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Dattatreya

Dattatreya mit allen seinen Symbolzuweisungen

Dattatreya (Sk.) Gilt der indischen Überlieferung nach als Sadguru, als höchster Lehrer, als göttliche Essenz der Weisheit. Seine Lehren gelten als Grundlage für alle → Heiligen und Schriften aller → Religionen. Den spärlichen indischen Quellen zufolge gilt er sogar als die Quelle des Göttlichen, als sichtbare Form des Wissens. Die Hindu-Mythologie und Ikonografie (→ Ikonen)…

Dürckheim, Karlfried Graf

Karlfried Graf Dürckheim

Dürckheim, Karlfried Graf (1886-1988) Der Schriftsteller und Psychotherapeut hielt sich 1938 bis 1948 in Japan auf und lernte die japan. Geisteskultur kennen. Er machte dabei auch intensive Erfahrungen mit dem → Zen-Buddhismus, u.a. in Form der Kunst des Bogenschießens, der Tee-Zeremonie, von Ikebana und Kalligraphie. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete er 1952 mit seiner…

Dualismus

Der zoroastrische Dualismus (→ Zoroaster) drang in alle westlichen Glaubenssysteme ein. Es ist der Kampf zwischen den „bösen Kräften“, den Kräften der Finsternis, und den „guten“ Kräften des Lichts. Der Dualismus findet sich auch im chines. Denken von → Yin und Yang. Die Unterscheidung von Geist und Materie – der klassische europäische Dualismus – wurde…

Dionysios Areopagita

Von der Philosophiegeschichte nun als Pseudo-Dionysios Areopagita bezeichnet, gilt er als Vater der östlichen wie westlichen → Mystik. Die Arbeit einer Forschungsgruppe hat nachgewiesen, dass die ihm zugeschriebenen Texte nicht auf Dionysios zurückgehen. Lange Zeit wurde der angebliche Verfasser von neuplatonischen Schriften (→ Neuplatoniker), die angeblich im 6. Jh. auftauchten und ihn zum Heiligen der…

Dhikr

Dhikr als arabische Kalligrafie

Im → Sufismus gibt es zwei Arten von → Mantras: der Dhikr und das → Wazifa. Dhikr ist eine rhythmische Rezitation, meist mit dem Namen Allahs oder Lobpreisungen Allahs wie la illaha il allah oder bismillah ir rahman ir rahim. Die Beteiligten an der religiösen Versammlung hadra stehen dabei meist im Kreis, in manchen Gruppen…

Dharma

Dharma (Sk. „tragen“, „halten“) Umfassender Begriff für das, was unser Wesen ausmacht. Das Dharma des Menschen ist sein „geistiges Muster“. Im → Buddhismus gilt es auch als Grundlage der menschlichen Moral und Ethik, als Ordnung des Universums. Die Lehre Buddhas wird auch als Dharma bezeichnet, weil er dieses „Gesetz“ erkannt und als die Lehre der…

Derwische, freie

Derwische, freie (pers., türk. „Bettler“) Das Wort „Derwisch“ folgt der Idee von den „Armen im Geiste“, was natürlich nicht „dumm“, sondern vielmehr „offen für spirituelle Einsichten“ bedeutet. Die Mehrheit der Sufis und Derwische gehört zu den großen, wohl organisierten und orthodox geprägten Bruderschaften (→ Sufi-Orden). Eine Minderheit, die sich von den Zwängen und der Strenggläubigkeit…

Demiurg

Demiurg (griech.): Intelligente Schöpferkraft Im antiken Athen bezeichnete der Begriff „Arbeiter für das Volk“, d.h. den Handwerker und Künstler, der den demos, den Bürgern von Athen, mit den Geräten des Wohlergehens und der Kultur versorgte (→ Griechen). Aristoteles übernahm den Begriff für den „Großen Handwerker“, die Macht, die das Leben auf der Erde erschafft und…

Delphi

Die Visionen des Orakels von Delphi wurden offenbar durch Dämpfe aus dem Erdinneren hervorgerufen. Man vermutete daher eine Quelle mit ethenhaltigen Gasen als Ursache für die → Trance. Amerikanische Wissenschaftler entdeckten denn auch tatsächlich die lang gesuchte Erdspalte unter dem Orakel von Delphi. Bei Griechen und Römern war die Pythia, die Priesterin in Delphi, eine…