Identifikation

Auch wenn ein Mensch nicht von einem anderen hypnotisiert ist (→ Hypnose), zeigt er in vielen Fällen und Lebensumständen Verhaltensweisen, die man als gesellschaftlich konditioniert bezeichnen kann. Alle Menschen – auch spirituell entwickelte – unterliegen Routineverhalten, Sachzwängen, Gesetzen und Bindungen. Unbewusste Wünsche und Fantasien bestimmen, was wir tun oder lassen. Hinzu kommen Identifikationen mit inneren Vorstellungen und äußeren Objekten und Zielen.
Die Identifikation mit mentalen Inhalten bestimmt den Zusammenhang, in dem eine → Wahrnehmung interpretiert wird, und die persönliche Realität. Interessen, Reaktionen, Launen und Wünsche, Worte, Bilder und Träume formen unsere so genannte Persönlichkeit, die wiederum sehr vielfältig ist, wie die neuere Gehirnforschung mit dem Multi-Mind-Modell gezeigt hat. Und da es keine einheitliche „Kommandozentrale“ im Gehirn gibt, überwiegt manchmal die eine Persönlichkeit, manchmal eine andere. So erstaunt es nicht, wenn Menschen sich in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich verhalten. In Stresssituationen kann plötzlich eine ganz andere Persönlichkeit auftauchen.
Die Massenmedien und die Erziehung tun ein Übriges, um den Menschen in die Suggestion einer „Popkultur“ einzubinden, in der alles auf eine Ebene nivelliert wird und die aus den Vorstellungen besteht, welche wir füreinander erschaffen – als ob wir in einer Traumwelt lebten. Sehr wenige Menschen denken wirklich selbstständig.

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