ich nicht auf der Suche!“ Diese schlichte Logik hat mir geholfen in vielen Momenten, wo mir blindes Vertrauen in den neuen Weg und Loslassen aller alten Sicherheiten schier unmöglich schien. Aber anders hätte Christoph Kolumbus nicht Amerika gefunden…

 

Gehe weiter als Du meinst!

Auf dem Weg zu Fülle und innerer/äußerer Gesundheit hat mich immer wieder beeindruckt, wie das Universum alles viel tiefgründiger meinte, als ich erst dachte. Mich darauf einzulassen, wurde mit Wohlgefühl, positiven Erfahrungen und Heilungen belohnt, die jenseits dessen waren, was ich mir bis dato vorstellen konnte. Wir sollten uns bewusst sein, dass unser Denken und Vorstellungsvermögen nur relativ funktioniert. Die oberste Grenze dessen, was wir erlebt haben, sind für uns 100 Prozent. Mehr scheint uns unbewusst nicht möglich zu sein und damit sind wir zufrieden. Das Universum will uns aber die ganze Fülle zeigen und zur Verfügung stellen, dazu braucht es unsere Offenheit für ein Mehr, die 200 und 300 Prozent, die Vorstellungskraft für ein Land jenseits des eigenen geistigen Gartens.

Es gibt immer wieder außergewöhnliche Menschen, die uns diese Welt jenseits unseres Theatervorhangs aufzeigen. Denken wir nicht, sie lebten in einer anderen Welt, die uns verschlossen wäre! Lassen wir uns inspirieren statt frustrieren vom scheinbar übermächtigen Vorbild. Wir alle sind auf geistiger Ebene aus demselben Holz geschnitzt. Was einem Einzigen gelingt, kann auch mir gelingen. Wenn ich etwas noch nicht kann, heißt es nur, dass ich noch etwas üben sollte oder noch unbewusste Hindernisse in mir existieren, die auf Heilung und Anschauen warten – das ist alles! Ich kann sie aus dem Weg räumen, ob in dieser Inkarnation oder in anderen, ob in dieser Dimension oder anderen – was soll’s?! Die Wege sind individuell, das Ziel ist universell.

 

Raus aus dem Widerstand

Um ungeahnte Potentiale und Möglichkeiten für sich entfalten zu können, ist es unabdingbar, darauf zu verzichten recht haben zu wollen mit den eigenen Einstellungen, Meinungen und Urteilen über eine Situation. Zum Beispiel, dies oder jenes wäre für mich nicht zumutbar / zu gefährlich / nicht gut für mich etc.  Das ist gefühlt eine echte Zumutung für das Ego, wie so viele andere Anforderungen auf dem Weg auch. Aber wir wollen ans Ziel und jenseits der engen Grenzen des bisherigen Lebens und so lassen wir uns wieder einmal entgegen unserer spontanen Gefühlsregungen auf dieses Experiment ein… – es wird sich lohnen! Wie sehr, das sehen wir erst hinterher, im Vorhinein bekommen wir keine Garantien. Am konsequenten Ausprobieren führt kein Weg vorbei. Schlauer sind wir nur hinterher!

 

Wegweiser und Leuchttürme

Ich bin dankbar für alle – auch oder gerade die schmerzhaften – (Partnerschafts-)Erfahrungen, Heiler und Autoren, die mir auf dem Weg begegnet sind und weiter begegnen. Je mehr ich lerne, auf Widerstand und Urteilen zu verzichten, umso leichter und schöner wird mein Leben. Es braucht immer wieder mal Wegweiser und im Fall von Orientierungslosigkeit im Nebel auch Leuchttürme und sie kommen immer zur rechten Zeit, auch wenn ich manchmal noch zu ungeduldig sein mag. Aber wenn ich auf Höhe des Leuchtturms oder am Wegweiser vorbei bin, hat er seine Funktion für mich erfüllt und der nächste Wegweiser oder Leuchtturm weiter vorn wird wichtig für mich. Das buddhistische „nicht Anhaften“ bekommt so seinen Sinn für mich: nicht anhaften an Situationen und Positionen, nicht an Materiellem und nicht an Personen. Alles hat seine Zeit, es kommt und geht. Das Ewige ist nicht auf der Ebene der wandelbaren Formen zu finden.

 

Wie innen so außen

Ich habe gelernt, das Außen als Spiegel meines Innen zu begreifen. Wenn mir das Gesicht im Spiegel nicht gefällt, hilft es nichts, den Spiegel auszutauschen (Partner, Arbeitsstelle, Wohnort). Ich selbst muss zum Lächeln finden – und zwar unabhängig von den äußeren Umständen! Erst wenn mir dies gelingt (nicht immer, aber immer öfter), werden die äußeren „Lehrer“ unnötig und verschwinden aus meinem Leben – ganz von selbst. Probleme lösen sich auf, Menschen oder Umstände verschwinden aus meinem Blickfeld und andere Optionen tauchen von alleine auf. Aber eben nicht aktiv von mir erdacht und mit Macht gesteuert, sondern von selbst, durch den Fluss des Lebens. Nur dieser weiß, was wirklich wie lange gut für mich ist. Das können, bei entsprechendem inneren Widerstand, gerade die herausfordernden, mich aufregenden Dinge sein. Je mehr ich dies erkenne und tatsächlich ohne operative Zuwiderhandlungen geschehen lassen und leben kann, umso mehr ändert sich mein Leben vom Widerstand gegen Etwas zum freudigen Wählen dessen, wo es mich mit dem Herzen hinzieht und was mir „von selbst“ in den Schoß fällt.

 

Gestalter statt Spielball

Sobald man das, was einem im Leben als scheinbar zufälliges Schicksal, Krankheit und Drama begegnet, nicht mehr als „reinen Zufall“ begreift, sondern als etwas, was einem aufgrund der aktuellen inneren Resonanz zufällt (nicht im Sinne von Schuld sondern im Sinne eines hilfreichen Feedbacks des Universums), dann wandelt sich das Selbstverständnis weg vom Spielball des Lebens („Ich kann ja sowieso nichts ändern oder bewirken, muss froh sein wie es läuft“) hin zu einem aktiven Gestalter und Entwickler des eigenen Lebens („Ich kann mich ent-wickeln und allmählich aus früheren Verstrickungen lösen, dadurch mein Leben einfacher, leichter und schöner machen“).

Man kann lernen, die Zeichen zu deuten und für die eigene Entwicklung zu nutzen – ähnlich wie beim Spiel „Topfschlagen“, wo wir selbst blind sind, uns andere aber „heiß / kalt“ zurufen und so die Richtung weisen. In dem Maß, wie wir bereit sind dies als wahr anzunehmen, werden wir Erfolge verbuchen und entsprechend motivierende Erfahrungen machen können. Umgekehrt gilt das aber auch; jedem geschieht tatsächlich nach seinem Glauben! Wir erschaffen mit unseren Glaubenssätzen Realitäten für uns. Wir haben die Macht der Wahl, was wir erleben wollen (Ohn-Macht oder Macht). Das heißt Aufwachen. Allerdings nicht zu verwechseln mit Wunschdenken, das wäre die unerlöste Seite (ich möchte etwas bekommen oder Leidensdruck verringern, ohne mich selbst verändern und weiterentwickeln zu müssen).

 

Schmerz-Recycling

Eine der lang geübten Gewohnheiten, die wir uns unbedingt abtrainieren müssen, wenn wir zu innerem Frieden unabhängig von äußeren Umständen gelangen wollen, ist Schmerz-Recycling. Denn in der „Realität“ passiert ein bestimmter Vorgang nur einmal, im nächsten Moment ist er schon vorbei. Wir aber wiederholen hundertfach den Schmerz oder das Problem im Kopf und machen es dadurch erst (zu) schwer, belastend, langdauernd und bedeutsam für uns. Das Körpersystem reagiert erwiesenermaßen auf Gedanken genauso real wie auf das ursprüngliche Erlebnis. So entsteht Krankheit im Lauf der Zeit. Die „Realität“ wäre vergleichsweise harmlos – das einmalige schmerzhafte oder aufregende / belastende Erlebnis könnte unser Körper-Geist-System vergleichsweise leicht „verschmerzen“. Erst das ständige Schmerz-Recycling im Denken macht es untragbar. Das Erlebte wird im (Ego-)Geist negativ multipliziert und dadurch entsteht die dramatische Wirkung auf uns.

Durch immer wieder geübte Wachheit, Gedankendisziplin und Heilung von Schattenthemen mittels professioneller Begleiter versetzen wir uns allmählich in die Lage, nicht mehr so stark und ungefiltert auf das Außen zu reagieren. Wir spüren zwar noch die Initialreaktionen (Emotionen, Körperreaktionen, Gedanken), verzichten aber darauf, die Geschehnisse / Mitmenschen beeinflussen zu wollen, um vermutete negative Verläufe zu verhindern. Wir lassen ohne Gegenmaßnahmen unsererseits mit offenen Augen die scheinbare Katastrophe sich entwickeln und geschehen! Unsere Aufgabe besteht darin, nicht zu agieren, sondere alle Kraft darauf zu verwenden, durch geistige Übung möglichst bald wieder in die eigene innere Mitte und zu dem Blickwinkel zu kommen, von dem aus sich das Ganze ruhig und schmerzfrei anschauen lässt. Dieser Prozess ist zu Beginn höchst anspruchsvoll und sollte die komplette eigene Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dann ist nämlich auch keine Aufmerksamkeit mehr für das Drama „außen“ übrig. Wer das konsequent übt, wird allmählich feststellen, wie die Anzahl der schmerzhaften Wiederholungen im Geist allmählich zurückgeht und damit auch die mentale und körperliche Reaktion und Belastung sinkt. Der erste Schmerz wird weiterhin erlebt (soll nicht verdrängt, darf wahrgenommen werden), aber er wird immer weniger oft gedanklich wiederholt, das ist das Ziel der Übung.

Auf die Wiederholung einer schmerzhaften Vergangenheit und Vorwegnahme einer scheinbar sorgenvollen Zukunft im Geist zu verzichten, reduziert die durchschnittliche Denkbelastung enorm und hebt die Stimmung. Es bleibt mehr Energie für Positives übrig, zum Beispiel die Gedankenenergie in inspirierende Fantasien und motivierende Zielvorstellungen zu stecken. Das erhöht aufgrund der geistigen Gesetze die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens und macht die Bahn frei. Statt dass ich mir Sorgen mache (die genau genommen nur eine andere Form der Fantasie sind, aber leider auf geistiger Ebene hochwirksame energetische Hindernisse bauen), drehe ich meine Denkrichtung um und male mir zum selben Thema aus, wie es gut ausgehen könnte. Ich erzähle mir selbst also positive statt negative Geschichten, wenn das Geschichtenerzählen im Geist schon nicht gestoppt werden kann. Gedanken formen Energie formt „Realität“: Außerkörperliche Erfahrungen (William Buhlman: „Out of Body“) und Durchsagen der geistigen Welt (Eva Herrmann: „Von Drüben“) sprechen davon sehr eindrücklich. Die enormen positiven Auswirkungen auf die eigene Grundgestimmtheit, die Anzahl positiver „Zufälle“ im Leben und das tägliche geführt Sein vom Universum sind im Vorhinein gar nicht zu ermessen, aber aus eigenem Erleben ganz deutlich zu bestätigen.

Letztendlich beruht der vorübergehende Erholungseffekt durch Ablenkung (Fernsehen, Smartphone, Zeitunglesen, Alkohol, Freizeitgestaltung, Hobby, Urlaub) ebenfalls auf dem Unterbrechen des belastenden Gedankenstroms („mal auf andere Gedanken kommen“). Im Gegensatz zur oben angesprochenen Veränderung destruktiver Denkgewohnheiten bringt Ablenkung jedoch weder Heilung noch Problemlösungskompetenz, sondern Abhängigkeit. Denn sobald die Ablenkung zu Ende ist, beginnt der belastende Gedankenstrom von Neuem, darum verpufft z.B. ein Urlaub oder der Glücksmoment durch einen neu gekauften Gegenstand so schnell und zwingt zur Wiederholung. Eine dauerhaft manifestierte Denkgewohnheit des stetigen, ausnahmslosen(!) Nicht-Reagierens schenkt hingegen inneren Frieden unter allen Umständen – und nur dies ist wirklich innerer Frieden statt vorübergehendem Wohlgefühl.

 

Wissen alleine reicht nicht

Eine weit verbreitete Stolperfalle selbst noch in für Selbstentwicklung aufgeschlossenen Kreisen ist das „Ich weiß!“ oder „Kenne ich!“. Letztendlich sind diese Sätze nur Abwehr, etwas näher an sich heranzulassen. Wir glauben aus unserer Schulerziehung, dass Wissen Macht sei und somit ausreiche. Dies ist ein Irrtum. Das Universum interessiert sich nicht dafür, was wir wissen, sondern dafür was wir im Innersten (ggf. unbewusst) glauben, also aus welchen Überzeugungen heraus wir letztendlich entscheiden und handeln. „An ihren Taten werdet ihr sie erkennen.“ Unser Wissen wird mit dem Ende der Körperhülle ebenfalls kompostiert, unser Bewusstsein mit seinen Grundschwingungen dagegen existiert weiterhin und erschafft für uns relevante Realitäten, wie es das schon immer getan hat und weiter tun wird.

Wissen und Erkennen ist zweifellos ein wichtiger Schritt, aber nur der erste. Den zweiten versucht das Ego / der Schmerzkörper trickreich und häufig erfolgreich zu untergraben (z.B. durch obige Sätze), denn der führt zur (Er-)Lösung: Das Integrieren des Wissens in mein System, so dass es ein untrennbarer Teil bis hin ins Un(ter)bewusste von mir wird – ich das also bin was ich vorher nur als sinnvoll erachten konnte und wusste. Dass zum Beispiel Frieden und Vergebung ein Automatismus und Charakterbestandteil in mir wird, nicht ein willentlicher Akt bleibt, auf bestimmte Situationen oder Personen beschränkt. Die Ausnahmslosigkeit und Widerspruchsfreiheit im Handeln und Denken ist ein wichtiges Kriterium, an dem ich das feststellen kann – bei mir und bei anderen. Und wer ausnahmslos und widerspruchsfrei etwas integriert hat, der muss es gegenüber anderen auch nicht mehr begründen oder verteidigen. Er tut es einfach, weil es stimmig ist, ein untrennbarer Teil der Persönlichkeit geworden ist und die gewünschten Erfolge bringt, egal was andere davon halten. Auf dem Weg dorthin ist missionarischer Eifer ein vermutlich häufiges Übergangsstadium, das ja auch andere anstupsen und inspirieren kann. Als Dauerzustand ist er verdächtig.

 

Glücklich sein ist gar nicht so leicht

Eine schwer zu verdauende Erkenntnis kam für mich, als im Außen bereits alles sich zum Guten gewendet hatte, mein Beruf in ruhigere und dennoch erfolgreiche Gleise gekommen war, eine tolle Partnerschaft möglich wurde und ich viele alte Körpersymptome hatte dauerhaft heilen können. Ich war nämlich immer noch nicht glücklich und mit sorgenvollen Gedanken geplagt – dabei fehlten jetzt die konkreten Anlässe im Außen! Deutlicher konnte mir das Universum nicht zeigen, dass stimmt, was ich immer wieder gelesen hatte: Die Quelle für Unglücklichsein ist nicht außen zu finden, sondern innen. Es bedurfte (und bedarf bis heute) weiterer Schritte innerer Heilung und geistiger (Selbst-)Schulung, um die Momente inneren Friedens auszudehnen zu Phasen und die Phasen immer weiter auszudehnen, bis der Zustand inneren Friedens dauerhaft etabliert ist.

 

Angekommen

Ich fühle mich heute angekommen, bin nicht mehr auf der Suche. Mein Werkzeugkoffer für Selbstheilung und Geistesschulung ist gut gefüllt. Ich muss nicht noch mehr Werkzeuge hinzufügen, sondern möchte mich im Gebrauch der vorhandenen Werkzeuge vervollkommnen. Ich meditiere nicht mehr im eigentlichen Sinne, da mein (all)tägliches Leben ein harmonisches Gesamtkunstwerk sein soll, durchdrungen von Bewusstheit und Frieden, was ich als noch anspruchsvoller erlebe als das Pendeln zwischen Meditation einerseits und Alltag andererseits. Inzwischen geht es mir um die Synthese von beidem.

Ich genieße weiterhin fallweise die Unterstützung genialer Heiler, von denen es mehr gibt als man denkt. Ich nutze weiterhin dankbar die Inspiration durch gute Bücher und Medien wie Mystica.tv. Das Internet ist diesbezüglich ein Segen, da alternative Informationen, Vorträge, Interviews und inspirierende Vorbilder nur einen Mausklick entfernt sind. Parallel existieren die Universen der Probleme und der Lösungen nebeneinander, wir brauchen nur zu wählen und keiner zwingt uns zu etwas, außer vielleicht wir uns selbst und das können wir erkennen und loslassen. Ist das nicht wunderbar?!

 

 

Über Michael Weinert:

Jahrgang 1964, gelernter und studierter Gärtner. Bis zum Alter von 38 Jahren beruflich erfolgreicher Workoholic, dann Kollaps mit Burnout und Scheitern einer 19 Jahre währenden Beziehung. Kompletter Wandel vom rein naturwissenschaftlich orientierten Menschen hin zu alternativen Heilmethoden und Denkweisen, Umzug von der Stadt aufs Land und freiwillige Aufgabe einer Festanstellung für die berufliche Selbständigkeit. Intensiver Heilungsweg mittels zahlreicher Heiler, Seminare und Bücher (nachzulesen auf seiner Homepage mit vielen Quellenangaben). Heute sehr glücklich, gesund und zufrieden im bayrischen Oberland lebend.

www.kurz-nachdenken.de

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