Was ist Alchemie? – Peter Mehmet Cati

HorizontneuViele Zuseher, die unser Interview mit dem jungen Alchemisten Peter Mehmet Cati gesehen haben, wollten mehr wissen. Woher kommt die Alchemie, und welche Grundbausteine bestimmen ihr Weltbild? Hier ein einführender Artikel, der diesen Fragen auf den Grund geht.

Von Peter Mehmet Cati

Die Alchemie ist mitnichten der primitive Vorläufer der heutigen Chemie oder unserer sogenannten modernen Wissenschaften, wie uns gerne immer wieder suggeriert wird. Wenn wir es modern ausdrücken wollen ist die Alchemie eine nichtlineare, ganzheitliche holistische Wissenschaft, die aus dem Selbstverständnis der Alchemie selber seit Anbeginn der Zeiten besteht, vielleicht sogar noch länger, wenn wir die Wesenswirksamkeit hinter dem Begriff „göttliche Alchemie“ begreifen wollen.

Im Vergleich zu den heutigen Wissenschaften, die nur noch ein hohles totes Fragment einer Wissenschaft sind, lehrt uns die Alchemie die göttliche und die Kosmische Sprache. Sie kann uns die sogenannte Realität als vieldimensionales Hologramm begreifbar und uns verschiedene realitätsebenen zugänglich machen.

Zum Gottesbegriff der Alchemie: Gott lässt sich aus alchemischer Sicht am ehesten mit geometrischen Begriffen zuordnen, sofern man so etwas überhaupt für möglich hält. „Gott ist eine unendliche Sphäre, deren Mittelpunkt irgendwo und der Umkreis überall ist“ Die Alchemie ist die Wissenschaft vom Kosmos, Makro- und Mikrokosmos, des Menschen in seinem Umfeld und was „hinter allem ist“. Vor allem ist sie aber die Wissenschaft der Wandlung, wenn wir sie in ihrem praktischen Aspekten erleben.

Alles ist in einem Wandel begriffen. Alles ist Lebendig und von einer lebendigen Kraft durchdrungen. Daher ist auch alles in Bewegung und Bewegung heißt Wandlung. Insofern ist aus alchemistischer Sicht auch alles belebt und es gibt hier auch keine „tote Materie“, wohl aber seel- und geistentleerte, wenn auch nicht aus der Natur heraus, sondern durch Manipulation und Kontrolle.

Nun ist diese Beschreibung hier eine sehr moderne und die Alchemie hat eine lange uralte wissenschaftliche Tradition, die man nicht einfach über Bord werfen kann. So ist es zwar in vielen Aspekten alchemistisch, wenn der heutige Akademiker oder Privatgelehrte quantenmechanisches Wissen mit Spiritualität verbindet, aber dies ist noch lange nicht „die“ Alchemie. Ebenso wenig sind die tiefenpsychologischen Aspekte eines C.G. Jung Alchemie, noch esoterische Übungen oder Anschauungen.

In der Urbedeutung des Wortes Esoterik blickt man schon ein Stück in die richtige Richtung, aber Exoterik gehört ebenso dazu, und es ist hier auch die Urbedeutung des Wortes gemeint und nicht das, was man gemeinhin unter Esoterik versteht. Ich denke, wenn man nicht in der eigenen Erinnerung ist – nennen wir es genetische, Akasha oder morphische Erinnerung – und an das alte Wissen IN UNS anknüpft, finden wir unsere Identität nicht und damit auch nicht die wahre exakte Wissenschaft der Alchemie.

Insofern ist es wichtig zu verstehen, was die alten Meister und Adepten unter Alchemie verstanden. In unserem Kulturkreis können wir leider nicht sehr weit zurückgehen, denn spätestens seit der Jungsteinzeit gab es einen Bruch, bei dem viel Wissen, Riten und Tradition „verloren“ gingen. Dies geschah immer wieder mehr oder minder extrem, beim Versuch, die Alchemie auszurotten. Und ja, die Alchemie war in früheren Jahrhunderten Europas auch einmal Mainstreamwissenschaft.

Nun ist die Alchemie aber nicht nur in Europa beheimatet sondern sie wurde/wird in allen Kulturkreisen angewendet und fand in vielen Menscheitsepochen unter anderem auch einen Niederschlag im Schamanismus. So finden wir heute noch in der akademischen Welt zahlreiche Begriffe wieder wie: chinesische, arabische, indische oder ägyptische Alchemie, wie auch Mittelalterlich Alchemie oder Alchemie des 18., 19., 20. Jahrhunderts.

Natürlich finden wir darin nur äußere Aspekte, vor allem wenn es um die Laboral- und Iatrochemie geht. Der innere Kern aber ist immer gleich und immer neu und frisch und modern und niemals alt!

Die verschiedenen Verfahren der Laboralchemie und die verschiedenen Arten, wie man Alchemie individuell, persönlich, und auch in welchem kollektiven und kulturellen Rahmen dies geschieht, das unterscheidet sich und ist den Veränderungen unterworfen. So ist es auch nicht verwunderlich, das viele Aspekte einer neuen technischen, aber eben auch der „neuen“ Wissenschaft oder Physik (Skalarwellen, Ätherphysik,…) und die sogenannten schwarzen Forschungen der Global Player auf alchemistischen Prinzipien beruhen. Hier wird sichtbar, das die Alchemie durchaus auch missbräuchlich verwendet werden kann, wenn man hier versucht, Geist und Seele herauszulassen oder zu manipulieren.

Dies hat immer Konsequenzen und verursacht daher auch immer Leid. Jeder, der versucht, die Alchemie in ihrer technischen Ausprägung ohne diese geistig seelischen Aspekte zu betreiben, sollte sich dessen bewusst sein. Im Grunde der Definition ist es dann keine Alchemie mehr. Das liegt in der Natur der Sache, denn wir leben in einem polar-dualistischen Lebensfeld und unser Bewusstsein ist in der Regel in dieser Dreidimensionalität „gefangen“.

Nun gut, wenn die Alchemie also eine eigene lebendige Wissenschaft ist, die immer noch lebt und betrieben wird und dem Menschen helfen kann, unsere heutige Misere (Umwelt, Politik, Soziales, Wirtschaft) zu überwinden, dann sollten wir sie auch verstehen lernen, zumal sie eben auch genau auf den Paradigmenwechsel ausgerichtet ist, in den wir schon längst eingetreten sind. Sie ist damit auch die neue Wissenschaft der kommenden Aquarius-Zeit, denn unsere etablierten Wissenschaften können nicht mehr mithalten und führen immer mehr in Extreme, die dem Menschen schaden und ihn und die Natur vernichten.

Ich will daher einen knappen oberflächlichen Blick in die eher traditionelle Betrachtung gehen.


Was ist also Alchemie, was ist Spagyrik (ein Begriff der immer wieder mit Alchemie gleichgesetzt wird und mit ihr umgangssprachlich in Verbindung gesetzt wird)?

Ganz wesentlich ist hier zu begreifen, dass Alchemie die seelischen und geistigen Aspekte zusätzlich zu der reinen Stoffbetrachtung der Materie inne hat. Aus ihrem Urverständnis heraus, gibt es keine Materie ohne eine lebendige Matrize (welche selbst nicht in der Materie verankert ist). Eine umfassendere Erläuterung gebe ich hierzu in meinen Workshops, da sich dies immer am besten mit der tatsächlichen praktischen Arbeit auch verstehen lässt, denn die Alchemie lässt sich nicht begreifen, wenn man nur darüber etwas liest oder schreibt.

Der Begriff Spagyrik wird oft mit Alchemie gleichgesetzt, was Paracelsus auch beabsichtigt hatte, denn zu seiner Zeit war die Alchemie schon hinreichend als Quacksalberei verschrieen, weshalb er selber den Begriff Spagyrik als Ersatz vorschlug. Leider versteht man heutzutage meist nur eine spezielle Art der Heilmittelbereitung darunter und man meint dann eben als Spagyriker diejenigen, welche vielleicht weniger die inneren Prozess im Menschen alchemisch beleben als mehr in eine Heilmittelbereitung gehen, was in der Urbedeutung natürlich völliger Unsinn ist.

Die Spagyrik ist die „Scheidekunst“:

Darum so lern` Alchymiam, die sonst Spagyria heißt.
Die lernt das Falsche scheiden vom Gerechten.
(Paracelsus)

Gemeint sind hier natürlich NICHT Stoffe oder Substanzen, wie oft zu lesen ist, wenn dies natürlich auch in der Spagyrik vollzogen wird. Tatsächlich werden die sogenannten Essentiale „getrennt“ und wieder zusammengefügt. Besonders aber ist die Betrachtung des „Scheidens des Falschen vom Gerechten“, eine Reinigung (Abscheidung der Verunreinigungen, nicht nur stofflich) mit anschließendem Zusammenführen der übriggebliebenen „Gerechten“ Wirkungen gemeint sind. Das betrifft die Bereitung von Heilmitteln ebenso wie auch den Alchemisten selbst!


Wie funktioniert die Alchemie?

Wie eben geschildert setzt die Alchemie ganz anders an, als die moderne Schulwissenschaft. Gerade auch im praktischen Bereich der Laboralchemie können nur durch so eine „andere Sicht“ Erfolge erzielt werden. Paracelsus meinte dazu: „Der ist kein Arzt, der das Unsichtbare nicht weiß, das keinen Namen hat, das keine Materie und doch seine Wirkung hat.“ (I / 450)

Im Gegensatz zur modernen Chemie ist der Glaube an Wirkstoffe in der Alchemie reiner Aberglaube. Auch hier sieht man wieder, wie alles heutzutage rituell schwarzmagisch auf den Kopf gestellt wird. Es geht eben NICHT um die Eigenschaften und Umwandlungen von Stoffen. Konzepte der chemischen Bindungen, Elektronenhüllen, Synthesen sind Täuschungskonzepte und führen NICHT zum wahren Wesen des Menschen oder dessen was ist!

Insofern sind Stoffe ein physischer Ausdruck bestimmter Kräfte. Damit wandelbar und handhabbar, so wie es die moderne Chemie nicht verstehen und tun kann. Nötig ist also eine Umkehr von solchen Konzepten hin zu einem „Reset“, einem Neubeginn. Das heißt, der Mensch muss erst einmal „Ent-Täuscht“ werden, bevor er zur Alchemie finden kann, bevor er sein WAHRES Wesen wahrnehmen kann! Nicht umsonst nannte Paracelsus die moderne Chemie „Afteralchemie“.

Der Alchemist blickt vor allem auf die Kräfte und Energien, die hinter dem Materiellen stehen, in die „Feinstofflichkeit“ und Unstofflichkeit. Aber nicht nur das! Alexander von Bernus schreibt:

Alchemie, eine völlig andere Denk- und Arbeitsweise als die heutige, aber in sich nicht minder konsequent, exakt und wissenschaftlich nur eben von ganz anderer Seite kommend.

und

Der Alchemist kann nur durch eigene geistige Lebenserfahrung klug werden. Dieser geistig-sinnliche Forschungsansatz ist uns heute völlig fremd, denn er folgt nicht der heute gelehrten Logik chemisch-physikalischer Formeln.

Der Alchemist Maack zum Kräftebegriff der Chemie und Alchemie:

Die höhere Alchemie besteht nicht nach Art der gewöhnlichen Chemie in einer Trennung und Zusammensetzung von Substanzen, in welchen kein Leben in Tätigkeit ist, sondern sie handelt mit lebendigen Kräften (…) Die Chemie bewegt sich auf der physischen Ebene, die höhere Alchemie auf der nächsthöheren Stufe des Lebens; die höchste Alchemie bezieht sich auf die Wandlung des Menschen und bedarf dazu einer geistigen Kraft. Wer die geistige Kraft nicht kennt, der kann dieselbe auch nicht ausüben, und wer das allen Lebenserscheinungen zugrunde liegende Lebensprinzip nicht kennt, der wird auch nicht begreifen, was unter der Lebenschemie oder Alchemie zu verstehen ist. (…)

Und Giordano Bruno:

Es gibt keinen Sinn, der das Unendliche sieht (…) denn das Unendliche kann nicht Gegenstand der Sinne sein. Und daher ist, wer es mittels der Sinne zu erkennen verlangt, wie einer, der die Substanz und die Essenz mit Augen sehen will. und wer etwa deshalb ihre Existenz abstritte, weil sie nicht fühlbar oder sichtbar ist, käme dahin sein eigenes Sein und Wesen zu leugnen.

Der ist kein Arzt, der das Unsichtbare nicht weiß, das keinen Namen hat, das keine Materie und doch seine Wirkung hat. (Paracelsus)


Geist – Körper – Seele

Erfahrung, also der praktizierende selber, und eine andere Seite der Naturbetrachtung sind hier wesentlich. Daher sollten wir diese verstehen lernen. Wir müssen hier nicht „glauben“, sondern „erfahren“ (Glauben ist an dieser Stelle im herkömmlichen Sinne gemeint. Glauben als etwas, was man annehmen muss, weil man keine Ahnung davon hat. Meist glaubt man dann irgendwelche Konzepte, die nichts mit seinem wahren Selbst zu tun haben und lässt dadurch Kräfte und Energien in sein System, die einen manipulieren und fremdsteuern können. Glauben im alchemistischen Sinne wäre eine Kraft, die Berge versetzt. Also das, was wir noch nicht klar sehen können, was aber schon als absolutes Wissen in unserem Herzen verankert ist. Insofern kann das im Text angeführte „erfahren“ als alchemistisches glauben gesehen werden.).

Dies geht durch die Erforschung des durch ein höheres Prinzip (Hermetik) bewirkte allumfassende Universum. Dieses Universum ist ein Kosmos, das heißt, eine geordnete Gesamtheit mit drei ineinandergreifenden Sphären: Geist ~ Seele (Feinstoff) ~ Körper (Grobstoff).

Der Geist bildet, nach hermetischem Verständnis, über die Seele den Ätherleib, während die Seele und der Körper die materielle bzw. stoffliche Natur bilden. Der alchemistische Materie- und Stoffbegriff umfasst damit nicht nur das Körperliche, sondern auch das Seelische!

So bedingt also der Geist (Ursache) die stoffliche Natur (Wirkung). Daher nähert sich die Alchemie der stofflichen Natur (Seele, Körper) über den Geist an. Der Alchemist studiert den Naturprozess und nutzt dessen Kräfte, um so selbst die allgeistige Wesenswandlung des Stofflichen zu erwirken. Er folgt der Natur.

Der Adept folgt den Spuren der Natur, sie will er verstehen, nicht verbessern.
(Sendivogius)

Da der Alchemist, einfach ausgedrückt, zuerst einmal mit Qualitäten und nicht mit Materie arbeitet, braucht er hier einen Anknüpfungspunkt. Er geht, um der Natur zu folgen, auch den Weg über Begrifflichkeiten und Darstellungen (Bryllen und Lampen)

MichaelMeieralleinBild:  Aus Michael Maier, Atlanta Fugiens, Emblema XLII, 1618

Dem, der Chymicis versiert, sey die Natur, Vernunfft, Erfahrenheit und Lesen, wie ein Führer, Stab, Bryllen und Lampen.

So existiert der Elementebegriff in der Alchemie ganz anders als in den Schulwissenschaften. Man spricht beispielsweise von vier bzw. fünf Elementen. Zudem ist in der Alchemie alles was existiert aus drei nicht materiellen Prinzipen zusammengesetzt, die symbolisch Ausdruck in tatsächlichen materiellen Stoffen finden. Diese sind:

Merkur (Quecksilber, dem auch der Planet Merkur zugeordnet ist),
Sulphur (das ist der Schwefel) und
Sal (Salz).

Diese tatsächlich existierenden Stoffe sind aber nur Platzhalter für das dahinter stehende Prinzip oder Wesenswirksamkeiten (Ich setze hier im Text die Begriffe Schwefel, Salz und Quecksilber, als die tatsächlich materiellen Stoffe und Sulfur, Sal und Mercurius als die Prinzipien oder Essentiale).

Da alles aus diesen drei sogenannten Essentialen zusammengesetzt ist, ist Schwefel, Salz oder Quecksilber je aus diesen drei zusammengesetzt. Das Quecksilber beispielsweise ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. So stellt es symbolisch die Fähigkeit des flüssigen, aus dem Metallreich betrachtet sogar flüchtigen (denn es dampft in die Raumluft ab) Prinzips dar. Als Metall kann es andere Metalle amalgamieren und damit ist es prädestiniert als Symbol für alles Verbindende zu stehen.

So ist der alchemische Merkur NICHT gleich Quecksilber, sondern das Quecksilber hat dieses Prinzip vorherrschend vor den anderen zwei Prinzipien oder Essentialen, zum Ausdruck gebracht. Gerade hier bestand und besteht für denjenigen, der das nicht weiß, die Gefahr des Irrtums. So wurde der Alchemie auch immer der Vorwurf des unexakten  Abergläubischen gemacht, einzig aus Unkenntnis oder aus Missgunst und Manipulation heraus.


Die Prinzipien – nicht die drei tatsächlich materiellen Stoffe! – sind (frei nach Christoph Proeller):

Der Mercurius,
die solar-erhitzende Geisteskraft zur Formung, bewirkt die Entspannung, Lockerung und damit die Ausdehnung des Stofflichen zur Freilegung seines geistigen Gehalts.

Der Sulphur,
die geistige Forminfonnation des Stofflichen, kann durch die Lockerung des Stofflichen, und somit von jeglicher stofflichen Verhärtung „befreit“, allgeistige Erhöhung erfahren.

Das Sal,
die lunar-abkühlende Geisteskraft, bewirkt Verdichtung und Festigung des Stofflichen. Im Verlauf der Verdichtungsphase strahlt die mercurielle Lösungskraft langsam ab, so daß der relative Einfluss der formhaltenden Kraft des Sals steigt. Das heißt die mercurielle Hitze (Kraft) wird durch die salische Kälte (Gegenkraft) abgekühlt, sodass das Stoffliche, nach der erhöhten Information des Sulphurs, aushärtet.

Diese drei Essentiale sind Ursache für die Stoffwirkungen des Materiellen. Damit die Materie überhaupt entstehen kann und sich wandeln kann, braucht es diese drei Wirkprinzipien, die sich durch die sogenannten vier bzw. fünf Elemente vermitteln können. Diese sind Wasser, Feuer, Luft, Erde – und Quintessenz oder Äther.

Auch hier ist wieder das Prinzip am materiell wahrnehmbaren angelehnt. Wasser ist nicht das materielle Wasser, Erde nicht der materielle Stoff, sondern „flüssig“ oder „fest“. Hier ist der feinstofflicher Ausdruck IN der Materie gemeint!

Auch hier haben wir eine Zusammensetzung der „Dinge“ aus diesen Elementen (daher der Begriff Elemente), ähnlich wie es bei den Essentialen geschildert wurde. Die Essentiale sind im Vergleich hierzu die Ursachen, während die Elemente etwas „in die Wirkung“ bringen. Haftet man nicht allein am materiellen Weltbild, können diese ganz verschiedene Implikationen ganz verschiedener Erscheinungen darstellen. Der Begriff legt sich damit nicht auf etwas ganz Bestimmtes fest, sondern ist variabel, je nachdem, um was es geht. So werden auch höherdimensionale Eigenschaften der Materie mit ein und derselben Bezeichnung fassbar und erklärbar. Einzige Voraussetzung ist die eigene innere Flexibilität, ohne dogmatische wissenschaftliche Weltbilder. Die Alchemie will den Menschen befreien und erhöhen, nicht ihn Fesseln.

Beispiel: Essentiale bewirken die Wandlung und Darstellung des Stofflichen. Die Elemente beschreiben den hierdurch erwirkten Zustand der Materie aber auch des energetischen Zustandes. Im Grunde muss man aber hier nicht nur die sogenannte Materie als feste Substanz sehen, gemeint ist viel mehr der gesamte grobstoffliche Zustand, inklusive der Energiebegriff, in gewisser Weise auch mit einem Teil des Feinstofflichen.

Um hier der Begrifflichkeit etwas näher kommen zu können: Wir erklären uns den Stoff als verdichteten Geist. So ist der gemeinsame Nenner des stofflichen Zustandes in den Elementebegriffen erläutert. Wichtig ist auch zu erkennen, dass das alchemistische System noch ein fünftes Element enthält, welches als Äther oder Quintessenz bezeichnet wird – wenngleich immer wieder behauptet wird, die Alten hätten auch nur viel Elemente gekannt. Je nachdem, in welchem Zusammenhang etwas ausgedrückt werden soll, finden wir auch für das Fünfte Element die Begriffe „Spiritus Vitae“, „Merkurstab“ oder „Magia naturalis“.

Durch die Elementarqualitäten werden die Essentiale mit dem Zeitlichen verbunden. Werden die Essentiale selbst als Elementarqualität betrachtet, wird daraus die sogenannte Quintessenz: Die Gesamtqualität der Essentiale, so wie sie sich durch etwas Materielles ausdrückt. So kann man nach Paracelsus die Quintessenz der, oder einer Pflanze ausziehen und diese als erhöhtes Heilmittel anwenden. Quintessenz meint immer die innere wesenswirksame spirituelle Gesamtheit eines Dinges, wie es in diesen enthalten ist.

Die Alchemie in ihrer laborantischen Ausprägung, kann die drei Essentiale eines Stoffes trennen, sie reinigen und dann wieder zusammenfügen. Damit ist dieser dann erhöht und seinem Ziel in diesem Kosmos näher gebracht. In der Heilmittelbereitung führt dies zu erhöhten Heilmitteln, die mit nichts in der heutigen Medizin zu vergleichen sind.

Gleichwohl hängt dies auch immer von der „Kunst“ und Fähigkeit des Alchemisten ab.


Wie kann die Alchemie dem heutigen Menschen helfen?

Der heutige Mensch steht in einem Spannungsfeld zwischen dieser Welt der Polaritäten/Dualismen und seinem inneren uralchemistischen Wesenskern, welcher in diesen Zeiten einer neuen Ära (kosmische Aquarius Einstrahlungen, 2012 Thema) eine intensive Belebung erfährt. Diese innerliche Spannung kann man auch – nach dem hermetischen Gesetz „wie Oben so Unten, wie Innen so Außen“ – in den äußeren Geschehnissen wahrnehmen. Zunehmende Manipulationen und Veränderungen unseres bisherigen Lebensfeldes durch Global Player geht einher mit kosmischen Einstrahlungen und Veränderungen,

Diese kosmisch in Zyklen immer wieder auftretende, für uns aber völlig neu wahrnehmbaren „Einstrahlungen“ führen den Menschen in einen weiteren alchemistischen Kreislauf der Erhöhung. Im Gegensatz dazu nehmen die Manipulationen immer mehr zu (letztlich ist das in einem polar/dualistischen Rahmen ja auch nicht anders zu erwarten).

Die hindernd eingreifenden Kräfte umfassen sowohl technisch- wissenschaftliche Aktivitäten der Einflussnahme, wie etwa HAARP oder Chemtrails, als auch weniger materialistische Eingriffe wie beispielsweise magisch-okkulte und rituelle Manipulationen. Beispielhaft ist hier die völlig negativ ausgerichtete moderne Medizin mit ihrer ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Pharmazie, die den Menschen ins Siechtum statt zu einer neuen Lebendigkeit führt. Ebenso aber auch die heutigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systeme.

Aus dem Erfordernis einer kosmischen Wandlung ist eine Umorientierung aus dem mechanistischen Bioroboter-Weltbild, hin zu einer Geist-Seelenbetonten Wissenschaft notwendig, was zu einer Suche nach lebendigen Systemen, zu einer Suche nach der alles lebendigmachenden Kraft führt.

Hier ist die Alchemie, als Wissenschaft der Wandlung diejenige, die diesen Anspruch erfüllt, denn sie braucht die Herzensenergie (Lebendigkeit und Liebe) als maßgeblich treibende Kraft und stellt den Menschen, die Welt und die Natur wieder ins Zentrum der Betrachtung. Das Gallileische Prinzip des Wie wird in der Alchemie durch das Warum ergänzt. Insofern hilft sie dem Menschen, dass er seine Seele in den Vordergrund seines Lebens stellen kann, wobei gleichzeitig sein Ego weniger wird. Es spielt nicht mehr die führende Rolle.


Der Alchemist als moderner „Aquariusmensch“(Geist-Seelenmensch)

Der Alchemist strebt nicht nur nach rein spirituellen Zielen, um dann seine Aufgabe im Materiellen zu vernachlässigen. In seinem Selbstverständnis als mitfühlender Mensch, mit der Aufgabe, dieses Lebensfeld als Basis für ein werden hin zur Göttlichkeit zu pflegen, ist er bestrebt zu helfen. Er strebt immer auch mit seiner Kunst zur Freiheit von Leid, von Begrenzungen der Erkenntnis, Freiheit von Krankheit und Siechtum – Kurz: Zur Freiheit von Fremdbestimmung.

Selbstautorität und Selbsterkenntnis sind die Basis seines Wirkens.

Er ist ein Mensch, der die Verbindung von Herz und Haupt anstrebt, also auch mit dem Herzen „denken“ lernen kann  (das ist die Alchymische Hochzeit im Menschen, die Hochzeit von Geist und Seele) und ist damit der Prototyp des neuen Menschen der Aquariuszeit.

Derowegen sind wir nicht Goldmacher, sondern Arzt, so wir Alchymiam brauchen, den armen Krancken um der Barmherzigkeit willen, damit zu dienen von GOTT verordnet, daß wir deren große Noth betrachten, und angelegen seyn lassen. Daß die göttliche Kunst der Alchymey von bösen Buben, deren jetzt die Welt voll ist, Betrug und Arglistigkeit wegen, damit sie hoch und niedriges standes Personen ansetzen, in großen Verachtung gerathen ist, als were diese GOTTES Gab allein Triegerei, was gehet das uns an ? Es ist uns leid, daß man das mißbraucht, was
uns zur Wiederbringung und Erhaltung des Menschen Gesundheit von GOTT geoffenbahret worden.
(Alexander von Suchten um 1520)

Hier ist nun ein wesentlicher Ansatz aufgezeigt, der nicht nur auf die Bereitungen der sagenumwobenen Heilmittel einschränkt werden kann, da eben auch die Alchemie allerlei Möglichkeiten bietet, die modernen technischen krankmachenden Ungleichgewichte zu harmonisieren, ja sogar radioaktive Elemente zu transmutieren und damit auch verstrahlte Gebiete auf dieser Erde zu „reinigen“.


Die moderne Essenz der Alchymie

Aus Sicht der Alchemie lenkt das Fixieren der heutigen Schulwissenschaft auf den äußeren Schein, das Sich immer mehr verlieren im kleinsten Teil der Täuschung (Maya)  vom Wesentlichen ab, welches durch das Wahrnehmen der dahinter stehenden Geistralen Wirklichkeiten (nach Bernus) erfasst werden kann.

Diese „Geistige Schau“ ist der Schlüssel für den heutigen ausschließlich schulwissenschaftlich, dogmatisch gebundenen Menschen. Hierdurch wird er wieder in die Lage versetzt, ganzheitlich und gesamtkosmisch zu wirken und zu sein. Er befreit sich damit aus der Gefangenschaft der Wesenhaftigkeit des mechanisierten toten Dahinsiechens und kann wieder zu einem lebendigen Geist-Seelenmenschen werden.

Die Alchemie hat Geist und Seele, lässt das Wesentliche erkennen und fördert innere und göttliche Erkenntnis (Gnosis), schafft schließlich Handlungsorientierung und damit Befreiung.

So versteht die Alchemie beispielsweise die Stoffe (Elemente) grundsätzlich anders. Ein Beispiel: Während die heutige Chemie beispielsweise viele Metalle im Periodensystem beschreibt, reicht der Alchemie die Betrachtung von nur sieben Metallen (nicht, dass sie die Anderen nicht kennt) und deren Wesenswirksamkeiten

Hiermit kann der Alchemist alle Wesensqualitäten des Kosmos und des Menschen erfassen.

Etwas was ein moderner Chemiker heutzutage NICHT kann!


Hier die Erläuterung einiger Grundbegriffe:

Gnosis
aus dem altgr. (gnósis): Kenntnis, Erkenntniss.
Als Zustand des Bewußtseinszustandes: Alles erkennend.
Aber auch, im Sinne der historischen Gnostiker, Katharer, Albigenser etc: Der Atem Gottes, der Logos, der Quell aller Dinge, alles umfassende Liebe.

Hermetik
Gründet auf die „Schriften“ des Hermes Trismegistos, Vater der Alchemie (Tabula Smaragdina, Corpus Hermeticum), welcher nicht unbedingt eine Persönlichkeit ist, sondern als Tradition einer bestimmten Ausrichtung gilt. Hermes Schriften stammen aus den ersten Jahrhunderten nach Chr. und wurden über die Zeit immer wieder in kleinen Kreisen verbreitet. Sie tauchen etwa im 12 Jahrhundert in unserem Kulturkreis neu auf (die Medici verbreiteten viel) und sind teilweise auf das alte Ägypten zurückzuführen. Sie zeigen das Verhältnis von Mensch und Kosmos, Makro und Mikrokosmos, die Philosophie und Wissenschaft von allem Geschaffenen im Verhältnis zum unkennbaren Höchsten (Nach Rijckenborgh, J. van, „Die Ägyptische Urgnosis“, insges. 4  Teile, DRP Verlag 1998).

Ausschnitt aus den Prinzipien der Hermetik
• Alles hat einen Geistigen Ursprung
• Alles ist über eine geistige Ebene miteinander verbunden
• Das was oben ist, ist gleich dem was unten ist
• Der universelle Geist aus dem alles hervorging ist gleichsam ein Intermediär zwischen unserer Welt (mit allen auch feinstofflichen Aspekten) und einem ursprünglichen unnennbaren (wie das chin. TAO) göttlichen.

Die Bedeutung und Entstehung des Wortes Alchemie, liegt im Dunkeln der Zeiten.
Plutarch gibt folgende Version an
Al Chemie aus al-kemia bzw. al-khem
Al = arab. Artikel, khem, kemia =s chwarze Erde, was der
Name für Ägypten war.
Damit soll im Übertragenen Sinne “ die geheime Wissenschaft der ägyptischen Weisen ausgedrückt werden.

Glauber in „De natura salim“
Hal Chimia = Salzkochung

Cheo gr., ich gieße
Hier als Hintergrund der Metallgießerei.

Hebr. Kahms = Idee, Wärme

Geber (669-765)
Latein für Djafar-el-Sadik, alias Jabir.


Alle diese Begriffe haben eine sehr tiefe alchemistische Bedeutung und stehen letztlich für ein Hindeuten auf das sogenannte große Werk. Eine alchemistische Ausdeutung würde hier zu weit führen, aber ich möchte doch einen kleinen Hinweis geben für diejenigen, die schon alchemistisch arbeiten.

Die Wichtigkeit der Bedeutung des Sal in der Alchemie mag, wenn es zum Beispiel um das Salische Feuer geht, dem Alchemisten bekannt sein. So ist es eben KEIN Zufall und auch NICHT aus praktischen Gründen (Speisesalz hatte mal einen sehr wichtigen Wert in der menschlichen Gesellschaft, es wurde sogar als Zahlungsmittel verwendet), dass hier von Salzkochung die Rede ist!

ERST ist die tiefere alchemistische Bedeutung des Sals, was dann, wenn die eigentliche Bedeutung und das Wissen darum verloren ist, in einem äußeren sinnentlehrten Brauchtum (Salz als Zahlungsmittel) die ursprüngliche Bedeutung subtil unbewusst wiederspiegelt (sofern man wenigstens dies versteht). Insofern muss man auch wissen, das Sal NICHT gleich Salz ist!

MehmetText

Peter Mehmet Çatı beschäftigt sich seit seinem zwölften Lebensjahr mit Alchemie, Hermetik und Gnosis. Zu seinem Privatstudium zählte die Lektüre zahlreicher Werke aus der Bibliotheka Hermetika, wie des Talmunds, des Sohar und kabbalistischer Texte teilweise im Original. Auch das gnostische Katharertum hat Çatı intensiv studiert. Çatı beschäftigt sich überdies mit Energiemedizin, autarken Energiesystemen inklusive Anwendungen aus der freuen Energie sowie Orgonomie nach Wilhelm Reich. Durch sein Studium der Chemie bringt er überdies optmale Voraussetzungen mit, die alchemistische Laborarbeit neu zu beleben.

Einige seiner Publikationen finden Sie in raum&zeit.



www.alchymiam.de

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