Psychologie, spirituelle

Wenn mit „spirituell“ der Aspekt des Menschen gemeint ist, der sich der gewöhnlichen Erforschung durch wissenschaftliche Methoden entzieht, kann unter „spiritueller Psychologie“ das Studium des Menschen als Ganzes, auch → transpersonale Psychologie, verstanden werden. Bei dieser Psychologie werden die geistigen Potenziale und Bewusstseinsdimensionen erweckt, die nicht mit den Gehirnfunktionen zu tun haben, aber von vielen Menschen mit außergewöhnlichen geistigen Erfahrungen für wirklich gehalten werden (→ Geist, → Bewusstseinszustände).
„Die wahre geistige Entwicklung des Menschen vollzieht sich jenseits seines Bewusstseins. Sie ist ‚supramental’ [Sri → Aurobindo]. … Wir können hohe Bewusstseinszustände erleben und dennoch genauso bleiben, wie wir vorher waren. Die Verwechslung von Bewusstseinszuständen mit der Transformation des Seins hat ernste Folgen. … Spiritualität ist in erster Linie der Bereich von Wille und Sein.“ (John G. → Bennett 1977, 12)
Eine spirituelle Psychologie berücksichtigt die geistige Natur eines Menschen, ohne seine „tierische“ Natur zu vernachlässigen. Sie betrachtet alle Aspekte als Ganzes, auch solche, die dem Wissen und der Forschung nur teilweise zugänglich sind. Außerdem liegt das Schwergewicht dieser „ganzheitlichen“ Psychologie darauf, wie ein Mensch eine Transformation des „gewöhnlichen“ Seins zu einem „spirituellen Sein“ erreichen kann.

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